Imbolg – Das schamanische Frühlingsfest
Das Frühlingsfest Imbolg ist das erste der vier keltischen Jahreskreisfeste und entspricht dem christlichen Fest der Lichtmess. Es wird am zweiten Vollmond nach Yule (meist Anfang Februar) begangen und feiert das Erwachen der Natur sowie die Reinigung. In diesem Artikel erklären wir, was es mit Imbolg auf sich hat, wie die Feier vonstattengeht, warum es im keltischen Kalender so wichtig ist und erläutern alle weiteren Hintergründe des Festes.
Das keltische Schamanenfest des Frühlingsbeginns
Wenn die Natur sich zum ersten Mal aus dem eisigen Griff der Winterkälte befreit und langsam erwacht, beginnt die Zeit des Umschwungs. Die Tage werden länger und der Winter bäumt sich noch ein letztes Mal auf, ehe sich die Äste und Blätter der frostigen Pflanzen gen die Sonne richten und der Frühling Einzug erhält. Genau zu dieser magischen Zeit im Jahr feierten die Kelten das gälische Fest Imbolg zu Ehren der Göttin Brigid, die mit ihrem Feuer die zu Eis erstarrte Erde behutsam wieder erwärmte.
Namen und Bedeutung des traditionellen gälischen Festes
Zur Mitte zwischen der Wintersonnenwende und der Frühlings-Tagundnachtgleiche wird das heidnische Fest Imbolg gefeiert. Es ist somit neben Beltane, Lughnasadh und Samhain eines der vier keltischen Jahreskreisfeste. Die Wurzeln dieses wichtigen schamanischen Feiertages finden sich bei den Kelten. So bedeutet das altirische Wort „imb-folc“ in etwa „im Bauch der Mutter“ oder auch „Rundum-Waschung“ oder „Läuterung“. Diese Bezeichnungen weisen auf die Bedeutung des Festes hin, da sich zur Zeit des Imbolg-Festes auch der Frühling im Bauch von Mutter Erde zu regen beginnt. Aber auch in unserem Inneren erwacht das Leben wie die zarten Triebe in der Natur. So markiert Imbolg auch den Zeitpunkt der inneren Reinigung als Vorbereitung für ein gesegnetes und gutes Jahr. Vielerorts wird Imbolg auch Oimlec genannt, was übersetzt so viel wie „Schafsmilch“ bedeutet. Hirten erwarteten den ersten Nachwuchs ihrer Herden, insbesondere bei Schafen, so dass man Imbolg oder Oimlec durchaus auch als Hirtenfest oder eben Fruchtbarkeitsfest sehen kann. Während das Fest ursprünglich als symbolische Vorbereitung auf die bald beginnende Landarbeit sowie als Fest des Frühlingsbeginns begangen wurde, war es auch ein Fest zu Ehren der keltischen Göttin Brigid. Sie war es, die laut den Mythen ein Feuer entfachte, welches die Wärme jedes Jahr zum Frühlingsbeginn zurückkehren ließ und das Eis und den Frost vertrieb. Ihr Licht galt als Zeichen der Hoffnung auf ein fruchtbares Jahr. Zu guter Letzt steht Oimlec auch sinnbildlich für die jüngste Phase des menschlichen Lebens im keltischen Jahreskreis. Imbolg symbolisiert hierbei die Kindheit, in der das Bewusstsein erwacht sowie die Hoffnung und das Wachstum beginnt.
Die Bedeutung des Imbolg-Festes heute
Auch heute wird Imbolg von vielen Schamanen, aber auch von Christen gefeiert. Die Heiden der so genannten Celtic Reconstructionists feiern Imbolg, sobald sich der Frühling rührt und der nächste Vollmond Ende Jänner oder Anfang Februar nah ist. Sie huldigen der Göttin Brigid mit traditionellen Liedern und althergebrachten Ritualen wie dem Carmina Gadelica. Für Wicca und Neo-Druiden symbolisiert Imbolg eine der acht Sabbate, an denen vor allem Frauen teilnahmen und Rituale zu Ehren der Göttin Brigid vollführten. Im Christentum gibt es bis heute Paraden zu Ehren der heiligen Brigid wie zum Beispiel das Biddy’s Day Festival in Killorglin. Es werden Brigida Kreuze und Brideogs gebastelt, um damit böse Geister zu vertreiben. Zu den Feierlichkeiten des St. Brigid’s Days gehören immer auch Gedichte, Lieder andere künstlerische Darbietungen. Seit 2022 ist der St. Brigid’s Day sogar ein nationaler Feiertag in Irland.
Das Feuer der Brigid: Die gefeierte Göttin des Imbolg-Festes
Die ersten Imbolg-Feierlichkeiten wurden bereits im zehnten Jahrhundert beobachtet. Damals galt Imbolg als Feierlichkeit zu Ehren von Brigid, Göttin der Weisheit, der Heiler, des Feuers, des Herdes, der Familien, der Frauen, der Säuglinge und der Poesie und zugleich Symbol für Inspiration und Fruchtbarkeit. In der keltischen Mythologie steht geschrieben, dass Brigid als Tochter der Muttergöttin der Kelten und des Daghda, mächtigster Hochkönigs der Tuatha Dé Danann, schon bei ihrer Geburt eine Flamme aus dem Kopf wuchs und, dass sie die Milch einer heiligen Kuh aus dem Jenseits trank. Daher erhielt sie auch ihren Namen, der vom keltischen Wort „Breo-Saighit“ abstammte und so viel wie „flammender Pfeil“ oder „glänzender Pfeil“ bedeutete. So wurde Brigid auch die Schutzheilige der Schmieden, die sowohl über neu geschmiedetes Eisen, als auch über beim Imbolg-Fest neu geschmiedete Pläne für das restliche Jahr wachte. Darüber hinaus galt Brigid unter den Druiden auch als Göttin der Wahrheit, so dass diese einen Eid ablegten, indem sie auf ihren Namen schworen. Da Brigid auch Schutzpatronin der Neugeborenen und Hebammen war, glaubte man fest an ihre Anwesenheit bei jeder Geburt und warf als Frau Holzscheite ins Feuer, ehe man zu Bett ging, um sich ihres Segens sicher zu sein.
Die Heilige Brigitta: Schutzpatronin der Nonnen
Später wurde die Göttin als Heilige Brigid oder Brigitta in das Christentum assimiliert und ist bis heute eine der drei Schutzheiligen Irlands, gemeinsam mit St. Patrick und St. Clamcille. Bischöfe versuchten zwar die heidnischen Bräuche rund um das Imbolg-Fest und der Göttin Brigid auszulöschen, jedoch scheiterte ihr Vorhaben. So gliederten sie die Gottheit als Heilige Brigid von Kildare in das Christentum ein und statteten sie mit einer eigenen Legende aus. Sie gründete mehrere Klöster und verschrieb ihr Leben dem Christentum. Nach ihrem Tod wurde sie zur Heiligen ernannt.
Rituale des Imbolg-Festes
Viele stellen sich die Frage: Wie feiert man Imbolg? Es ist heute nur wenig darüber bekannt, welche schamanischen Rituale die Kelten zu Imbolg abhielten und wie sich ihr Fest gestaltete. Das liegt vor allem daran, dass Kelten keine schriftlichen Aufzeichnungen machten. Somit müssen wir die Rituale und Bräuche des keltischen Imbolg-Festes aus den Überlieferungen und Mutmaßungen anderer Völker rekonstruieren, wodurch die Möglichkeit von Fehlinterpretationen deutlich größer ist. Nichtsdestotrotz gibt es einige uns bekannte Imbolg-Rituale, die diese magische Zeit des Jahres verkörpern.
Althergebrachte Imbolg-Bräuche
Die Verehrung Brigids ging zu Imbolg so weit, dass ihr sogar ein Bett hergerichtet wurde. Oft wurden Kleider ins Freie gelegt, so dass Brigid sie über Nacht segnen konnte. Die Kleider schützten die Träger und halfen bei der Heilung. In manchen Dörfern ging ein Familienmitglied zu Imbolg drei Mal um das Haus und trugen dabei Binsen. Anschließend klopften sie dreimal an die Tür und baten dreimal um Einlass, der ihnen beim dritten Mal gewährt wurde. Die Familie aß ein Mahl und bastelte aus den Binsen ein Bett für Brigid. Je nach Region variierten diese Bräuche etwas. Doch bis ins 19. Jahrhundert hatten alle eines gemeinsam: man bat um den Segen Brigids, begrüßte sie in ihrem Heim und machte ihr ein Bett.
Imbolg-Ritual der Reinigung
Wenn der harte Winter überstanden war, stand zu Imbolg die rituelle Reinigung an. Zuerst wurde Haus und Hof aufgeräumt und geputzt und wenn alles sauber war, rief man die keltische Göttin Brigid an und bat um ihren Segen. So sicherte man sich ihren Schutz bis zum nächsten Imbolg-Fest. Doch auch die innere Reinigung ist wesentlich für die Feierlichkeiten und für das eigene Wohlbefinden. Frage dich, welchen Ballast du nicht mehr länger mit dir rumschleppen willst und welche deiner innigsten Träume und Wünsche jetzt gemeinsam mit dem Frühling erwachen dürfen. Imbolg markiert auch für jedes Individuum die Möglichkeit eines Neuanfanges.
Imbolg-Ritual: Das Erlöschen der Lichter und deren Neuentfachung
Man glaubt, dass die Kelten immer zu Beginn eines jeden Oimlec-Festes sämtliche Lichter am Hof erst löschten, um sie anschließend anhand von geweihten Kerzen und heiligem Feuer neu zu entfachen. Mit Laternen wanderte man im Kreis der engsten Sippe durch die Ställe und Häuser, um Licht und Wärme zu verbreiten. Auch heute solltest du Imbolg dazu nutzen, um Kerzen für das ganze Jahr zu weihen und deren Schutzkraft dadurch zu verstärken. Wann immer es im Laufe des Jahres benötigt wird, kannst du eine der geweihten Imbolg-Kerzen anzünden und ihren Schutz genießen.
Imbolg begünstigt Weissagungen
Als Schwellenfest zwischen zwei Jahreszeiten vereinfacht Imbolg Übergänge zwischen den Dimensionen und erleichtert den Eintritt in die Anderswelt. Energien können die Schwellen leichter passieren, wodurch sich das Fest ideal für Divination eignet. Bitte Brigid darum, dir bei der Durchführung und Deutung deiner Weissagungen zu helfen und nutze Karten oder Runen als Hilfsmittel.
Imbolg-Ritual: Brideogs und Brigida-Kreuze
Wie sehr die Kelten Brigid verehrten, zeigt die jährliche Darbringung von künstlerischen Zugaben. Kelten bastelten aus Hafer- und Weizenstroh kleine Brigid-Puppen, die Brideogs genannt wurden. Diesen Puppen fertigten sie ein Kleid aus Stoff an und legten sie in einen mit Blumen gebetteten Korb. Vor allem junge Mädchen fanden großen Gefallen an dieser Tradition und trugen die selbst-gemachten Puppen von Haus zu Haus, um Geschenke zu erhalten. Außerdem wurden zu Imbolg auch Brigida-Kreuze aus Stroh gefertigt, das auf einem Konstrukt aus Ästen geflochten und über Nacht eingeweicht wurde. Die Kreuze wurden anschließend zum Beispiel unter Matratzen gelegt, um Schwangerschaften zu begünstigen oder gesegnet, um das Aussäen der neuen Samen zu unterstützen. Oft wurden sie auch über Türen und Fenstern angebracht, um das Haus vor Blitzen, Feuer, bösen Geistern sowie Krankheiten zu schützen. Das Christentum übernahm diesen Brauch, so dass heute noch ein kreuzförmig-geflochtenes Brigida-Kreuz zur Lichtmess gesegnet wird.
Die Magie des Feuers zu Oimlec
Nicht nur da Brigid die Göttin des Feuers und der Schmiede ist, hat Feuer bereits seit jeher einen wichtigen Stellenwert bei den Feierlichkeiten des Festes Imbolg. Darum wurden an diesem Tag auch früher schon Freudenfeuer angezündet. Heute gibt es in englischen Städten ebenfalls noch Imbolg Fire Festivals, bei denen Laternen getragen werden und Feuer-Künstler ihr Können offenbaren. Auch Feuerrituale und Feuertänze werden an diesem Tag zu Ehren von Brigid durchgeführt. Durch das Anzünden von Kerzen kann man ebenfalls Licht und Wärme im eigenen Heim verbreiten.
Räucherungen zu Imbolg
Um die innere Reinigung und den Hausputz zu unterstützen, kannst du auch ein Räucherritual zu Oimlec durchführen. Damit werden nicht nur negative Energien und böse Geister aus dem Haus und aus deiner Seele vertrieben, sondern auch ein Neubeginn symbolisiert. Öffne alle Fenster deines Heimes und beginne einen Raum, nach dem anderen zu räuchern. Dafür eignen sich Kräuter und Pflanzen wie Fichtennadeln, Eukalyptusblätter, weißer Salbei, Myrrhe, Tannennadeln, Johanniskrautblüten, Dammar, Lavendel, Olibanum, Wacholderbeeren, Elemi, Weihrauch, Lorbeerblätter, Birkenrinde, Rosmarin, Alantwurzeln, Beifuß, Thymian, Eisenkraut oder weißer Copal.
Symbolismus zum Imbolg-Fest: Von Schneeglöckchen und Lämmern
Es gibt eine Vielzahl an Tieren, Pflanzen und anderen Dingen, die eine große Bedeutung für das Oimlec-Fest besitzen und deshalb immer wieder damit in Verbindung gebracht werden. Die frühblühendsten Pflanzen wie Schneeglöckchen oder Krokusse sind die ersten Frühlingsboten und zeigen, dass das Licht auch nach den härtesten Wintern wieder zurückkehrt. Diese beiden Pflanzen sind somit natürliche Boten des Imbolg-Festes, die Hoffnung und einen Neuanfang symbolisieren. Dasselbe gilt im Tierreich für Lämmer. Oimlec bezeichnet die Zeit, an der Schafe sowie andere Herdentiere ihre Kinder kriegen. In früherer Zeit bedeutete dies, dass die Familie mit damals kostbarer Milch versorgt wurde. Ältere Hirsche werfen in dieser Zeit ihr Geweih ab, so dass ein größeres, besseres nachwachsen kann. Und Schwäne stehen für die Transformation und somit auch für den Übergang vom Winter in den Frühling.
Häufige Fragen über das Imbolg-Fest
Meist wird Imbolg heute am ersten oder zweiten Februar zur selben Zeit wie die Lichtmess gefeiert, was jedoch nicht dem der ursprünglichen Überlieferung entspricht. Denn als Mondfest wurde Imbolg von den Kelten am zweiten Vollmond nach Yule gefeiert. Dieser findet im Zeitraum Ende Jänner und Anfang Februar statt – also zur Mitte zwischen der Wintersonnenwende und der Frühlings-Tagundnachtgleiche.
Imbolg kann auf unterschiedlichste Weise begangen werden. Meist findet ein Frühjahrsputz statt und auch eine innere Reinigung. Heime werden geräuchert, um böse Geister zu vertrieben und Kerzen werden aufgestellt um Licht und Wärme zu spenden. Es werden auch Lieder und Gedichte zu Ehren Brigids vorgetragen und Meditationen vollführt. Mancherorts werden Freudenfeuer veranstaltet. Früher wurde Imbolg im engsten Kreis der Familie gefeiert.
Beide Schreibweisen sind korrekt und stammen vom altirischen Wort „Imbfolc“ ab, was „Waschung“ oder „Reinigung“ bedeutet.
Während Imbolg seine Wurzeln im keltischen Heidentum findet und zu Ehren ihrer Göttin Brigid und dem Erwachen der Natur gefeiert wurde, ist die Lichtmess ein christliches Fest, welches die Heilige Brigitta feiert.
Die Wärme und das Licht der zurückkehrenden Sonne ist beim Fest Imbolg ebenso wichtig, wie auch die von Brigid entfachte Energie, die der Erde ihre Wärme zurückgibt und den Frost bekämpft. Diese Energien bringen auch dir Inspiration für neue Anfänge und Ideen sowie die Hoffnung, dass sie Erfolg bringen.
Da die Kelten keine schriftlichen Aufzeichnungen führten, ist es nicht möglich zu sagen, wann das erste Imbolg-Fest begangen wurde. Es wird jedoch angenommen, dass es seit der Antike Feierlichkeiten zwischen der Wintersonnenwende und der Frühlings-Tagundnachtgleiche gab. Die Kelten dürften bereits vor 2.000 Jahren Imbolc zu Ehren der Göttin Brigid gefiert haben.
Der altirische Name wird meist folgendermaßen ausgesprochen: „im-bulk“ oder „em-bowlk“ ausgesprochen. Jedoch ist das „b“ stumm, so dass die korrekte Aussprache von Imbolg „im-owlk“, „im-olg“ oder „im-ulk“ ist.
Wie bereits im Text erwähnt, kann man eine Vielzahl an Kräutern und getrockneten Pflanzen für die Räucherung an Imbolg verwenden. Dazu zählen: Weihrauch, Myrrhe, Schafgarbe, Rose, Beifuß, Lavendel, Rosmarin, Birkenrinde, Tannennadeln, Dammar, Olibanum, Frauenmantel, Alantwurzeln, Eisenkraut, Johanniskraut, Elemi, Thymian, Lorbeerblätter, Eukalyptusblätter, Fichtennadeln, weißer Salbei oder Wacholderbeeren.
Ein Brigida Kreuz ist ein aus Grashalmen, Stroh oder Ästen geflochtenes Kreuz, das zu Imbolg gebastelt wurde, um den Segen der Brigid zu erhalten. Das Brigid Kreuz wurde zum Beispiel unter Matratzen gelegt, um Schwangerschaften zu begünstigen oder über Türschwellen und Fenster gehängt, um das Haus und die Familie zu schützen. Dieser Brauch fand auch Platz im Christentum, so dass zur Lichtmess ein kreuzförmig geflochtenes Brigida Kreuz gesegnet wird.
Wenn das erste Licht den Winter berührt und die Erde langsam erwacht, feiern wir Imbolg – das Fest des Neubeginns und der Inspiration.
Wir laden dich ein, die zarte Kraft des Frühlings zu spüren und das neue Jahr bewusst zu begrüßen. Feiere mit uns Imbolg – das schamanische Frühlingsfest.
Weihe-Nacht
Als die Germanen Christen wurden, übernahmen sie ihr altes Fest der Weihe-Nacht. „Weih“ in Weihnacht geht zurück auf das althochdeutsche „wîh“, welches als Adjektiv ‚heilig‘, als Substantiv, ‚Heiligtum, Tempel‘, bedeutete.
Erfahre in einer Anleitung am Ende des Blogartikels, wie du mit einem zweiteiligen Ritual das Lichtkind heiligen kannst.
Die Nacht in der das Lichtkind geheiligt wird
Die Menschen betrachteten das Geschehen im Außen als Analogie zum Geschehen im Inneren. So wurde die Wintersonnenwende zur mystischen „Heiligen Nacht“. Die Wintersonnenwende steht für die Neu-Geburt des Lichts und hatte bei unseren „heidnischen“ Vorfahren – genauso wie auch bei anderen Völkern der Erde – eine starke mystische Bedeutung. Die exakt astronomische Wintersonnenwende ist der 24. Dezember. Am 21. Dezember erreicht die Sonne Ihren tiefsten Stand. Am 22. Und 23. Dezember bleibt sie auf diesem tiefsten Stand! Erst am 24. Dezember nimmt sie das erste mal wieder zu. Das Licht wird geboren.
So wie im Außen die Sonne einen neuen Zyklus verspricht, so soll auch im Inneren des Menschen ein neuer Zyklus beginnen. Die Nacht der Wintersonnenwende ist die „Weihe-Nacht”. In dieser „hochheiligen“ Nacht wird „das Licht-Kind” geboren, die neue Sonne, die zu Ostern das große Wunder der „Auferstehung” der Natur bringen wird. Die „Weihe-Nacht“ wurde vorchristlich auch „Mutternacht“ genannt. Denn in dieser Nacht gebiert die Mutter-Göttin (das Christentum setzte an diese Stelle Maria) tief in der finsteren Erde (repräsentiert durch eine Höhle, später abgelöst durch die Krippe) in der stillsten aller Stunden das Sonnenkind (Christus).
Schon vor dem Christentum feierten viele Kulturen die Wiedergeburt der Sonne und des Lichtes. Beispiele sind der aus Persien stammende Mithras-Kult, in Ägypten gebar die Gottesmutter Isis den Himmelsgott Horus. Im alten Griechenland wurde Dionysos als göttliches Kind als Erlöser und Gott der Fruchtbarkeit und des Wachstums verehrt. Auch für die Inkas in Peru war die Wintersonnenwende (auf der Südhalbkugel am 24. Juni) die wichtigste Feier im Jahreskreis.
Mit der Ausbreitung des römischen Reiches wurde die Wintersonnwende dann zum römischen Staatsfeiertag ausgerufen als Geburtstagsfeier des „sol invictus“ – der unbesiegbaren Sonne. Um 330 schließlich erklärte Kaiser Konstantin das Christentum zur römischen Staatsreligion und funktionierte den alten Sonnengott um in den neuen Christengott, der als „lux mundi“ – als Licht der Welt – gefeiert wurde.
Weihe-Nacht, Weihnachten – ein heidnischer Brauch
In Deutschland wurde dieser Feiertag erst 813 anerkannt und löste damit das altgermanische Julfest ab. Das Julfest ist ein mehrere Tage dauerndes Sonnen- und Fruchtbarkeitsfest, das mit verschiedenen Ritualen zur Neuaktivierung der natürlichen Kräfte führen soll. Den Höhepunkt der Dunklen Zeit bildete „Jul“, die „Mutternacht“. Die Feier ging eigentlich 12 Nächte lang. Diese 12 Nächte nannte man auch die Raunächte. Jede Raunacht stand für einen Monat des Jahres und an diesen Tagen wurde das Orakel über das kommende Jahr befragt.
Legenden berichten von Tieren, die der menschlichen Sprache mächtig, über die Zukunft erzählen. Wenn wir heute eine Krippe aufstellen erinnert das an die alten Rituale zum Kontakt mit den sprechenden Tieren, die Schamanen seit jeher praktizieren, indem sie durch eine Höhle zu Ihren Krafttieren reisen und von diesen Rat und Hilfe erlangen. Das Abbrennen von Weihrauch, Myrrhe oder anderem Räucherwerk diente als Schutz bei der schamanischen Reise. Durch das Räuchern werden üble Geister abgewehrt, damit nur die guten Geister (die wohlmeinenden sprechenden Tiere) dem Schamanen den richtigen Rat geben. Heute erinnert das Ausräuchern von Haus und Stall in den ländlichen Gebieten noch an diese schamanischen Wurzeln. Bis in unsere Zeit hinein stand dahinter die Absicht böse Geister zu bannen!
Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann – schamanische Symbole
Auch der Weihnachtsbaum ist ein uraltes Symbol, das von der katholischen Kirche trotz schwerer Verbote und Strafen nicht verdrängt werden konnte. Die Kerzen am Weihnachtsbaum verheißen in der längsten Nacht die Neugeburt des Lichts. Ursprünglich war der Weihnachtsbaum ein Abbild des germanischen Weltenbaumes. Der Weltenbaum symbolisiert die Himmelsleiter. Es heißt auch, dass in der Fichte ein weiblicher, mütterlich schützender Baumgeist wohne. Wenn die Menschen zur „Weihe-Nacht“ eine Tanne oder Fichte ins Haus holten, verehrten sie damit auch den mütterlichen Waldschutzgeist. Das Schmücken des Baumes war ein Ritual zu Ehren des Weltenbaumes. Der Waldschutzgeist sollte damit gütig gestimmt werden.
„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind Deine Blätter…“
Manchmal sieht man auf dem geschmückten Christbaum kleine Fliegenpilze. In der schamanischen Kultur unserer Vorfahren war der Fliegenpilz für die Schamanen ein heiliger Pilz. Sie nutzten die visionäre Kraft des Fliegenpilzes für ihre schamanische Reisen, für ihre visionären „Flüge“ entlang des Weltenbaums in den „Himmel“. Die wichtigste Person im Julfest ist der Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann ist angezogen, wie das Männlein, das im Walde steht. Und der Weihnachtsmann kann fliegen. Der fliegende Schamane reist über den Weltenbaum in den Himmel und bringt als Geschenke Weissagungen für das kommende Jahr mit.
Wenn wir am Abend der „Weihe-Nacht“ den Weltenbaum schmücken, sollten die Kerzen nicht fehlen, denn wir feiern die Wiedergeburt des Lichtes. Und unter dem Weltenbaum platzieren wir Geschenke für unsere Lieben, zum Gedenken daran, dass wir an diesem Tag durch die große Mutter beschenkt werden, indem sie uns das Sonnenkind auf die Welt bringt.
Das Lichtkind heiligen mit einem Gruß an die neue Sonne
Das Ritual besteht aus zwei Teilen – die Einstimmung mit der Kerze in der Adventszeit und die Begrüßung der neugeborenen Sonne am Weihnachtsmorgen und in den darauf folgenden Tagen bis Ostern.
Kerzenritual in der Adventszeit
Zünden Sie eine Kerze an. Gerne können Sie dazu auch die Kerzen des Adventskranzes nehmen. Zuerst 1, dann 2, dann drei, dann 4… Am Weihnachtsabend können Sie die Kerzen des Weihnachtsbaumes verwenden. Wenn Sie möchten können Sie eine langsame ruhige Meditationsmusik im CD-Player abspielen. Dann setzen Sie sich ruhig hin und entspannen sich.
Nehmen Sie Verbindung mit dem Kerzenschein auf. Fokussieren Sie mit den Augen den Kerzenschein. Betrachten Sie eine Zeit lang nur mehr den Schein der Kerze. Warten Sie bis der Schein der Kerze vor Ihren Augen verschwimmt und Ihr Körper ganz ruhig wird. Achten Sie auf Ihre Gedanken. Wenn Sie merken, dass Sie gedanklich abschweifen kehren Sie wieder zum Kerzenschein zurück. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit immer wieder auf den Kerzenschein.
Sobald Sie ruhig sind, spüren Sie den ruhigen Rhythmus des Herzens in Ihrer Brust. Während Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit den Rhythmus des Herzens spüren, bleiben Sie mit Ihren Augen auf das Kerzenlicht fokussiert. Auch das praktizieren Sie eine Zeit lang und dann stellen Sie sich vor, wie Sie mit dem Licht der Kerze verschmelzen. Wie die Lichtstrahlen genau in Ihr Herz dringen und dort ebenfalls ein Licht erstrahlt.
Nun lenken Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Herzbereich und lassen das Licht stärker werden. Vielleicht spüren Sie auch eine Art Wärme hinter Ihrem Brustbein, eine angenehme Wärme in der Brust. Genießen Sie nun eine Zeit lang das Strahlen des Lichts in Ihrem Herzen. Stellen Sie sich vor, wie es wächst und immer stärker wird. So stark, dass das Licht aus Ihrem Herzen zu strahlen beginnt und Ihr ganzer Körper vom Strahlen erfasst wird. Verstärken Sie die Verbindung mit dem Licht so lange, bis Sie von Licht umgeben sind. Diesen Zustand können Sie so lange beibehalten, bis Sie selbst das Gefühl haben „Jetzt ist es genug“. Dann beenden Sie die Übung indem Sie nochmals das Licht der Kerze bewusst fokussieren und dann die Kerze mit einem Gefühl der Dankbarkeit löschen.
Gruß an die neugeborene Sonne ab dem Morgen des Weihnachtstages
Gehen Sie am Weihnachtsmorgen kurz bevor die Sonne am Horizont erscheint nach draußen. Stellen Sie sich in Richtung aufgehender Sonne. Werden Sie innerlich ruhig. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Herzgegend und versuchen Sie den Herzschlag zu spüren. Sobald die Sonne am Horizont erscheint, stellen Sie sich vor, wie der Strahl der Sonne in Ihren Herzbereich einströmt. Versuchen Sie mit Ihren Augen hinter halb geschlossenen Augenlidern – so, dass das Licht den Augen nicht schadet – die Sonne zu fokussieren.
Gleichzeitig bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit im Herzbereich. Sie werden spüren, wenn die Sonne Ihr Herz berührt. Das kann eine Wahrnehmung sein, wie ein leichtes Strömen oder ein Wärmegefühl – ein bisschen wärmer als zuvor. Nun stellen Sie sich vor, wie Ihr Herzbereich genau wie die Sonne zu leuchten beginnt.
Den Gruß an die Sonne können Sie bis Ostern wiederholen – sie werden merken, was sich für Sie verändert. Unsere Vorfahren kannten viele Geheimnisse.
Aus der tiefsten Dunkelheit wird das Licht neu geboren – die Weihenacht erinnert uns daran, dass jedes Ende ein Anfang ist. Mit ihr beginnt ein neuer Zyklus im ewigen Rad des Jahres.
Wenn du mehr über die anderen Feste und ihre Bedeutung erfahren möchtest, findest du hier alle Jahreskreisfeste im Überblick:
Die Kraft der Bäume
Stress. Stress. Und nochmals Stress! Egal wo wir uns aufhalten, mit wem wir sprechen, es ist überall das gleiche. Der Stress hält die Menschen in seinen Fängen! So, wie der Stress unsere Aura ins Ungleichgewicht bringt, hilft ein indianisches Baumritual das Gleichgewicht wieder herzustellen.
Stress abbauen mit der Kraft der Bäume: Ein indianisches Baumritual hilft Ihnen dabei. Denn im Einklang mit der Natur gibt es kein Burn-Out! Die Anleitung findest du am Ende des Blogartikels.
Stress und Burn-Out im Schamanismus
Stress kann man als Widerstand gegen das, was gerade geschieht, definieren. Die seit der Urzeit im Menschen konditionierte natürliche Reaktion darauf ist Kampf oder Flucht. Wenn wir uns dem was geschieht, widersetzen, stellt sich unser Inneres auf Kampf oder Flucht ein. Wir werden aggressiv oder depressiv.
Die medizinisch – psychische Diagnose „Burn-Out“, zeigt dann das Ende, der durch den permanenten Stress hervorgerufenen Negativentwicklung an. Ein Betroffener schilderte es mir so: „Eines Tages bin ich am Morgen aufgewacht und ich konnte nicht aus dem Bett aufstehen. Ich hatte keine Kraft mehr. Auf allen Vieren schleppte ich mich auf die Toilette. Meine Frau konnte nur noch den Notarzt rufen. In der Klinik wurde festgestellt, dass alle Organe gesund sind. Ich bekam die Diagnose: Burn-Out. Es dauerte ein Jahr, bis ich wieder voll arbeitsfähig war.“ „Burn-Out“ – Ausgebrannt.
Immer mehr Menschen sind ausgebrannt. Ausbrennen kann nur die Energie. Noch scheut sich die Schulmedizin davor das Energie-Niveau von Lebewesen zu messen, obwohl es technisch möglich wäre. Die Schamanen der Naturvölker und auch unsere Vorfahren hatten das Wissen um die Lebensenergie. Sie nannten das Energiefeld, welches Lebewesen umgibt und durchdringt, Lichtschein, Lichthülle oder Aura.
Wie Stress unsere Aura und dann den Körper krank macht
Die Stressenergien führen zuerst zu einer Überladung der Aura. Es sind unruhige schnell strömende, ja „spitze“ Energieformen. Die Oberfläche der Aura zeigt eine rasend schnell wechselnde, sich heftig bewegende Konsistenz. Es ist der emotionale Widerstand, der in der Aura eine zackig spitze, rasend schnell vibrierende Energie erzeugt. Die Beschaffenheit der Aura ist dann, wie ein vom Sturm aufgepeitschter See. Die Inkas nannten diese Energie „schwere Energie“. Schleichend setzt sich die unausgeglichene Energie im Körper fest. Bald folgen dem Stress Verspannungen in der Muskulatur. Man fühlt sich unwohl. Die geistige Überspannung führt zu weiteren Blockaden im Energiesystem, die sich dann wieder in Form von Verspannungen im Körper festsetzen. Die physischen Folgen von Stress sind hinlänglich bekannt. Bluthochdruck, Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen sind die ersten Anzeichen. Längerfristig folgt dem Stress Lustlosigkeit bis zur Impotenz und Infarkte bedrohen das Leben!
Wird die Stress-Energie nicht entfernt, kann es eines Tages zu einer heftigen Entladung der schweren Energie kommen, ähnlich einem Kurzschluss. Der Mensch brennt aus. Die daraus entstehende Energielosigkeit führt zum Zusammenbruch. Diagnose: Burn-Out!
Stress – Energieausgleich durch die Kraft der Bäume
Auch Naturvölker kannten den Stress. Jahrhundertelang sahen sich mit einer gefährlichen Umgebung konfrontiert. Hungersnöte, wilde Tiere und feindliche Stämme machten Ihnen das Leben ganz schön schwer. Sie hatten Stress! Nur ihr Umgang damit war ein anderer. Sie wussten, wenn sie unausgeglichen auf die Jagd gingen, trafen sie das Wild nicht. Wenn sie ihrem Stress nicht Herr wurden, konnte das die ganze Sippe gefährden. So entwickelten sie Methoden, um ihre Energien ins Gleichgewicht zu bringen.
Man braucht nicht viele Grundkenntnisse in Schamanismus, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Vergleichen wir unser körpereigenes Energiesystem mit der Elektrizität, so ist es nur logisch, dass man Überspannungen wieder abbaut. Um Stressenergien abzubauen muss diese unruhige, schwere Energie aus der Aura entfernt werden. Nach der Entfernung wird die Aura mit ruhiger, leichter Energie aufgeladen.
Und: Jeder von uns der nach einem Stress – geladenen Tag einen Waldspaziergang machte, hat wahrscheinlich schon die beruhigende Wirkung von Bäumen körperlich erfahren. Die Bäume helfen die Energien der Menschen umzuwandeln.
Anleitung zu einer Kraftübung der Cree- Indianer
Machen Sie einen gemütlichen Spaziergang im Wald.
An einem schönen Platz machen Sie halt und ruhen sich aus. Nehmen Sie die Umgebung mit allen Sinnen wahr. Hören Sie das Gezwitscher der Vögel, das Rauschen des Windes. Riechen Sie die gute Waldluft.
Sobald Sie eine beruhigende Wirkung spüren, schließen Sie die Augen und genießen die Ruhe. Nach einer Weile formulieren Sie innerlich die Absicht einen Baum zu finden, der Ihnen hilft, Ihr Energiefeld ins Gleichgewicht zu bringen.
Achten Sie einfach auf Ihr Gefühl. Intuitiv spüren Sie, in welche Richtung Sie gehen sollen. Dann gehen Sie los. Ein Baum in Ihrer Umgebung wird Ihre Aufmerksamkeit anziehen. Gehen Sie darauf zu. Sie werden wissen, das ist der richtige Baum. Gehen sie zum Baum hin und lehnen sich an den Baum. Oder Sie umarmen ihn. Bleiben Sie einfach ein zwei Minuten so stehen und spüren die Kraft, die Energie des Baumes.
Dann bitten Sie das Baumwesen, dass es Ihnen hilft die Stressenergien abzuleiten. Sie spüren genau, wann es soweit ist. Stellen Sie sich vor, wie sich Ihre Energie bis hinunter zu den Wurzeln und darüber hinaus, bis tief in die Erde hinein, ausdehnt. So, als ob die Wurzeln des Baumes zu Ihren eigenen Wurzeln würden.
Und dann stellen Sie sich vor, dass all Ihre Stress – Energie in die Erde abfließt. Die Erde nimmt Ihnen die schwere Energie ab und transformiert die Energie. Dazu brauchen Sie gar nichts zu tun, als einfach Ihre Gedanken schweifen lassen. Lenken Sie Ihre bewusste Aufmerksamkeit auf den Stress der vergangenen Tage. Und stellen sich vor, wie die Stressenergien über die Wurzeln abfließen. Es entsteht ein Austausch. So wie der Baum über die Wurzeln Nährstoffe aufnimmt, so können Sie sich vorstellen, dass Sie über die Wurzeln die reine leichte Energie der Erde in Ihre Aura aufnehmen. Das machen Sie solange, bis sie sich so richtig wohl fühlen.
Dann bedanken Sie sich beim Baumwesen für die Unterstützung. Wenn Sie möchten, lassen Sie dem Baum eine kleine Opfergabe, wie ein paar Getreidekörner, etwas Süßes oder eine Prise Tabak da. Beenden Sie die Übung, indem Sie sich vom Baum verabschieden!
Sinnvoll ist es, diese Übung zu wiederholen. Immer wenn Sie im Wald sind, oder auch bei einem kraftvollen Baum in Ihrem Garten. Sie werden feststellen, dass dieses einfach zu praktizierende Ritual eine stark positive Auswirkung auf Ihr Befinden und damit auf die energetische Konsistenz der Aura hat.
So wie die Bäume ihre Kraft aus Wurzeln und Licht schöpfen, so finden auch wir Heilung in der Verbindung zwischen Erde und Seele.
Mit dem Einstiegsmodul Shaman Practitioner I – Vision-Seelenkraft-Heilung lernst du, diese Kräfte in dir zu entdecken und bewusst zu leben.
Der Erleuchtung auf der Spur
Das dritte Auge. Ein Symbol für die Kraft der Zirbeldrüse, die materielle Schnittstelle zur Seele.
Erfahre in einer Anleitung am Ende dieses Blogartikels, wie du eine Meditation zur Aktivierung des dritten Auges durchführen kannst.
Die Zirbeldrüse und das dritte Auge
Die Zirbeldrüse, die Glandula Pinealis ist ein kleines zapfenförmiges Organ in unserem Gehirn. Genauer gesagt an der Hinterwand des dritten Ventrikels über der Vierhügelplatte. Zudem ist sie mit dem Stammhirn verbunden, dem evolutiv allerältesten Teil unseres Hirns. Schon in der Antike entdeckten Heilkünstler (wie zum Beispiel Erasistratos von Keos oder Herophilos von Chalkedon) die Zirbeldrüse. Beide glaubten dass die Zirbeldrüse etwas mit unseren Erinnerungen zu tun haben könnte. Auch Galen, ein Arzt aus dem antiken Griechenland war dieser Ansicht. Weiteres wusste er bereits dass die Zirbeldrüse sehr oft verkalkt. Dies führt dazu, dass sie in ihrer Funktion beeinträchtigt ist.
René Descartes, Vater der Rationalisten sagte über die Zirbeldrüse, dass dort „die Seele ihre Funktion spezieller ausübt als in jedem anderen Teil des Körpers“. Aber egal ob René Descartes, die antiken Kulturen, die Mysterien, die Alchemisten, die Oberhäupter verschiedener Religionen, oder die Freimaurer; alle wussten um die Besonderheit dieses Organs für die spirituelle Welt. Sieht man genau hin, erkennt man viele Symbole die auf dies hindeuten. Nur um eines zu nennen: der Ein- Dollar-Schein der Amerikaner. Auf ihm ist auf der Rückseite das Auge des Horus abgebildet, ein freimaurerisches Zeichen. Es ist das „dritte Auge“, ein Symbol für die Kraft der Zirbeldrüse. Alle diese Institutionen, Kulturen und Menschen wussten, dass die Zirbeldrüse die materielle Schnittstelle des Geistes zum Unterbewusstsein und Unbewussten ist.
Die Zirbeldrüse als Vermittler zwischen Körper und Seele
Heute weiß man, aus wissenschaftlicher Sicht, dass die Zirbeldrüse für die Melatoninproduktion verantwortlich ist. Wenn es Tag ist, wird diese Produktion durch einen komplexen Weg an Signalen gehemmt. In der Nacht, steigt der Melatoningehalt im Körper an, am Tag nimmt er ab. Zuviel oder zu wenig Melatonin kann Schlafstörungen und Depressionen verursachen. Auch für den Jetlag, bei langen Reisen in eine komplett andere Zeitzone ist Melatonin verantwortlich. Somit ist Melatonin das Hormon das den Tag- und Nachtrhythmus des Menschen steuert.
Melatonin, gemeinsam mit der Zirbeldrüse reguliert andere Hormondrüsen, genauso wie den Sympathicus. Das ist ein Teil unseres Nervensystems. Ist dieses aktiviert, wird der Blutdruck niedriger, der Herzschlag langsamer, der Mensch hat keinen Stress, er ist entspannt. Darüber hinaus beugt Melatonin Krebs vor, es stärkt das Immunsystem und schützt somit indirekt vor Viren, Bakterien und anderen Keimen.
Was unterschiedliche Kulturen über die Zirbeldrüse wussten
Edgar Cayce, ein amerikanischer Mystiker, beschäftigte sich schon vor 60 Jahren mit der Zirbeldrüse. Heute beschäftigen sich unendlich viele Wissenschaftler damit. Die Zukunft wird zeigen, ob dieses Thema endlich die große Kluft zwischen spirituellen Mysterien und der Wissenschaft zum Teil – vielleicht sogar ganz – schließen kann.
Aber nicht nur in den oben genannten Kulturen und auf dem europäischen Teil der Erde war die Zirbeldrüse bekannt, auch der Osten beschäftigte sich damit. Im Hinduismus und Buddhismus ist die Zirbeldrüse ein Teil des 6. Chakras. Die Taoisten bezeichnen sie als Kristallpalast. Die yogischen Texte aus Indien sprechen, wenn sie von der Zirbeldrüse reden vom „Dritten Auge“. Als Kind ist dieses Auge geöffnet. Kinder haben Zugang zu mehreren Bewusstseinsstufen, sie haben imaginäre Freunde, für sie ist das Tor zur Anderswelt geöffnet. Aber mit der Zeit, spätestens wenn in der Pubertät, schließt sich dieses „Auge“, dieses Tor zur Anderswelt und bleibt bei die meisten für immer verschlossen. Man kann wirklich von einem Auge reden, denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Zirbeldrüse ein dem physischen Auge ähnliches Gewebe besitzt.
Prana und Qi: Ein feinstofflicher Energiewirbel des Scheitelchakras
Die Aktivierung der Zirbeldrüse ist der Schlüssel verschiedene Bewusstseinssphären zu öffnen, wieder wie ein Kind Zugang zu anderen Welten erlangen. So sagte auch Jesus: Amen, das sage ich euch, wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen(Mt 18,3).
Manche im Osten lehren, dass ein feinstofflicher Energiewirbel von unserem Scheitelchakra oder Kronenchakra die Zirbeldrüse erreicht und ihr die Energie des Lebens zuführt. Diese Energie ist in Indien als Prana, in China als Qi, bekannt. Pranaenergie steuert das Leben, die Lebensprozesse, ohne Prana wäre kein Leben möglich. Haben wir genug Prana in unserem Körper leben wir in Harmonie mit der Umwelt. Wir sind ausgeglichen, lebensfroh, gesund und voller Energie. Haben wir zu wenig Prana im Körper leiden wir unter Disharmonie. Wir sind gestresst, alles raubt uns das letzte bisschen Energie, das wir noch aufbringen können, wir erleben Misserfolge, Verluste, sind abhängig von Sex, Alkohol, Menschen, Drogen… , oder depressiv und überhaupt nicht im Einklang mit der Umwelt. Prana wird allein durch die Steuerung der Lebensprozesse verbraucht. Das klingt schlimmer als es ist, denn durch unseren Atem, über das Scheitelchakra, die Zirbeldrüse und Nahrung führen wir Prana unserem Körper wieder zu. In manchen Situationen, wenn wir zum Beispiel eifersüchtig sind, neidisch oder von einer Krankheit genesen, brauchen wir mehr Prana als im „normalen“ Zustand. Je mehr Prana wir speichern, desto mehr können wir Krankheiten, Disharmonie und allem Schlechten vorbeugen, oder sind zumindest gewappnet dafür, wenn sie eintreffen.
Ambrosia – Der Nektar der Götter
Die Zirbeldrüse besitzt noch eine ganz besondere Fähigkeit, die für die Menschen, und für das Bewusstsein des Menschen von höchster Bedeutung ist. Sie ist in der Lage ein wachs- und opiumähnliches Sekret auszuschütten, das in keiner Weise mit sonstigen Sekreten aus dem Körper vergleichbar ist. Alte Schriften nennen das Sekret Amrita, Nektar der Götter, Ambrosia, Wasser des Lebens oder Soma.
Hat man dieses Sekret einmal selbst produziert, soll anscheinend, das wird von indischen Gurus berichtet, jeder in Berührung mit der Glückseligkeit kommen.
Und es geht noch eine Stufe höher! Jedem, der dieses Sekret produziert wird Erleuchtung und Unsterblichkeit zu Teil. Unsterblichkeit wird diesbezüglich so aufgefasst, dass derjenige vom Zyklus von Tod und Wiedergeburt befreit ist.
Die Wörter Amrita, das so viel bedeutet wie Elixier der Unsterblichkeit, oder Ambrosia (Speise der Götter) weisen schon allein in ihrem Namen auf die Unsterblichkeit hin. Die Glücklichen, die dieses Gefühl schon einmal erleben durften beschreiben nicht selten ein Licht, das heller als die Sonne ist. Auch ein Zeitlosigkeitsgefühl kommt öfters vor. Weiteres wird dieser Zustand als sehr berauschend, ekstatisch und überaus euphorisch beschrieben.
Oft ist es so, dass die Wissenschaft das gleiche unter anderem Namen kennt, aber die Beziehung zur Mystik nicht herstellen will. So mag es auch sein, dass auch die Wissenschaft einen Namen für dieses unglaubliche Sekret hat. Nämlich Pinolin. Die Wissenschaftler wissen wahrscheinlich nicht, dass ihr Pinolin, das Amrita und Ambrosia der Mystik ist. Die Wissenschaft weiß nur, dass genau in dem Moment die Träume beginnen, in dem Pinolin mit Serotonin chemisch reagiert. Vielleicht hat die Wissenschaft mit Pinolin den Schlüssel zur Erleuchtung gefunden?
Die Zirbeldrüse und das Öffnen des dritten Auges
Es gibt einige Wege, das dritte Auge wieder zu aktivieren, also magische oder mystische Kräfte zu entwickeln und die Pforte in die Anderswelt, in die Welt die mit den normalen Augen nicht sichtbar ist zu öffnen. Dort treffen wir vielleicht unseren imaginären Freund aus der Kindheit wieder, der sich beim Erwachsenen als Geistführer zu erkennen gibt.
Viele spirituelle Schulen beschäftigen sich mit Übungen, welche die Zirbeldrüse stimulieren, um die darin latent vorhandenen paranormalen Kräfte zu aktivieren.
Yogische Übungen versuchen die Zirbeldrüse dahingehend zu aktivieren, um die „mystische Schlangenkraft“ oder Kundalini hervorzurufen. Diese liegt im unteren Bereich der Wirbelsäule. Schafft man es, diese Kraft bis in die Zirbeldrüse hinaufzubekommen, folgt darauf die Erleuchtung.
Die Rosenkreuzer, Mitglieder eines geheimen mystischen Ordens, führen Übungen aus, in denen sie die Zirbeldrüse stimulieren und gleichzeitig den Astralkörper von ihrem Körper trennen. Die beiden Körper bleiben durch eine „Silberschnur“ verbunden. Auch im Schamanismus lernt der Schamane mit seinem Geistkörper seinen physischen Körper zu verlassen und in die anderen Welten zu reisen, um dort seine Geistführer zu treffen.
In der Meditation zum Beispiel sollte man sich auf das Zentrum der Stirn, zwischen den Augen, konzentrieren. Um dies zu erleichtern, stellen Sie sich zwei Linien vor. Die eine geht von vorne nach hinten, also von der Stirn zum Hinterkopf, die andere geht von einem Ohr zum anderen. Im Kreuzpunkt ist die Zirbeldrüse.
Meditation zur Aktivierung des dritten Auges
Sind Sie neugierig geworden? Dann können Sie folgende Meditation zur Aktivierung des dritten Auges versuchen:
Setzen Sie sich aufrecht in Meditationshaltung hin. Entspannen Sie sich. Beobachten Sie Ihren Atem, bis Sie ruhig geworden sind. Dann stellen Sie sich am unteren Ende der Wirbelsäule ein helles Licht vor. Immer beim Einatmen ziehen sie das Licht über die Wirbelsäule bis in den Kopf, genau dorthin, wo sich die oben beschriebenen Linien kreuzen. Dann atmen sie wieder langsam aus. Während des Ausatmens halten Sie das Licht im Kopf konstant. Beim Einatmen ziehen Sie wieder Licht über die Wirbelsäule hoch. Visualisieren Sie, dass das Licht genau in dem Bereich immer mehr wird. Mit jedem Einatmen wird das Licht im Kopf heller. Das praktizieren Sie solange Sie Lust dazu haben. Oft sind die einfachsten Meditationen, regelmäßig angewandt die wirkungsvollsten. Vielleicht bis zur Erleuchtung.
Die Aktivierung des dritten Auges öffnet uns für neue Ebenen der Wahrnehmung – sie ist ein Tor zur inneren Führung und Klarheit.
Im Lehrgang IV – Shaman Rituals vertiefst du genau diese Verbindung zwischen Bewusstsein, Seele und gelebter Schamanenkraft.
Der Tod ist nicht das Ende
Alle Menschen haben Angst vor dem Tod. Es ist ein so schrecklich endgültiges Ereignis, dass er verdrängt wird, wo es nur geht. Sterbende werden abgeschoben in die Sterbezimmer der Krankenhäuser. Operativer Verjüngungswahn versucht dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Aber er ist das Schicksal, das jeden Menschen ereilt. Das Ende des physischen Lebens. Doch was ist danach?
Der Tod aus spiritueller Sicht
Technokraten und Materialisten antworten darauf: Nichts. Hirnwissenschaftler versuchen uns weis zu machen, dass alles im Hirn entsteht. Wenn das Hirn aussetzt ist es vorbei. Schluss. Ende. Berichte von Menschen, die klinisch tot waren und wiedergekommen sind, werden als Phantasiegespinst abgetan. In unserer technischen Welt wird die nicht sichtbare, andere Welt verdrängt. Und das umso massiver, je „fortschrittlicher“ unsere Medizin und Technik wurde.
Spirituelle Menschen empfinden das anders. Ein Fühlen, eine innere Stimme, die rebelliert gegen die Ansicht der Technokraten, teilt sich mit und sagt. „Nein, da geht es weiter“! Die Religion sagt ja auch, dass es weiter geht? Aber woher soll man denn wissen wie? Ist ja noch niemand zurückgekommen. Falsch! Genügend Seelen kommen zurück und teilen sich mit! Ja aber, die kann ja niemand sehen? Doch! Schamanen können!
Und was für einen Zweck soll das haben? Das hängt vom Anliegen der Angehörigen ab. Manche wollen einfach nach dem Verlust eines lieben Menschen nochmals Kontakt haben. Unbereinigtes klären. Ein anderes Anliegen kann sein, die Seele des Verstorbenen an den richtigen Platz zu bringen. Viele Menschen berichten nach dem Ableben eines Angehörigen vom Gefühl, dass der Verstorbene noch im Hause ist. Vielen macht das Angst. Eine Angst, die nicht sein müsste, wenn in unserer Kultur der Tod nicht so verdrängt würde. In solchen Fällen versetzt sich der Schamane in Trance. Seine Seele verlässt den Körper. Er begibt sich zur Seele des Verstorbenen. Begleitet den Verstorbenen dorthin, wo es der Seele gut geht, wo sie sich weiter entwickeln kann.
Das Sterben als spiritueller Prozess
Sterben kann man als Prozess verstehen, bei dem sich die Seele vom Körper trennt. Das Loslassen des Körpers ist nicht immer einfach, hat er doch der Seele das Leben in der Materie und damit eine Weiterentwicklung ermöglicht. Die Trennung wird von der Seele als der größte Verlust empfunden, muss die Seele doch den Körper für immer aufgeben. Um diesen Ablösungsprozess zu erleichtern begleitet der Schamane die Sterbenden. Damit die Seele in Ruhe gehen kann, ist es wichtig alles geregelt zu haben. Schmerzlich ist für den Sterbenden, wenn er sich nicht mehr von seinen Lieben verabschieden kann. Und sehr wichtig für das Loslassen ist, dass sich die Lieben vom Sterbenden verabschieden. Wenn sie ihn vielleicht sogar ermuntern, dass er loslassen kann, fällt es ihm leichter den letzten Weg anzutreten. Hilfreich dabei ist auch, wenn die Verwandten am Sterbebett das Leben des Sterbenden würdigen.
Die besondere Arbeit des Schamanen im Sterbeprozess ist hier seine Mittlerfunktion zwischen der physischen Welt und der Anderswelt. Meist sind Sterbende nicht mehr in der Lage selbst mit den Angehörigen zu sprechen. Manchmal weil der Sterbende zu schwach ist, manchmal weil der Tod sehr plötzlich gekommen ist. In so einem Falle nimmt der Schamane Kontakt zur Seele des Sterbenden auf und kann so als Übermittler den Angehörigen noch hilfreiche Hinweise geben. Dabei handelt es sich in der Regel um emotionelle Wünsche des Sterbenden. Oft benötigt der Sterbende auch noch einen letzten Dienst, um den Weg ins Jenseits antreten zu können.
Unruhe der Seele nach dem Tod
Viele Verstorbene irren unglücklich umher, weil sich aus Unwissenheit niemand um das Heil der Seelen kümmert. Nicht immer haben die Menschen das Glück in Frieden im Bett zu sterben. Manchmal kommt der Tod, durch einen Unfall, durch einen Schlaganfall völlig unerwartet. In solchen Fällen kann der Schamane der Seele helfend beistehen. Der Schamane begibt sich auf Seelenreise in die Anderswelt. Mit Hilfe seines Krafttiers oder anderer Helfer macht er sich auf die Suche nach der Seele des Verstorbenen. Hat er den Kontakt hergestellt, erkundet der Schamane zuerst in welchem Zustand sich die Seele befindet. Hat sie den Weg ins Jenseits an ihren richtigen Platz bereits angetreten ist keine weitere Aktion nötig. Manchmal ist die Seele jedoch in einem Schockzustand. Der Schockzustand kann bedeuten, dass die Seele gar nicht registriert hat, dass der physische Tod eingetreten ist.
Manche Seelen empfinden nach dem Verlassen des Körpers eine spontane Gesundung. Sie freuen sich dass sie wieder gesund sind. Und übersehen dabei, dass sie den physischen Körper verlassen haben. Sie wundern sich, dass die Angehörigen nicht auf sie achten. Hier liegt es auch am Schamanen die Seele zu überzeugen, dass sie nicht mehr bei den Lebenden im Hause wohnen bleiben kann. Manche Verstorbene beharren auf ihrem Recht, weil es ja „ihr Haus ist“.
Einmal machten wir in einer Gruppe eine Seelenreise für die verstorbenen Großeltern eines Teilnehmers. Die Großeltern hatten sich nach dem physischen Tod im Jenseits gefunden, unterlagen aber beide der Illusion noch zu leben. So lebten die beiden in einem nicht ganz glücklichen Seelenzustand und wiederholten ihr Erdenleben. Beide merkten gar nicht, dass sie nicht am richtigen Platz waren. Erst durch die Seelenreise des Teilnehmers erkannten die beiden den Irrtum, dem sie schon seit ihrem Tode unterlagen. Es war rührend, als der Teilnehmer berichtete, wie er seine Großeltern an den für sie richtigen Platz führen konnte und die beiden endlich richtig glücklich waren.
Die Furcht vor dem Tod
Die Menschen fürchten sich vor dem Sterben. Auch wenn die Zeit gekommen ist, hält die Angst vor dem „Danach“ die Seele oft unnötig lange zurück. Sie können nicht gehen. Die Seele hat den Körper schon verlassen und geht dorthin zurück wo sie wohnte. Weil sie Angst hat vor dem Unbekannten. Weil sie nicht weiß wohin. Niemand hat es ihr während des Lebens gesagt.
In nativen Kulturen werden die Sterbenden von den Schamanen auf den Weg der Seele vorbereitet. Schamanen kennen die Ungewissheit des Todes nicht! Die Schamanen kennen die andere Welt, sie sind mit dem Jenseits vertraut. Durch ihre eigenen Astral-Reisen in die Anderswelt wissen sie, wo die Wohnstätten der Verstorbenen sind und kennen den Weg dorthin.
Am Sterbebett reist der Schamane in die Anderswelt und erkundet den Weg der Seele nach dem Tod für den Sterbenden. Stellt genau fest, welche Stationen die Seele nach ihrem letzten endgültigen Körperaustritt durchlaufen wird. Von seiner eigenen Reise zurückgekommen, teilt der Schamane das Ergebnis dem Sterbenden mit. Genau beschreibt er ihm, welche Stationen auf ihn warten und wie der Weg verläuft. Der Sterbende erfährt den Weg, den die Seele gehen wird. Der Schamane schildert ihr auch den Platz, an den die Seele nach ihrem Tod gelangt. Manchmal trifft der Schamane bei dieser vorbereitenden Reise auch auf verstorbene Angehörige des Sterbenden. Die vorangegangenen Angehörigen holen die Seele ab, um sie liebevoll zu empfangen. Wenn Sterbende das hören, verlieren diese die Angst, die Seele kann sich auf die Reise aus der Materie in die Anderswelt einstellen und in Frieden gehen. Es ist dabei gar nicht wichtig, ob die Sterbenden noch bei Bewusstsein sind. Auch wenn sie das Bewusstsein schon verlassen hat, kann die Seele den Bericht hören. Falls der Tod schon eingetreten ist, die Seele aber noch beim Körper verweilt, kommuniziert der Schamane direkt mit der Seele und beschreibt ihr den Weg.
Würden wir unsere Lieben nach Art der Schamanen durch den Tod begleiten, könnten wir Ihnen viel Unheil im Jenseits ersparen. Denn der Tod ist nicht das Ende!
In der schamanischen Sichtweise ist der Tod kein Ende, sondern ein Übergang – ein Wechsel der Form, nicht des Seins.
Wenn du diese Zusammenhänge tiefer verstehen und lernen möchtest, wie du Menschen in solchen Übergängen begleiten kannst, findest du im Einstiegsmodul Shaman Practitioner I – Der Tod ist nicht das Ende, tiefgehende Erfahrungen.
Kontakt mit den Ahnen
Jeder Mensch besitzt Vorfahren. Die nächstliegenden sind unsere Eltern. Die Großeltern nehmen oft eine besonders wichtige Stellung ein. Kinder und Großeltern leben häufig in einer innigen liebevollen Verbindung. Doch dann kommt der Tag wo sich die Oma oder der Opa für immer verabschiedet. Sie gehen den Weg alles Lebenden. Was dann?
Erfahre in einer Anleitung am Ende dieses Blogartikels, wie du deine Ahnen in einem einfachen Kerzenritual kontaktieren kannst.
Schamanen und ihr Kontakt mit den Ahnen
Oma und Opa bleiben vielleicht eine Zeit lang in Erinnerung. Es ist nicht mehr üblich und gebräuchlich, den Ahnen die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. begrenzt auf wenige Tage im Jahr, wie Allerheiligen, wird ihrer gedacht. Man sucht die Gräber auf, spricht über sie. Religiöse Menschen sprechen ein Gebet für die Seele, weniger religiöse leiden unter der Vorstellung, dass der Körper langsam verfault und denken mit Entsetzen an das eigene Alt werden und den unvermeidlichen Tod. Schnell verdrängt man diese Gedanken wieder und lenkt sich mit Alltäglichem ab.
In schamanischen Kulturen ist das anders. Dort werden die Ahnen nicht nur verehrt, sondern die Schamanen nehmen auch nach deren irdischen Tod Kontakt zu Ihnen auf.
Kontakt zu den Verstorbenen nach dem irdischen Tod
Es gibt sicherlich viele Gründe, warum wir mit unseren verstorbenen Ahnen Kontakt pflegen sollten.
Natürlich nicht einfach nur so, um mit der verstorbenen Großmutter zu sprechen. Die wichtigste Intention nach dem Ableben ist es, den Lebenden und den Verstorbenen zu helfen. Unmittelbar nach dem Tod ist es notwendig den Verstorbenen in Ruhe gehen zu lassen. Wenn Verstorbene hinüberkommen, dann brauchen sie eine Zeit der Orientierung. Das war (ist?) auch in unserer Kultur der Grund für das Trauerjahr. In dieser Zeit brauchen die Verstorbenen unsere liebevolle Zuwendung – Gebete, die den Abschied erleichtern – und vor allem das Loslassen!
Schamanen helfen beim Loslassen
Ein Nicht-Loslassen-Können von lieben verstorbenen Angehörigen, hilft ihnen nichts, sondern schadet ihnen nur. Dazu gehören vor allem zwanghafte Kontaktversuche. Da jeder intensive gefühlvolle Gedanke von den Verstorbenen als Kontaktversuch wahrgenommen wird, zählen Vorwürfe wie „…warum hast du mich verlassen?“ oder „…ich brauche dich ja so!“ zum Schlimmsten, was wir den Seelen unserer Lieben antun können. Zeichen für das Nicht-Loslassen-Können sind ein übertriebenes Festhalten an allem, was den Verstorbenen in der häuslichen Umgebung präsent sein lässt. Das können Gegenstände sein oder kleine familiäre Rituale, die auch nach dem Ableben praktiziert werden, wie wenn der Verstorbene noch leben würde.
Die emotionale Verbindung kann so starksein, dass der Verstorbene nicht in das Totenreich hinüberwechseln kann. Er bleibt dann in einem Zwischenzustand hängen. Spukgeschichten, auch heute noch mit leicht gruseliger Sensation hinter vorgehaltener Hand erzählt, geben Zeugnis davon, dass die Toten oft nicht den Weg ins Jenseits finden. Mit Klopfzeichen im verschlossenen Schrank, ohne äußeren Anlass klirrenden Gläsern oder mit einem Windhauch im absolut windstill verschlossenen Raum machen sich „Gespenster“ bei den Lebenden bemerkbar.
In solchen Fällen helfen Schamanen diese unguten Verbindungen zwischen Lebenden und Toten zu trennen und leiten die Verstorbenen an den richtigen guten Platz im Jenseits! Die erste Kontaktaufnahme eines Schamanen mit Verstorbenen erfolgt in erster Linie mit der Absicht, den Verstorbenen zu helfen, die Erde in einem guten Zustand zu verlassen.
Verstorbene helfen den Lebenden
Sobald der Schamane weiß, dass der Verstorbene an seinem richtigen Platz ist und sich eingelebt hat (das dauert so ca. ein Jahr) kann eine andere Form der Kontaktaufnahme erfolgen. Denn Ahnen können uns vieles erzählen. Wir können uns Informationen geben lassen über altes Wissen, über das Leben im Jenseits, oder anderes Wissen, das verloren gegangen ist. Solche Kontakte sind sehr aufschlussreich. Denn sie überzeugen uns auch von der Unsterblichkeit der Seele!
In vielen Kulturen fungieren die Ahnen auch als Ratgeber in Lebensfragen und Beschützer der Lebenden. In alten Kulturen wurden die Toten von speziell ausgebildeten Priestern um Rat befragt. Das ist auch heute noch möglich. Schamanen verlassen dazu den Körper und reisen in die Welt der Geister, an den Ort wo die Ahnen leben. Und die Ahnen freuen sich wenn sie Besuch bekommen. Sie erhalten in der heutigen Zeit in der Regel nur wenig Aufmerksamkeit. Wenn wir sie um Hilfe bitten, sind sie gerne bereit uns im Leben zu unterstützen. Oft tun dies die Ahnen sowieso schon von sich aus. Nur die Menschen haben verlernt mit diesen Mysterien umzugehen. In Träumen melden sie sich häufig. Jeder – auch wer das schamanische Reisen nicht beherrscht – kann die Ahnen bitten, in den Träumen Kontakt aufzunehmen.
Ritual zur Kontaktaufnahme mit den Ahnen
Die wichtigste Voraussetzung ist eine würde- und respektvolle innere Einstellung.
Wer einen wiederholten Kontakt herstellen möchte, richtet sich am besten eine kleine Nische, einen kleinen persönlichen Altar her. Auf den Altar kommen je nach religiöser Einstellung passende Gegenstände, ein paar Opfergaben, frische Blumen und ein paar Fotos von den Ahnen – vielleicht sogar ein Familienfoto aus alten Zeiten, das mehre Ahnen zeigt.
Zur Vorbereitung zünden Sie eine Kerze an und bitten die himmlischen Helfer (ja nach religiöser Vorstellung – Engel, Heilige, Krafttiere) um Schutz und Beistand für die Kontaktaufnahme. Danach setzen oder legen Sie sich in stiller Haltung hin und warten bis Sie innerlich ganz ruhig werden. Am einfachsten ist es, sich eine Zeit lang nur auf den Atem zu konzentrieren. Sobald der Atem ruhig ist und man selbst ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit spürt, ist man für den Kontakt bereit.
Dann rufen Sie innerlich – bittend – nach einem Ahnen aus der Ahnenreihe, der bereit ist, über den Verstorbenen Auskunft zu geben. Wichtig ist, dass man nicht sofort einen Verstorbenen direkt kontaktiert, da dieser ja vielleicht noch nicht am richtigen Platz ist. Bleiben Sie offen, wer sich zeigt. Warten Sie bis Sie mit geschlossenen Augen dann vor dem geistigen Auge eine Person wahrnehmen. Warten Sie bis Sie die Person deutlich mit Details (Frisur, Kleidung, besondere Kennzeichen, etc.) vor ihrem geistigen Auge erscheint. Das ist der Ahne, der bereit ist Auskunft zu geben. Der Kontakt ist hergestellt. Danach können Sie, wie oben beschrieben, Fragen stellen. Fragen und Antworten erfolgen rein geistig, es ist wie, wenn wir gedanklich ein Selbstgespräch führen. Allerdings verselbständigen sich die Antworten und sind meist auch von Bildern, ähnlich dem Tagträumen, begleitet.
Zum Abschluss bedanken Sie sich und verabschieden sich von Ihrem Ahnen. Danach kehren Sie mit einer Bewegung und einem tiefen Atemzug wieder in den normalen Wachzustand zurück und beenden das Ritual.
Unsere Ahnen sind Teil unseres Weges – sie leben in unseren Zellen, unseren Träumen, unserem Herzen. Wenn du spürst, dass der Kontakt zu den Ahnen dich ruft und du verstehen möchtest, was jenseits des Sichtbaren wirkt, dann ist das Einstiegsmodul Shaman Practitioner I – Der Tod ist nicht das Ende, dein nächster Schritt auf diesem Weg.
Krafttiere
Der Kontakt zu Wesenheiten aus der Anderswelt ist essentiell für die Arbeit eines Schamanen. Krafttiere dienen Schamanen als Begleiter und Beschützer. Die Tier-Geist-Wesen verleihen ihre Kraft und sind somit unschätzbar-wertvolle Verbündete bei der Ausübung von Ritualen und Heiltechniken.
Krafttiere im Schamanismus – Helfer aus der spirituellen Welt
In der Welt des Schamanismus nehmen Krafttiere eine ganz besonders wichtige Stellung ein. Als Begleiter und Beschützer stehen die Tier-Geist-Wesen den ihnen verbundenen Menschen bei der Bewältigung alltäglicher Probleme bei und bieten Hilfe und Rat in schwierigen Situationen an. Die Geistwesen in Tiergestalt werden von schamanischen Kulturen als spirituelle Wegbegleiter oder gar Seelengefährten angesehen und unterstützen Schamanen bei der Ausübung vieler schamanischer Traditionen und Riten. Darum ist es für Schamanen wichtig zu erlernen, wie man sein Krafttier findet und wie man es anruft oder sich mit seiner Kraft verbindet. Auch wenn die Bedeutung von Krafttieren in unterschiedlichen schamanischen Völkern mitunter variiert, so unterhalten all traditionellen Schamanen eine enge Beziehung zu ihren tierischen Geisthelfern. In der Schamanismusausbildung an unserer Akademie machen wir uns bereits im ersten Modul des ersten Lehrgangs auf die Suche nach unseren Krafttieren und nutzen ihre Unterstützung bei der Durchführung schamanischer Praktiken. Darüber hinaus hilft ein Totemtier, sich selbst besser kennenzulernen und innere Balance zu erlangen.
Was kann ein Krafttier für uns tun?
Ein spiritueller Schutzgeist tritt nur dann in das Leben eines Menschen, wenn er ihm zugetan ist. Er kann dir als Helfertier in einer bestimmten Situation beistehen oder dich als Krafttier dauerhaft begleiten und eine tiefe Verbindung zu dir aufbauen. Viele native Völker gehen sogar davon aus, dass Menschen, die ihre Verbindung zu ihrem Krafttier und somit zur geistigen Welt verloren haben, darunter leiden. Denn erst durch die Verbindung zu einem persönlichen Krafttier findet man innere Balance, überwindet Blockaden und lernt zu seinen innigsten Empfindungen vorzudringen. Wann immer man Kraft benötigt, kann ein tierisches Geistwesen wohltuende Energien freisetzen, so dass man umgehend ruhiger wird. Sind wichtige Entscheidungen zu treffen, so kann ein Krafttier mit seiner Weisheit beistehen. Im Schamanismus ist das Krafttier zudem das Bindungsglied zur Geisterwelt und führt uns in der Anderswelt. In manchen indianischen Stämmen riefen Schamanen tierische Geistwesen, um sich ihre Eigenschaften und Stärken anzueignen. Auf diese Weise versuchten sie mit dem Tier eins zu werden.
Alte Völker auf der ganzen Welt glauben an die schützende Macht und Weisheit von Krafttieren
Tieren wurden in vielen Kulturen der Erde heilende oder stärkende Kräfte zugesprochen, darum findet sich der Ursprung der Krafttier-Anrufung auch in unterschiedlichsten Völkern und Religionen wieder. Alte Völker in Nordamerika, Sibirien und der Arktis glaubten bereits an Schutzgeister in Form von Tiergestalten. Auch in Südamerika, Australien und Afrika glaubte man daran, sich mit Tiergestalten aus der Geisterwelt verbinden zu können, um von ihren Eigenschaften und ihrer Weisheit zu profitieren. In vielen Kulturen werden Krafttiere als Führer in der jenseitigen Welt angesehen, die es einem Schamanen ermöglichen, sich in der Anderswelt zurechtzufinden, wenn er auf Seelenreise ist. Oft unterstützen Krafttiere Schamanen auch bei der Heilung von Krankheiten oder bei der Durchführung von Ritualen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Schamanen viel auf sich nehmen, um den Schutz von Krafttieren zu erlangen. Indianische Stämme aus Nordamerika begeben sich fastend für 4 Tage auf einen Berg, um mithilfe einer Visionssuche ihr Geistwesen in Tiergestalt zu entdecken. Im peruanischen Dschungel leben Schamanen, die spezielle Pflanzen zu sich nehmen, um sich mit ihren tierischen Geisthelfern zu verbinden, während die Samen aus Nordeuropa und viele afrikanische Stämme rhythmischen Tanz oder Trommelklänge dazu nutzen, um mittels Trance Kontakt zu den Krafttieren aufzunehmen.
Krafttiere und ihre Bedeutung in unserer Schamanismusausbildung
Da unsere schamanischen Lehrgänge sehr praxisorientiert sind, legen wir großen Wert darauf allen Teilnehmern beizubringen ihre Krafttiere zu finden und in einen engen Austausch mit ihnen zu treten. Da wir von Schamanen auf der ganzen Welt unterwiesen wurden, geben wir ein sehr vielschichtiges Wissen und Verständnis über Geisterwesen in Tiergestalt weiter. Bereits im ersten Modul des ersten Lehrganges widmen wir uns Ritualen, die das Krafttier in der physischen Welt handeln lassen.
Der Adler
Der Adler symbolisiert Freiheit, aber auch Überblick und hilft dir als Begleiter mit weisen Ratschlägen Freund und Feind voneinander zu unterscheiden.
Der Bär
Der Bär hingegen lehrt dich als Krafttier, wie du dich zurückziehen kannst und Energie tankst, wie er sich in seine Höhle zurückzieht. Er lässt sich durch nichts beirren und schreitet entschlossen und ruhig auf sein Ziel zu.
Der Elch
Der Elch ist ein weiser Schutzgeist, der dir als Krafttier dabei hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen. Er offenbart dir, wann du deinen kraftvoll durchsetzen sollst und wann es besser ist, sich sanft zu geben.
Der Wolf
Benötigt es Führung und Gemeinschaft, so rufen Schamanen den Wolf als Krafttier zur Verstärkung, denn sein durchdringender Blick stärkt deine Seele und hilft dir dabei Sicherheit zu vermitteln.
Der Rabe
Als mystischer und weiser Lehrer, führt dich der Rabe durch die spirituelle Welt und gilt als Verbindungsglied zwischen der physischen Ebene und der Anderswelt.
Der Drache
Auch Fabelwesen wie der Phoenix, der für Regeneration steht und mit seinem Feuer alten Ballast verbrennt erscheinen Schamanen als in Form von Schutzgeistern. Drachen lassen dich durch Energie und Tatendrang deine Ängste besiegen.
Krafttiere sind Begleiter zwischen den Welten – sie erinnern uns an unsere Instinkte, unsere Stärke und unsere innere Weisheit.
Im Einstiegsmodul Shaman Practitioner I – Erweckung der Schamanenkraft, lernst du diese Energie zu spüren, zu lenken und bewusst zu leben.
Medizinrad
In vielen schamanischen Kulturen gilt das Medizinrad nicht bloß als heiliger Ort, sondern ebenso als spirituelles Symbol. In Form von aufgelegten Steinen sind einige bis zu 5.000 Jahre alt.
Das schamanische Medizinrad und seine Bedeutung
Das Medizinrad findet sich bei Naturvölkern auf der ganzen Erde wieder. Als Symbol steht es für die Verbundenheit aller Dinge und zeigt, wie alles in einem ewigen Fluss vereint ist. Während wir Menschen meist von einem linearen Verlauf von Zeit und Entwicklung ausgehen, lehrt uns das Medizinrad, dass tatsächlich alles aus sich wiederholenden Zyklen besteht. In der Welt der Schamanen wird es zudem als spirituelles Werkzeug genutzt, das bei schamanischen Heilungen und Riten zum Einsatz kommt. So kann es zum Beispiel die Kommunikation zu anderen Ebenen der Welt vereinfachen und Lösungen für Probleme, die man hat, offenbaren. Es ist ein einzigartiger Ort der Kraft, der uns wie eine uralte Landkarte helfen kann uns zu orientieren. Ein Medizinrad vereint den Lebenszyklus von Tieren, Menschen und Pflanzen mit den Himmelsrichtungen, den Jahreszeiten, der Tageszeit, den Elementen und den Zyklen von Sonne und Mond in einem einzigen, ganzheitlichen Abbild in einem Konglomerat aus jahrtausendealtem Wissen und Weisheit.
» Ich bin das Land. Meine Augen sind der Himmel. Meine Glieder sind die Bäume. Ich bin der Fels, die Wassertiefe. Ich bin nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie zu nutzen. Ich bin selbst Natur. «
Medizinräder gibt es auf der ganzen Welt
In den Great Plains, im Norden der Vereinigten Staaten und im Süden Kanadas, entdeckten Europäer eine Vielzahl von Steinkreisen, welche die Prärieindianer als heilige Orte ansahen. Diese Medizinräder traten in dieser Region zu zehntausenden auf und waren stets gleich aufgebaut. Ein zentraler Steinhaufen in der Mitte, den mehrere konzentrische Kreise aus Steinen umgaben, die meist mehrere Speichen besaßen. Während die ältesten Medicine Wheels auf bis zu 45.000 Jahre zurückdatiert werden, stammt das wohl bekannteste Medizinrad aus dem 15. Jahrhundert. Das Big Horn Medicine Wheel befindet sich im Bighorn National Forest in Wyoming und hat eine Fläche von 23 Quadratmetern. Doch Medizinräder gab es keineswegs ausschließlich in Nordamerika. Überall auf der Welt nutzten Kulturen die Kraft dieser einzigartigen Symbolik und Energie für Rituale und Heilungen. In Regionen der Kelten und Germanen wurden ebenso Medizinräder entdeckt, wie in Großbritanien und sogar in Österreich. Oft werden sie in Form von rituellen Plätzen, Ornamenten, Malerein, oder auf Altären sichtbar gemacht, aber meist werden sie als Steinkreise dargestellt.
Wozu wird ein Medizinrad im Schamanismus genutzt?
Auch wenn das Medizinrad in der Welt des Schamanismus nur ein Werkzeug von vielen ist, so wird ihm doch eine große Bedeutung zugemessen. Es kommt bei unzähligen schamanischen Ritualen und Zeremonien zum Einsatz. Oft wird ein Medizinrad bei Heilritualen als Hilfsmittel genutzt, aber auch bei der Fortbildung unseres Selbst, leistet es große Hilfe. Es weist uns den Weg, wenn wir in eine Sackgasse geraten und fördert unsere eigene Entwicklung. Das wichtigste jedoch ist, zu verstehen, für was das Medizinrad steht. Erst dann kann es seine volle Wirkung entfalten und dir Antworten offenbaren, wenn du welche suchst.
Die Himmelsrichtungen und ihre Bedeutungen in Medizinrädern
Selbst wenn sich je nach Kultur Details bei der Darstellung und Interpretation des Medizinrades unterscheiden, so deckt sich der Grundgedanke. Ein Medizinrad zeigt die sieben Himmelsrichtungen und symbolisiert die Einheit und den Fluss des gesamten Universums. Es hilft, die Zusammenhänge von Leben und Tod zu verstehen und zeigt, wie alles Teil des Universums ist. Es hilft uns zu verstehen, dass das Leben vollkommen ist und weist uns den Weg zurück zur Naturverbundenheit und innerer Harmonie und Gesundheit.
Der Anfang liegt im Osten
Der Osten steht immer für den Beginn des Lebenskreislaufes, für den Sonnenaufgang, den Neuanfang des Frühlings, in dem das Leben neu erwacht. Dieser Bereich des Medizinrades verkörpert dementsprechend auch die Geburt und die Kindheit. Er steht für einen neuen Anfang, der damit beginnt, dass wir planen und lernen, sowie das Neuentdeckte langsam kennenlernen. Im Medizinrad deckt sich diese Richtung mit dem Element Luft, da es für frischen Wind, Inspiration, neue Ideen und Klarheit steht. Auch markiert der Osten am Medizinrad den Anbeginn der männlichen Schöpferkraft, in der die Wesen im Universum erschaffen werden. Passend ist das Krafttier, das mit dem Osten assoziiert wird, ein Adler und die Kraftfarbe ein Gelb, das wie die Sonne beim Aufgang strahlt.
Der Zenit wird vom Süden verkörpert
Auf den Frühling folgt der Sommer, der sich auf dem Medizinrad im Süden darstellt. In dieser Phase unseres Lebens zeigen wir die höchste Aktivität, wir pulsieren vor Leben und Energie und wachsen vom Kind zum Erwachsenen heran. Wir lernen unsere naiven Impulse abzulegen und zu kontrollieren und stattdessen eigenständig auf zwei Beinen zu stehen. Die Ideen, die wir im Osten entwickelten, werden nun umgesetzt und dadurch verändern wir auch die Welt um uns herum. Wir glühen vor schöpferischer Energie wie die brennende Sommersonne, weshalb der Süden auch mit dem Sommer, dem Element Feuer und der Kraftfarbe Feuerrot einhergeht. Im Bereich der Emotionen steht der Süden für Willen und Leidenschaft. Diesem Bereich des Medizinrades werden dahingehend auch die Krafttiere Wolf und Puma zugeordnet.
Im Westen geht die Sonne unseres Lebenszyklus langsam unter
In der dritten Phase, die von Medizinrädern abgebildet wird, erreichen wir den Herbst unseres Lebens. Als älterer Erwachsener hören wir damit auf zu schöpfen und beginnen mit der Ernte unserer Arbeit, die wir im Frühling geplant und über den Sommer gehegt haben. Wir lernen zur Ruhe zu kommen und richten unseren Blick auf unser Innerstes. Wir evaluieren unsere bisherigen Schritte und begutachten wohin sie uns gebracht haben. Der Lebensabend steht auch für den Sonnenuntergang, in dem wir vom Erzähler zum Zuhörer reifen und uns der Liebe und Empathie hingeben und schließlich sterben. Der westliche Bereich des Medizinrades wird mit Wasser assoziiert, da es in vielen Kulturen für bedingungslose Liebe und den Übergang ins nächste Leben steht. Die Kraftfarbe ist Blau, oder ein tiefes Schwarz und symbolisiert wird dieser Abschnitt von Eulen und Braunbären.
Der Norden ist die Tür ins Jenseits
Wenn sich im Norden zu Mitternacht der Kreis schließt beginnt der Winter. In diesem vierten Abschnitt des Medizinrades tauchen wir schlafend ins Jenseits und die Traumwelt ein. Uns obliegt die Entscheidung, ob wir einen neuen Lebenszyklus ohne Vorkenntnisse beginnen, oder uns den nicht abgeschlossenen Themen weiter widmen. Erst hier erfahren wir, wer wir wirklich sind und erhalten die Weisheit, um selbst Mentor zu werden und unsere Erkenntnis an die nächste Generation weiterzugeben. In der finsteren Nacht des Todes erkennen wir auch, dass alles eins ist und Stille kehrt ein. In der körperlosen Welt bereiten wir uns auf die Wiedergeburt im Osten vor. Auch viele Tiere und Pflanzen erleben einen langen, tiefen Schlaf und erwachen erst im Frühling zu neuem Leben. Das Element Erde zeigt den Ursprung an aus dem wir wiederkehren werden und wird durch die Kraftfarbe Braun widergespiegelt. Als Krafttiere für den Norden stehen der Büffel und der Hirsch.
Das Unten eines Medizinrades – Unsere Verbindung zur Mutter Erde
Verbindung zur Mutter Erde
Die alten Völker sahen die Himmelsrichtungen, die sie mit einem Medizinrad darstellten, nicht bloß als zweidimensional an, so wie wir es in der westlichen Welt zu tun pflegen, sondern gingen von sieben Richtungen aus. Das Unten erdet uns. Es ist die Mutter Erde mit all ihren naturgewaltigen Kräften, die uns hilft auch uns selbst zu erden. Ihre Bodenständigkeit befähigt uns dazu Vertrauen zu spüren und uns sicher zu fühlen. Darüber hinaus symbolisiert sie den weiblichen Schoß und Urenergie, die ihr innewohnt steht für das Erschaffen. Sie steht mit jedem Lebewesen in konstanter Verbindung, da sie uns alle gebar und nährt.
Das Oben ist das Universum
Wenig überraschend steht die sechste Himmelsrichtung eines Medizinrades, das Oben, für den Kosmos und seine Energien. Dort, hinter den Sternen, liegt die immaterielle Welt, in der die Geistwesen beheimatet sind. Das Oben steht für die Urquelle der schöpferischen Kraft des Universums.
Das Innen sind wir selbst
Die letzte Himmelsrichtung des Medizinrades beschreibt das Innen. Indem wir erkennen, wer wir sind und was unsere wahre Natur ist, empfangen wir die Allenergie in unserem Herzen und in uns dehnt sich Liebe aus. Wir verlernen zu urteilen und zu werten und öffnen uns unserer Seele. Das Innen ist zeitlos und beschreibt auch unsere unsterbliche Präsenz im Universum.
Der Aufbau eines Medizinrades
Wie bereits erwähnt, unterscheidet sich die Darstellung und der Aufbau eines Medizinrades je nach Kultur. Das wohl verbreitetste ist jenes des Schamanen Sun Bear. Er beschrieb den äußersten Ring des Kreises als Reise des Lebens und Jahresablauf, der nicht nur die herkömmlichen vier Himmelsrichtungen darstellt, sondern auch die zwölf Geburtentotems. Von diesem Kreis ausgehend führen vier Pfade, oder Speichen zum inneren Kreis des Medizinrades. Diese werden auch als Seelenpfade bezeichnet. Der Innenkreis eines Medizinrades symbolisiert Vater Sonne, Mutter Erde, sowie Großmutter Mond und stellt zudem die vier Elemente – Luft, Feuer, Wasser, Erde – dar. Genau die Mitte des Medizinrades ziert der so genannte Schöpferstein. Er zeugt vom Zentrum von Allem und hält den Kreislauf des Lebens in Bewegung.
Indianische Heilweisen
Im ersten Modul der Seminare Shaman Specials „Indianische Heilweisen“ lehren wir dich vieles über das Medizinrad. Für dieses Modul benötigst du keine Voraussetzungen und lernst viele weitere nützliche Rituale.
Im Medizinrad erkennen wir, dass Heilung immer ein Kreis ist – ein Zurückkehren zu uns selbst.
Das Einstiegsmodul Shaman Practitioner I – Vision-Seelenkraft-Heilung, führt dich genau dorthin: in deine Mitte, in die Verbindung mit deiner inneren Kraft und deiner Seele.
Sonnentanz
Gleich mehrere Indianerstämme, die in den nordamerikanischen Prärien und Plains leben, vollführten zu wichtigen saisonalen Ereignissen im Sommer einen Sonnentanz.
Der Sonnentanz – Eine geheimnisvolle Zeremonie der Prärie-Indianer
Bestimmt hast du bereits vom so genannten Sonnentanz gehört. Diese traditionelle Zeremonie der Prärie-Indianer, die auf den weiten Ebenen Nordamerikas leben, dient nicht bloß der Verehrung von Mutter Erde, oder der Sonne. Vielmehr hat der Sonnentanz für jeden Teilnehmer eine tiefe, persönliche Bedeutung, die stark variieren kann. Die Indianer versuchen mit allen Mitteln einen Trancezustand zu erreichen, in dem sie Visionen empfangen, die ihnen Antworten auf für sie wichtige Lebensfragen bereitstellen, oder bitten die Götter durch das Leid, welches sie während der Zeremonie erfahren, um Hilfe an. Dabei greifen sie auf drastische Mittel zurück, die auf viele Menschen verstörend wirken. In diesem Artikel blicken wir auf den Ursprung des Sonnentanzes, die Geschichte dahinter und beschreiben den Ablauf dieser faszinierenden Zeremonie.
Der Ursprung und die Geschichte des Sonnentanzes
Der unter dem Namen Wiwang Wavipi bekannte Sonnentanz hat eine unglaublich wichtige Bedeutung für die Prärie-Indianer Nordamerikas. Dennoch ist selbst den Stämmen der genaue Ursprung dieser Zeremonie nicht klar. Eine Legende der Lakota berichtet, dass eine ihrer Gottheiten – die weiße Büffelkalbfrau – das Ritual des Sonnentanzes an einen Medizinmann überbracht hat. Als Tochter der Sonne und Gattin des Südwindes überbrachte sie auch die anderen der sieben Riten. Andere Medizinmänner der Sioux vermuten den Ursprung tatsächlich in der Verehrung der Sonne. Sie können sich gut vorstelen, dass einer ihrer Vorfahren nach einem langen Winter, die warme Sonne mit einem freudigen Tanz begrüßt hat. Die weißen Missionare verboten den Sonnentanz 1904, nachdem sie bereits 1881 das Durchstechen der Haut verboten hatten. Dank des Indian Reorganization Acts von 1934 wurde die zwischenzeitlich auch Regentanz genannte Zeremonie jedoch wieder erlaubt und ist bis heute eine der wichtigsten Traditionen der Prärie-Indianer Nordamerikas.
Die wahre Bedeutung des Sonnentanzes
Es ist längst bekannt, dass die ursprünglichen Interpretationen des Sonnentanzes nicht voll zutreffen. Zwar findet man den Ursprung des Sonnentanzes vermutlich in der Verehrung der Sonne, die nach einem harten Winter voller Entbehrungen wieder Leben in die Ebenen Nordamerikas brachte, jedoch hat die Sonnentanz-Zeremonie eine weitaus tiefere soziale und spirituelle Bedeutung für die meisten Stämme. So nehmen an den Tänzen meist nur Männer teil, um ihnen das Leid zu vermitteln, das Frauen bei der Geburt durchstehen müssen. Er lernt ohne die Erfahrungen eines Krieges das Geheimnis des Schmerzes und des Blutes, was ihn zu einem vollwertigen Stammesmitglied und Krieger werden lässt. Doch jeder Sonnentänzer hat auch persönliche Gründe an der Zeremonie teilzunehmen. Manche bitten vor der Geburt um ein gesundes Kind, andere um Heilung einer schweren Krankheit, wieder andere bitten um Visionen und eine Lebensaufgabe, während einige auch um Vergebung für Taten bitten, die sie bereuen. Der Schmerz, den die Indianer während des Sonnentanzes spüren und die Entbehrung durch das Fasten sollen den Geistern signalisieren, dass ihnen ihr Anliegen wichtig ist und sie alles tun, um von ihnen erhört zu werden. Damit die Sonnentänzer die Strapazen durchstehen, berühren viele Bewohner aus umliegenden Dörfern ihre Körper während des Tanzes, um ihnen heilende Kräfte zu übertragen. Frauen nehmen nur selten an Sonnentänzen teil. Wenn das der Fall ist, werden ihnen die Pflöcke an den Armen eingesetzt.
» Mit der Verehrung alles Lebendigen wächst meine Seele und mein Leib wird stark im Rhythmus deiner Sonne und deines Mondes. «
Der Ablauf eines zeremoniellen Sonnentanzes
Immer zur Sommersonnenwende führen Stammesmitglieder der Prärie-Indianer einen Sonnentanz durch. Zu Beginn wir eine Pappel gefällt und zu einem Zeremonieplatz getragen. Um diesen gefällten Baum wird der Sonnentanz vier Tage lang durchgeführt. Damit die Tänzer auch tatsächlich einen Trancezustand erreichen, erldulden sie immenses Leid. Zum einen tanzen sie an diesen vier Tagen von Sonnenaufgang bis in die Abendstunden ohne Pause, ohne Wasser und ohne Essen bei Durchschnittstemperaturen um die vierzig Grad Celsius. Als wären diese Strapazen nicht schon schmerzhaft genug, durchstechen sich die Indianer für den Sonnentanz die Haut an Rücken und Brustkorb, um dort Hölzchen einzuführen. An diese Hölzchen binden sie Schnüre, die entweder an der Pappel, um die sie tanzen, oder an sieben schwere Bisonschädel gebunden werden. Ihr Ziel ist es, durch die tanzenden Bewegungen die Pflöcke aus ihrem Fleisch herauszureißen. Der damit einhergehende Schmerz soll das Leid vergrößern und den Trancezustand herbeiführen.
Lughnasadh
Jedes Jahr am ersten August wird der keltische Feiertag Lughnasadh, oder Lughnasa als Beginn der Erntezeit gefeiert. Dieses schon von unseren Vorfahren gefeierte Fest wird in vielen Kulturen als ein heiliger Moment angesehen, da das Korn und die Ernte wichtige Bedeutung für das Leben der Menschen hatten. In unserem Blogartikel klären wir über den mythologischen Ursprung von Lughnasadh, dessen Bedeutung und dessen Riten auf.
Das keltische Erntefest Lughnasadh läutet den Herbst ein
Es muss wahrlich ein Gefühl der unvergleichlichen Genugtuung gewesen sein, wenn man nach einem Jahr der harten Feldarbeit endlich die Ernte einfahren konnte. Unter klarem, blauem Himmel pflügten die warmen Strahlen der Mittagssonne durch das reife, goldbraune Korn, das sich in einer wohltuenden Prise sanft bog. Kinder spielten in freudiger Erwartung der Lughnasadh-Feierlichkeiten und der Geruch des ersten Brotes drang aus den Stuben des Hauses hinaus auf die weiten Felder. Heute holen nur die wenigsten selbst ihre Ernte ein, aber dennoch können wir im Bereich der Selbsterkenntnis ernten. Wir stellen uns zu Lughnasadh die Fragen: was kann ich für mich persönlich ernten? Was gedieh das ganze Jahr über und ist jetzt reif? Wofür bin ich dankbar? Und wie bereite ich mich auf die Kälte des Winters und das nächste Jahr vor?
Die Hochzeit des Lichtes: Namen und Bedeutung von Lughnasadh
Als eines der vier großen Feste im keltischen Kalender und eines der acht lunaren Feste im Jahresrad, läutet Lughnasadh den Herbstbeginn und den Übergang vom Sommer in den Winter ein. Es liegt damit in der Mitte zwischen der Sommersonnenwende und der herbstlichen Tag-und-Nacht-Gleiche. Doch der erste August hat weder bei den Germanen, noch bei anderen nordischen Völkern eine Rolle gespielt, sehr wohl jedoch bei den Kelten und später auch bei den Angelsachsen. Darum wird vermutet, dass sich der Name Lughnasa vom Sonnengott, beziehungsweise Gott des Lichtes Lugh ableitet. Jedoch existieren kaum Aufzeichnungen, welche die Bedeutung des Festes lückenlos herleiten oder den Ablauf beschreiben. Unsere Vorfahren baten im Rahmen von Lammas – wie das Fest im angelsächsischen Raum genannt wird – um eine ertragreiche Ernte, denn Lughnasadh war seit jeher wichtig für die Landwirtschaft und den jährlichen Zyklus, dem sie unterlag. Zu Ehren des keltischen Lichtgottes Lugh und seiner Mutter Tailtiu gab es Brot und Spiele. Der Tag wird auch als „Tag der Reife aller Früchte“ bezeichnet. Zuletzt hat das Schnitterfest auch eine spirituelle und schamansiche Bedeutung. Wie auch die Früchte und das Getreide auf den Feldern, stellt sich auch die Frage, was in deinem eigenen Leben reif ist für die Ernte und was man tun kann, um im nächsten Jahr eine noch ertragreichere Ernte zu erlangen.
Namen des Lughnasad Festes
Kaum ein anderes schamanisches oder keltisches Fest wurde im Laufe der Zeit mit so vielen Namen und abgeänderten Varianten bedacht, wie das traditionelle Erntefest der Kelten. Während der ursprüngliche Name bis heute meist falsch ausgesprochen wird (Lughnasadh: man spricht es loo-nah-sah aus), verdeutlicht die neuirische Form Lúnasa die richtige Aussprache besser. Es gibt auch unterschiedliche Schreibweisen. So sind auch Lugnásad, Lugnasa, Lla Lluanys und Lughnasa richtige Bezeichnungen für Lughnasadh. Im angelsächsischen Gebrauch und durch zunehmend christlichen Einfluss, wurde das Kornfest bald Lammas genannt. Diese Bezeichnung des Festtages leitet sich von loaf-mass oder hlaef-mass ab, was so viel wie Brot- oder Laib-Messe bedeutet und geht zurück auf den Apostel Petrus. Er war gefangen und in Ketten gehalten, ehe er von einem Lichtengel am 01. August befreit wurde, weshalb das Fest im christlichen Glauben oft auch Petris Kettenfeier genannt wird. Dieses Wunder wurde am 01. August durch die Weihung von Brot und Früchten jährlich in der Kirche gefeiert. Eine weit verbreitete Bezeichnung ist auch Schnitterfest – abgeleitet von der Tatsache, dass Landwirte an diesem Tag Getreide schnitten, damit es nicht verdarb. Auch der Name Brón Trogain wird in manchen Kreisen für Das Lugnasadh-fest verwendet. Dabei könnte es sich um eine sehr alte Bezeichnung für das Fest handeln. Es wird mit „Leid der Erde“ oder „Trogains Leid“ übersetzt und sowohl mit den Schmerzen durch die Erntearbeit als auch als Metapher für den Geburtsvorgang herangezogen. Gwyl Awst ist eine Bezeichnung aus dem Walisischen, was so viel bedeutet wie „Augustfest“.
Die Mythologie hinter dem Erntefest Lughnasadh
Der mythologische Ursprung des keltischen Erntefestes entstand rund um die Túatha Dé Danann-Gottheit Lugh (Sonnengott und Gott des Lichtes), der mit dem Lichtfest Lughnasadh seine Pflegemutter Tailtiu huldigen wollte, die früher als Königin an der Seite ihres Gatten Eochaid mac Eirc (Sohn des Himmels) über das Volk der Fir Bolg herrschte. Laut Überlieferungen wachte sie als Erdmutter und Fruchtbarkeitsgöttin – wie sie auch bezeichnet wurde – vom Hill of Tara aus über ihr Volk, welches die grüne Insel bevölkerte und legte fruchtbare Felder für sie an. Dazu rodete sie mit ihrer Macht die Wälder. Als die Túatha Dé Danann Irland von den Fir Bolg eroberten und König Eochaid sein Leben in einer legendären Schlacht verlor, opferte sich Tailtiu auf und beaufsichtigte fortan ihren Ziehsohn Lugh, bis sie nach harter Arbeit auf den Feldern zusammenbrach und starb. Durch ihr Opfer, konnten die Menschen in Irland ihre Felder bestellen und überleben. So entschied sich Lugh an ihrem Todestag, dem ersten August, den Tod seiner Ziehmutter zu beklagen und veranstaltete jedes Jahr das fest Lughnasadh zu ihren Ehren. Lugh selbst wurde als strahlendes Wesen beschrieben, der Blitze und die Sonne selbst beherrschen konnte. Es gibt auch noch eine weitere Entstehungsgeschichte, welche sich um den Gott Lugh rankt. Darin erschuf er das fest nicht zu Ehren seiner Ziehmutter, sondern zu Ehren seiner beiden Frauen Bui und Nas.
Verbreitete Rituale an Lughnasadh
Das erste Lichterfest wird auf ca. 1.500 Jahre vor Christus geschätzt. Damals unterschieden sich die Rituale und auch die Länge des Lughnasadh deutlich von heute. Es wurden Trauerspiele zu Ehren der Königin Tailtiu abgehalten und Kriege, Gesetzesversammlungen und Orgien waren durch den Festfrieden verboten. An ihrerstatt wurde eine Art keltische Olympiade mit sportlichen Wettbewerben ausgetragen. Überliefert sind auch drei Regeln des Lughnasa:
- Jeder soll ohne Eile und sicher zum Fest gelangen.
- Niemand soll nach Sonnenuntergang ankommen.
- Niemand soll beim Verlassen des Ortes über seine linke Schulter blicken.
Auch wird Lughnasadh dazu genutzt, um eine Ehe auf Probezeit zu schließen, eine Tradition, die sich bis heute gehalten hat. Bis ins 19. Jahrhundert wurden am ersten August Versammlungen abgehalten und das Erntefest begangen. Auch das Backen von Brot, das Schmücken von mit Früchten, Getreide und Brot gefüllten Körben und das Basteln von Kornpuppen aus Maisblättern sind Rituale, die an Lughnasadh begangen werden. Häufig wurden auch große Feuer entzündet.
Die Opferung des ersten Brotes und Kornes
Ein weit verbreitetes Ritual bezieht sich ganz auf den Erntedank. Genau zu Lughnasadh wird nicht nur das erste Korn geerntet, sondern damit auch symbolisch das erste Brot gebacken. Dieses Brot galt als heilig und wurde bei einem Freudenfest gemeinsam mit frischem Korn geopfert. Dazu brachte man das Brot und etwas frisches Korn auf einen Hügel oder gar einen Berg und vergrub es dort. Diese symbolische Geste verkörperte sowohl Tod als auch den Neuanfang. Im Christentum werden heute noch Brotmessen an Lammas abgehalten, die entfernt an die tatsächliche Tradition erinnern. Anstatt das Brot und das Korn zu begraben, damit daraus neues Korn sprießen kann, wird es mit Freunden und Familie gegessen.
Reinigungsrituale und Opfergaben zu Lughnasadh
Da es sich bei Lughnasa um ein Vollmondfest handelt, kann man die Kraft des Mondlichtes für schamanische Rituale und für Meditationen nutzen. Früher nutzen Schamanen Quellen, Brunnen und Seen für Reinigungsrituale und baten während der Zeremonien um Schutz vor schweren Stürmen und Unwettern, welche die Ernte hätten gefährden können. Es gab auch rituelle Tänze und Tieropfer. Die wenigen Aufzeichnungen dieses traditionellen Festes berichten auch über Steinköpfe, die auf Erdhügel gestellt wurden und wohl Menschenopfer ersetzten. Ein Beispiel ist der archäologische Fund des Corleck Head.
Das Fertigen von Kornpuppen
Eine weitere althergebrachte Lughnasadh-Tradition ist das Basteln von Puppen aus Stroh, Korn oder Maisblättern. Diese werden in den unterschiedlichsten Größen gefertigt und oft reichlich verziert. Manche von ihnen sind lebensgroß. Dazu werden die Halme und Blätter gebogen und geflochten. Sie sind ein Symbol für den Sonnengott Lugh und mit ihrer Hilfe bittet man um den Segen für zukünftige Ernten und besänftigt ihn.
Was das Fest Lughnasadh für deine spirituelle Entwicklung bedeutet
Wie wir im Herbst die Pflanzen ernten, die wir im Frühling auf den Feldern gesät haben, so sollten wir auch alles was wir in uns selbst gesät haben im Herbst ernten. Lughnasa ist die Zeit, in der wir in uns kehren und überlegen, welche unserer im Frühling angestrebten Vorhaben in der Sommersonne gereift sind und jetzt zum Abschluss kommen. Wir reflektieren und fragen uns, was wir nun, nach harter Arbeit und Fleiß ernten. Außerdem sehen wir uns an, welche Vorhaben gescheitert sind und warum. Was können wir nächstes Jahr besser machen, damit auch diese Samen erblühen? Zudem nutzen wir das Schnitterfest, um unseren Dank auszuprechen und uns darüber klarzuwerden, wo wir unsere Energie in Zukufnt investieren wollen. Der Schwung vitaler Energie, die Lughnasadh uns bereitstellt, gibt uns die Kraft für das restliche Jahr und wir bereiten uns auch auf den Winter und den nächsten Frühling vor. Das Erntefest lehrt uns Weisheiten, die unser Leben erleichtern.
Wir sollten jedes Vorhaben, das uns wirklich am Herzen liegt, mit Sorgfalt nähren und beschützen.
Um zu wachsen, musst du hart für dein Vorhaben arbeiten und darfst unter keinen Umständen aufgeben. Beende stets, was du begonnen hast.
Finde auch Phasen, in denen du deinen müden Geist mit neuem Leben und Energie füllen kannst, indem du Ruhepausen einlegst.
Altes, das stirbt, wird neues Leben hervorbringen. Wie verrottete Plfanzen zu Samen werden, so können auch gescheiterte Vorhaben vollkommen neue Türen öffnen.
Häufige Fragen über Lughnasadh
Lughnasad wurde zu Ehren des keltischen Sonnengottes Lugh abgehalten. Er schuf dieses Fest wiederum, um seine Ziehmutter Tailtiu zu huldigen, die für Fruchtbarkeit und die Erde stand. Seit jeher wird an Lughnasadh um die Gunst des Sonnengottes und seiner Ziehmutter gebeten und die Ernte zelebriert. Frisches Korn bringt frisches Gebäck. Frisches Obst bringt frischen Genuss.
Traditionell wird zu Lughnasadh das erste Korn geschnitten und daraus das erste Brot gebacken. Beides wird auf einem Hügel oder Berg begraben und als Opfer dargebracht. Darüber hinaus wurden Feste gefeiert an denen man für die Ernte dankte und um Segen für zukünftige Ernten bat. Es wurden auch Ehen auf Probezeit geschlossen und Kornpuppen gefertigt, welche den Sonnengott repräsentierten.
Meistens falsch. Bis heute sprechen viele Menschen das traditionelle Erntefest der Kelten falsch aus. Die korrekte Aussprache lautet loo-nah-sah oder luu-nah-sah.
Bei Lughnasadh handelt es sich um das traditionelle, keltische Erntefest, während Lammas das angloirische Fest Lammas bereits starke christliche Einflüsse vorweist. Es bezieht sich auf das Wort loaf-mass was übersetzt Laib-Messe bedeutet. Ursprung ist der Apostel Petrus, der am 1. August von einem Lichtengel aus der Gefangenschaft befreit wurde. Dieses Wunder wurde mit der Segnung von Brotlaiben gefeiert.
Die Feierlichkeiten des altirischen Erntefestes dauerten einen ganzen Monat und wurden von Feiern und keltischen olympischen Spielen begleitet.
Weitere keltische Feste
Litha
Beltane
Imbolg
