Was passiert nach dem Tod? – Die Reise der Seele aus schamanischer Sicht

Was passiert, wenn wir sterben? Ist mit dem letzten Atemzug tatsächlich alles vorbei? Erlischt unser Bewusstsein in dem Augenblick, in dem unser Körper stirbt? Oder gibt es etwas in uns, das weiterlebt?

Es sind Fragen, denen letztlich kein Mensch ausweichen kann. Manchmal entstehen sie, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Manchmal dann, wenn wir selbst älter werden. Und manchmal genügt ein stiller Augenblick, in dem uns plötzlich bewusst wird: Auch mein Leben wird irgendwann zu Ende sein.

Aus schamanischer Sicht endet mit dem Tod das körperliche Leben, nicht aber die Existenz der Seele. Die Seele löst sich vom Körper und setzt ihre Reise in einer anderen Wirklichkeit fort. Der Tod wird deshalb nicht als endgültiges Ende verstanden, sondern als Übergang.

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Was passiert mit der Seele nach dem Tod?

Unser physischer Körper wird geboren, wächst, altert und stirbt. Doch sind wir nur dieser Körper?

Schamanische Kulturen beantworten diese Frage seit Jahrtausenden mit einem Nein. Der Mensch besitzt aus dieser Sicht neben seinem sichtbaren Körper auch eine Seele, die nicht an die Lebensdauer des Körpers gebunden ist.

Man könnte sich den Körper wie ein Haus vorstellen. Während unseres Lebens wohnt die Seele in diesem Haus. Durch den Körper kann sie diese Welt erleben, lieben, fühlen, handeln und Erfahrungen sammeln.
Irgendwann wird dieses Haus verlassen. Der Körper bleibt zurück. Die Seele aber setzt ihren Weg fort.

Genau darin liegt einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einer rein materiellen und einer schamanischen Betrachtung des Todes.

Was geschieht unmittelbar nach dem Tod?

Sterben wird im Schamanismus nicht nur als einzelner Augenblick verstanden, sondern als Übergang. Die Seele löst sich vom physischen Körper. Wie dieser Prozess erlebt wird, kann sehr unterschiedlich sein. Ein Mensch, der lange krank war und sich auf sein Sterben vorbereiten konnte, erlebt diesen Übergang möglicherweise anders als jemand, der völlig unerwartet durch einen Unfall oder einen plötzlichen medizinischen Notfall stirbt.

Aus schamanischer Sicht kann eine Seele manchmal Unterstützung benötigen, um sich zu orientieren und ihren weiteren Weg zu finden. Deshalb gibt es in vielen Kulturen seit Jahrtausenden Rituale für Sterben, Tod und Abschied. Der Verstorbene wird nicht einfach vergessen. Er wird verabschiedet. Seine Seele wird begleitet.

Wo geht die Seele nach dem Tod hin?

Der Schamanismus spricht von der Anderswelt. Damit ist kein geografischer Ort gemeint. Die Anderswelt bezeichnet eine andere Ebene der Wirklichkeit, die für das gewöhnliche Alltagsbewusstsein normalerweise nicht unmittelbar wahrnehmbar ist.

Mit dem Tod verschwindet die Seele nicht. Sie wechselt die Ebene ihrer Existenz.

Gibt es ein Jenseits?

Religionen und Kulturen verwenden dafür unterschiedliche Begriffe: Himmel, Paradies, Totenreich oder Jenseits. Der Schamanismus spricht eher von unterschiedlichen Bereichen oder Seelenlandschaften der Anderswelt.

Wie die Reise einer Seele verläuft, wird nicht als für jeden Menschen vollkommen identisch verstanden. Manche Seelen finden ihren Weg unmittelbar. Andere benötigen nach schamanischer Vorstellung Begleitung.

Für Schamanen ist diese Wirklichkeit deshalb nicht nur eine Glaubensvorstellung. Eine der grundlegenden Ideen des Schamanismus lautet: Wir müssen nicht nur glauben, was andere Menschen über die geistige Welt erzählen. Wir können lernen, unsere eigenen Erfahrungen zu machen.

Gerade darin unterscheidet sich der schamanische Weg von einem reinen Glaubenssystem.

Können Verstorbene weiterhin mit uns verbunden sein?

Diese Frage lässt sich meistens nicht endgültig beantworten. Wie möchtest Du beweisen, dass ein bestimmtes Lied im

Viele Menschen erleben nach dem Tod eines Angehörigen außergewöhnlich klare Träume, ein plötzliches Gefühl von Nähe oder persönlich bedeutsame Zeichen. Dieses Thema verdient jedoch eine eigene Betrachtung. Wenn Dich besonders interessiert, wie sich Verstorbene bemerkbar machen können und wie man Träume oder Zeichen einordnen kann, lies hier weiter:

→ Können Verstorbene Kontakt mit uns aufnehmen? – Zeichen, Träume und Begegnungen verstehen

Gibt es Wiedergeburt und frühere Leben?

Wenn die Seele den Tod überdauert, entsteht beinahe automatisch eine weitere Frage: Ist dieses eine Leben alles? Die Vorstellung von Wiedergeburt findet sich in zahlreichen spirituellen Traditionen. Auch in der schamanischen Arbeit können Erfahrungen auftreten, die als Erinnerungen oder Verbindungen zu früheren Leben verstanden werden. Dabei geht es für mich allerdings nicht darum herauszufinden, ob jemand angeblich früher einmal König, Priesterin oder berühmter Krieger gewesen ist.

Die wichtigere Frage lautet: Was hat diese Erfahrung mit meinem heutigen Leben zu tun?

Warum wiederholen sich bestimmte Muster? Warum gibt es Ängste, für die wir keine Erklärung finden? Warum fühlen wir uns bestimmten Menschen oder Orten vom ersten Augenblick an ungewöhnlich verbunden? Die Beschäftigung mit früheren Leben ist dann hilfreich, wenn sie uns dabei unterstützt, dieses Leben bewusster zu verstehen. Denn dieses Leben findet jetzt statt.

Warum haben Menschen Angst vor dem Tod?

Der Tod ist für uns das große Unbekannte. Wir müssen unseren Körper verlassen, unseren Besitz, unser gewohntes Leben und vor allem die Menschen, die wir lieben.

Was kommt danach? Werde ich noch existieren? Solange der Tod wie eine schwarze Wand erscheint, hinter der nichts mehr kommt, kann er große Angst auslösen. Was geschieht aber, wenn aus dieser Wand eine Tür wird?

Wenn wir zumindest die Möglichkeit zulassen, dass der Tod nicht das Ende, sondern ein Übergang ist? Dann kann sich unsere Einstellung zum Sterben verändern. Und möglicherweise verändert sich dadurch auch unsere Einstellung zum Leben.

Die Beschäftigung mit dem Tod verändert unser Leben

Vielleicht liegt darin eines der größten Geschenke dieses Themas. Der Tod erinnert uns daran, dass unsere Zeit begrenzt ist.

Und plötzlich werden andere Fragen wichtig: Lebe ich das Leben, das ich wirklich leben möchte? Was schiebe ich seit Jahren auf? Wem möchte ich noch etwas sagen? Mit wem möchte ich Frieden schließen? Was möchte ich unbedingt noch erleben?

Der Tod führt uns zurück zum Leben. Vielleicht sollten wir deshalb nicht erst über ihn nachdenken, wenn er unmittelbar vor unserer Türe steht.

Der Tod ist nicht das Ende – Du kannst eigene Erfahrungen machen

Wir können Bücher über das Jenseits lesen. Wir können Berichte über Nahtoderfahrungen hören und uns erzählen lassen, was andere Menschen erlebt haben. Schamanismus geht einen anderen Weg. Er lädt uns ein, selbst Erfahrungen mit dieser anderen Wirklichkeit zu machen.

Im Aufbaumodul „Der Tod ist nicht das Ende“ unserer Ausbildung zum Shaman Practitioner beschäftigen wir uns praktisch mit der schamanischen Sicht auf Tod, Seele und Jenseits. Du lernst schamanische Seelenreisen und Seelenlandschaften kennen, beschäftigst Dich mit der Begleitung Verstorbener, mit früheren Leben und mit Deiner eigenen Haltung gegenüber Tod und Sterben.

Denn die entscheidende Frage lautet für mich nicht: „Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?“ Sondern: „Bist Du bereit, selbst zu erforschen, was hinter der sichtbaren Wirklichkeit liegen könnte?“

→ Mehr über das Aufbaumodul „Der Tod ist nicht das Ende“ erfahren

Häufige Fragen zum Leben nach dem Tod

Aus schamanischer Sicht löst sich die Seele im Sterbeprozess vom physischen Körper und setzt ihre Reise in einer anderen Wirklichkeit fort. Der körperliche Tod gilt deshalb nicht als Ende der Seele.
Der Schamanismus beschreibt unterschiedliche Bereiche oder Seelenlandschaften der Anderswelt. Die Reise der Seele kann individuell verlaufen.

Wissenschaftlich lässt sich ein Fortbestehen der Seele nicht abschließend nachweisen. Schamanische Traditionen gehen jedoch davon aus, dass die Seele den körperlichen Tod überdauert.

Die Vorstellung, dass die Seele mehr als ein einziges körperliches Leben erfahren kann, findet sich auch in schamanischen Traditionen. Entscheidend ist dabei weniger die Neugier auf ein früheres Leben als die Frage, was eine solche Erfahrung für unser heutiges Leben bedeutet.

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