Hilfe von den Ahnen

Eine Reise zu unserer wahren spirituellen Kraft

Stell Dir vor, Du könntest in den dunkelsten Momenten Deines Lebens die Weisheit, den Schutz und die Führung einer uralten Kraft spüren – einer Kraft, die jenseits deiner Vorstellungskraft existiert, aber direkt zu Dir spricht. Eine Quelle, die über Generationen hinweg bewahrt wurde, und die nichts Geringeres als Dein eigenes spirituelles Erbe ist. Das mag unglaublich klingen, aber es ist eine Realität, die für viele Menschen zur greifbaren Erfahrung wird, sobald sie beginnen, mit ihren Ahnen zu arbeiten.
In einer Zeit, in der wir oft den Bezug zu uns selbst und unserer Umgebung verlieren, ist die Verbindung zu unseren Ahnen eine der mächtigsten Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.

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Die unvorstellbare
Kraft deiner Ahnen

Unsere Ahnen – das klingt für manche vielleicht nach einer längst vergangenen Geschichte, nach alten Geschichten, die keinen Platz mehr in unserer modernen Welt haben. Doch genau hier beginnt die Sensation! Denn im Schamanismus und in vielen spirituellen Traditionen sind die Ahnen nicht nur längst vergangene Erinnerungen, sondern lebendige Kräfte, die uns Tag für Tag begleiten.

Deine Ahnen tragen die Weisheit und die Kraft von Jahrhunderten in sich. Sie haben überlebt, gekämpft, geliebt, gelernt und ihr Wissen an die nächsten Generationen weitergegeben. Und diese Weisheit – diese immense Kraft – ist in dir! In deinem Blut, in deinem Herzen, in deiner Seele. Sie fließt durch dich und steht bereit, dich zu leiten und zu stärken, sobald du bereit bist, dich ihr zu öffnen.

Die Verbindung zu deinen Ahnen ist nicht nur eine nostalgische Erinnerung – sie ist lebendig, voller Energie und wartet nur darauf, von dir genutzt zu werden. Stell dir vor, in den entscheidenden Momenten deines Lebens die Gewissheit zu haben, dass du nicht allein bist. Dass eine unsichtbare, aber kraftvolle Hand dich führt, dich hält und dir den Weg zeigt. Das ist die Kraft deiner Ahnen!

Schamanismus: Der Schlüssel zu einer überwältigenden Welt

Wie aber kannst du diese unglaubliche Quelle anzapfen? Die Antwort liegt im Schamanismus – einem der ältesten und mächtigsten spirituellen Wege der Menschheit. Schamanen sind die Torwächter zu den Welten, die jenseits unserer physischen Wahrnehmung existieren. Sie wissen, wie man mit den Geistern kommuniziert, wie man sich mit der Natur verbindet und – am wichtigsten – wie man die Hilfe der Ahnen erlangt.

Der Schamanismus lehrt, dass die Welt nicht nur aus dem besteht, was wir sehen und anfassen können. Es gibt eine unsichtbare Welt, eine Welt der Geister, der Vorfahren und der Naturkräfte, die uns alle umgibt. Durch spezielle Praktiken und Rituale können wir Zugang zu dieser Welt erhalten und uns mit unseren Ahnen verbinden.

Wie du Hilfe von deinen Ahnen erhältst

Vielleicht fragst du dich jetzt: Wie funktioniert das alles? Kann ich wirklich mit meinen Ahnen in Kontakt treten und ihre Hilfe bekommen? Die Antwort ist: Ja, absolut! Und die Möglichkeiten sind unendlich faszinierend.

Die Ahnenarbeit beginnt mit einem tiefen Respekt und einer aufrichtigen Absicht, die Verbindung zu deinen Vorfahren herzustellen. Es geht nicht darum, sie einfach um Gefälligkeiten zu bitten – es geht darum, eine Beziehung aufzubauen, sie zu ehren und ihren Rat und Schutz bewusst in dein Leben zu holen. Wie aber machst du das konkret?

1. Errichte einen Ahnenaltar: Dein Tor zur spirituellen Dimension

Eines der kraftvollsten Tools der Ahnenarbeit ist der Altar – dein persönlicher Ort der Verbindung zu deinen Vorfahren. Stell dir vor, du richtest einen speziellen Platz in deinem Zuhause ein, der voller spiritueller Energie pulsiert. Ein Altar, auf dem du Fotos deiner Vorfahren platzierst, symbolische Gegenstände hinlegst und vielleicht auch Opfergaben, wie Blumen oder Wasser bereitstellst. Dieser Altar wird zu deinem spirituellen Kraftzentrum, zu deinem Portal, durch das du mit deinen Ahnen kommunizieren kannst. Jedes Mal, wenn du vor deinem Altar stehst, verbindest du dich bewusst mit ihrer Weisheit und ihrer Kraft. Es ist ein zutiefst magischer und zugleich bodenständiger Akt, der dein Leben auf wundersame Weise bereichern kann.

2. Die schamanische Reise: Eine Begegnung mit deinen Ahnen auf einer neuen Ebene

Nichts ist vergleichbar mit der Erfahrung einer schamanischen Reise. Stell dir vor, du liegst entspannt, während der rhythmische Klang einer Trommel dich immer tiefer in einen tranceähnlichen Zustand führt. Dein Körper entspannt sich, aber dein Geist erwacht – bereit für eine Reise in die unsichtbare Welt. In diesem Zustand ist es dir möglich, deinen Ahnen direkt zu begegnen. Du kannst ihnen Fragen stellen, um Rat und Unterstützung bitten oder einfach in ihrer Anwesenheit sein. Die Erfahrung, die Kraft und das Wissen deiner Ahnen direkt zu spüren, ist eine der bewegendsten und transformierendsten spirituellen Erfahrungen, die du jemals machen kannst. Diese Reisen sind oft lebensverändernd – sie öffnen dir die Augen für eine Realität, die jenseits des Alltäglichen liegt.

3. Träume als Botschaften der Ahnen: Eine Welt voller Zeichen

Hast du jemals einen Traum gehabt, der sich so real angefühlt hat, als würde dir jemand eine Botschaft senden? Im Schamanismus glaubt man, dass die Ahnen oft in unseren Träumen zu uns sprechen. Dies ist ein mächtiger Kanal, durch den sie ihre Weisheit und Ratschläge übermitteln können. Ein Traumtagebuch zu führen, ist eine einfache, aber sehr effektive Methode, um diese Botschaften zu entschlüsseln. Schreibe jeden Traum auf, besonders wenn du das Gefühl hast, dass er eine besondere Bedeutung hat. Die Ahnen sprechen oft in Symbolen und Metaphern – achte auf wiederkehrende Muster und Botschaften. Oft geben dir diese Träume Hinweise, die dir helfen, Herausforderungen im Wachleben zu meistern.

Rituale, die dein Leben verändern

Rituale, die dein Leben verändern
Die Verbindung zu den Ahnen ist nicht nur eine einmalige Erfahrung, sondern eine lebenslange Reise voller unglaublicher Entdeckungen. Rituale sind der Schlüssel, um diese Beziehung lebendig zu halten und regelmäßig ihre Kraft und Weisheit in dein Leben zu holen.

1. Das Ahnenfeuer-Ritual: Kraftvolle Reinigung und Erneuerung

Feuer ist ein Symbol für Transformation und Reinigung. Im Ahnenfeuer-Ritual entzündest du ein Feuer oder eine Kerze und bittest deine Ahnen, dich zu begleiten. Während du in die Flammen schaust, kannst du die Ahnen ehren und sie um Hilfe bitten. Gib alles, was dich belastet, symbolisch dem Feuer – und lass es los. Dieses Ritual wird deine Verbindung zu den Ahnen stärken und dir helfen, alte Blockaden zu lösen, die dich zurückhalten. Die Präsenz der Ahnen wird dich wie eine Flamme erhellen und dir die Kraft geben, dich neu zu erfinden.

2. Das Ahnenopfer: Eine Geste des Respekts und der Dankbarkeit

Ein weiteres kraftvolles Ritual ist das Ahnenopfer. Indem du deinen Vorfahren Opfergaben wie Nahrung, Tabak oder Blumen darbringst, zeigst du ihnen deinen Respekt und deine Dankbarkeit. Diese Geste der Ehre wird nicht unbemerkt bleiben – die Ahnen antworten oft mit Geschenken der Weisheit, Schutz und Führung.

Was dir die Ahnenarbeit bringt?

Was kannst du konkret von der Arbeit mit deinen Ahnen erwarten? Die Antwort ist: unvorstellbare Transformation und tiefe Heilung! Deine Ahnen bieten dir nicht nur spirituelle Unterstützung – sie helfen dir, alte Wunden zu heilen, die sich über Generationen hinweg in deinem Familiensystem angesammelt haben. Durch ihre Kraft kannst du emotionale Blockaden lösen, Klarheit in schwierigen Entscheidungen gewinnen und eine neue Ebene von innerem Frieden und Sicherheit erfahren. Sie zeigen dir, dass du Teil eines viel größeren Ganzen bist, dass du niemals allein bist und dass du aus einer Linie von überlebensstarken, weisen und kraftvollen Menschen stammst. Diese Verbindung wird dir helfen, deinen eigenen Platz im Universum zu finden und dein Leben mit neuer Energie, Zuversicht und Klarheit zu gestalten.

Die Ahnenarbeit im Schamanismus ist nicht nur eine spirituelle Praxis – sie ist eine Revolution deines Seins. Sie führt dich zu einer tiefen, transformierenden Erkenntnis, dass die Kraft und die Weisheit deiner Vorfahren in dir lebt. Indem du dich mit ihnen verbindest, öffnest du das Tor zu einer Welt voller Möglichkeiten, Heilung und Führung.

Die Ahnen warten nur darauf, dir zu helfen – bist du bereit, diese außergewöhnliche Reise zu beginnen?

Wenn dich das Wirken deiner Ahnen berührt und du lernen möchtest, wie du diese Kraft bewusst in dein Leben integrieren kannst, findest du in unserem Seminar – Shaman Special „Hilfe von den Ahnen“ den Raum und die Begleitung dafür.

Der Schamane: ein helfer in krisen

Schamanen waren seit jeher die Helfer und Heiler der Menschen. Dazu nutzen sie rituelle Methoden um sowohl psychische als auch physische Leiden zu lindern. In diesem Artikel gibt Kurt Fenkart einen kurzen Einblick in die Arbeit des Schamanen und erläutert den Nutzen, den eine schamanische Ausbildung auch in unserer westlichen Welt uns allen bieten kann.

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Spirituelle Wirkkräfte und Gesundheit

Je höher sich die Medizin im körperlichen Bereich entwickelt hat, desto mehr entwickelte sich die spirituelle Medizin zurück. Zwar hat die Schulmedizin die „psychischen Faktoren“ längst erkannt – Hilfe gibt es in der Regel aber nicht, weil die Anhänger der körperorientierten Schulmedizin die spirituellen Wirkkräfte der Schamanen als „unwissenschaftlich“ ablehnen.

Ziel der schamanischen Rituale ist die Unterstützung und Hilfe die spirituelle Ursache einer Krisensituation zu beseitigen. Denn in den Aussagen der Menschen spiegelt sich ihre spirituelle Befindlichkeit wieder:

Wie Schamanen heilen: Spirituelle Aspekte körperlicher Leiden

„Das geht mir an die Nieren“ – der spirituelle Aspekt der Nieren reagiert, schon lange bevor sich eine Nierenkrankheit manifestiert. Wenn etwas an die Nieren geht, werden die Nieren geschwächt!

„Ich wurde tief ins Herz getroffen“
„Das hat mich bis ins Mark erschüttert“
„Da habe ich ganz schön daran zu kauen“
„Da habe ich Gift und Galle gespuckt“
„Das schlägt mir auf den Magen“
„Das muss ich erst einmal verdauen“
„Ich glaub mir zerspringt der Kopf“
„Das sitzt mir im Nacken“
„Ich trage eine große Last auf meinen Schultern“
„Mir platzt gleich der Kragen“
„…“

Das Heilungsgeheimnis der Schamanen liegt darin, dass sie die hinter solchen Aussagen verborgenen Botschaften wörtlich verstehen, die negativen Energien entfernen und heilende Energie zuführen! Betroffene Organe werden spirituell gestärkt – die von der Schulmedizin „Placeboeffekt“ genannten Prozesse werden absichtlich in Gang gesetzt.

Natürlich ersetzen der Schamanismus und seine Rituale keinesfalls den Arztbesuch oder die Einnahme von Medikamenten. Und verschriebene Medikamente sollte man wirklich nur mit dem Einverständnis des Arztes absetzen.

Folgen Sie Ihrer Berufung – werden Sie Schamane!

Schamanismus ist eine spirituelle Disziplin, die das Ziel verfolgt, das Leiden der Menschen zu lindern und sie dabei zu unterstützen glücklicher, selbstbewusster und erfolgreicher zu werden. Darüber hinaus erhält im eigenen Leben mehr Ausgeglichenheit und Stabilität – man lernt der inneren Führung zu vertrauen und die eigene höhere Vision zu leben – und man beginnt einfach zu wissen, dass der Tod nicht das Ende ist.
Das Erlernen von Schamanismus ist relativ einfach – jeder Mensch trägt das Potenzial in sich. Es geht also nur um die Entscheidung. Doch weshalb sollte man sich dafür entscheiden?
Ziel der Ausbildung ist es, die Kompetenz zur (Selbst-)Heilung zu fördern. Sie investieren in Ihre persönliche und spirituelle Weiterentwicklung – finden Sinn und Lebensfreude – finden mehr zu sich selbst. Mit dem erworbenen Wissen verfügen Sie über ein breit gefächertes Repertoire an Hilfsmitteln und Ritualen, um sich und andere in Heilungsprozessen zu unterstützen. Sie schaffen sich eine solide Basis für ein glückliches und individuell erfolgreiches Leben. Davon profitieren Sie und Ihr ganzes Umfeld – sowohl privat als auch beruflich. Weiter sind Sie fähig andere Menschen zu unterstützen und zu begleiten. Beruflich können Sie sich – wenn Sie das wollen – ein Zusatzeinkommen schaffen und damit finanziell unabhängiger werden.

Eine einzigartige Ausbildung mit besonderer Wirkung

Eine sehr gute, fundierte Ausbildung bieten wir an unserer Schamanismus-Akademie an. Als Lehrgangsleitung verfüge ich über ein breit gefächertes, in zahlreichen Studienreisen gefestigtes Wissen über Schamanismus und Heilverfahren verschiedenster Naturvölker, auf welchem die Ausbildung basiert.

Ziel der Ausbildung ist es, die Kompetenz zur Heilung zu fördern und besonders dem westlichen Menschen eine Ausbildung in geistiger Heilung und Schamanismus zu ermöglichen, die vermittelbar und nachvollziehbar ist.

Gut ausgebildete Schamanen können zu weisen Begleitern ihrer Mitmenschen werden. Ihre Aufgabe besteht darin, die „Kraft“ zu mehren und jene Energien zu entfernen, die negative Auswirkungen auf uns haben.

Ob dies nun im eigenen, privaten Rahmen geschieht, oder ob man es zum Beruf macht, liegt in der Entscheidung jedes Einzelnen.

Mehr zur Ausbildung

Die Schamanismus Ausbildung

Folge deiner spirituellen Berufung

In einer Zeit des Wandels und der Unsicherheit braucht es Menschen, die den Weg durch die Dunkelheit kennen – die Brücken bauen zwischen Welten, zwischen Herz und Verstand.

In unserer schamanischen Ausbildung lernst du, dich selbst zu erkennen, in Balance zu bleiben und andere in schwierigen Lebensphasen zu begleiten.

Litha – Das Mittsommerfest des Lichtes

Am längsten Tag des Jahres feierten bereits keltische Schamanen Litha – das Mittsommerfest des Lichtes. Dieses Fest zur Sommersonnenwende findet jährlich am 21. Juni statt und markiert den Beginn der Erntezeit. Die Sonne hat an diesem wichtigen Tag ihre volle Kraft erreicht und die Wiesen und Wälder stehen in voller Blüte. In diesem Artikel erklären wir die Bedeutung hinter dem Litha-Fest, wo sein Ursprung lag, welche Rituale Schamanen zur Sommersonnenwende durchführen und wir sprechen über wichtige Symbole dieses bedeutenden Festes.

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Litha – Das keltische Fest der Sommersonnenwende

Nach einem entbehrlichen, schroffen Winter und einem arbeitsreichen, kräftezehrenden Frühling, war das Mittsommerfest Litha der Zeitpunkt des Loslassens. All die harte Arbeit wurde mit dem Beginn der Erntezeit belohnt, mit Korn und Essen im Überfluss, mit üppigen Weiden und Wiesen und blühenden Gärten. Schon die Kelten feierten die Sommersonnenwende ausgelassen. Bei knisternden Feuern aßen, tranken und tanzten sie durch die niemals dunkel-werdenden Nächte und ließen ihre Sorgen und Altlasten hinter sich. Die Nähe zur Anderswelt wurde genutzt, um Weissagungen zu tätigen und Rat bei unseren Vorfahren und geistigen Führern zu holen, aber auch Naturgeister nutzten die Nähe der beiden Welten, um Fuß in die unsere zu setzen. Litha war ein Fest der Magie, der Sonne, der Energie, der Lust und nie enden-wollender Sommerfreude.

Häufige Fragen zur Litha

Im Zeichen der Sommersonnenwende: Namen und Bedeutung des Litha-Festes

Im keltischen Kalender werden vier Sonnenfeste begangen: Yule zur Wintersonnenwende, Ostara zur Frühjahrstagundnachtgleiche, Mabon zur Herbsttagundnachtgleiche und Litha zur Sommersonnenwende. Das Mittsommerfest Litha steht im Jahreskreis dem Yule-Fest gegenüber und kennzeichnet den längsten Tag des Jahres. Den Tag, an dem die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, ihre volle Kraft entfaltet und in den nördlichen Breitengraden auch nachts nicht untergeht. Auch die männliche Kraft erreicht genau zur Sommersonnenwende ihren Höhepunkt und wird von der weiblichen abgelöst. Die Kelten huldigten aus diesem Grund den Sonnenkönig Baldur, der auch Kornkönig genannt wurde. Denn diese Hoch-Zeit der Sonne war ebenso der Beginn der Erntezeit. Vieles, was mühsam angebaut und großgezogen wurde, war jetzt im Überfluss vorhanden und reif zur Ernte. Aus diesem Grund gilt Litha bis heute als ein Fest ganz im Zeichen der Dankbarkeit, der ausgelassenen Freude und auch der Fruchtbarkeit. Während man in den Wintermonaten sparsam Vorräte zusammenhalten musste, wurde das Mittsommerfest und die Mittsommernacht zu einer Feier, an der man in überschwänglichem Ausmaß tanzte, lachte, trank und aß. Die Kelten waren außerdem davon überzeugt, dass Sonne und Mond an diesem Tag den Ehebund eingingen und der Erdgöttin Fruchtbarkeit schenkten. Für Schamanen ist vor allem die Nähe der realen Welt zur Anderswelt interessant, da es zur Sommersonnenwende besonders leicht fällt, die jenseitige Welt zu betreten. In alten Überlieferungen wird von Feen und Elfen berichtet, deren Umrisse um die Freudenfeuer der Menschen tanzten.

Die vielen Namen des Litha-Festes

So umfangreich die Bedeutung des Litha-Festes ist, so zahlreich sind auch seine Namen. Der wohl bekannteste Ausdruck ist Mittsommer (in Schweden auch Midsommar), sowie Mittsommerfest oder Mittsommernacht. In früheren Kulturen war der Zeitraum von 1. Mai bis zum 31. Juli der Sommer und der 21. Juni ist somit in etwa die Mitte des Sommers. Dies hängt auch mit der Sommersonnenwende zusammen, denn am 21. Juni steht die Sonne senkrecht über den nördlichsten Regionen, so dass es zu den weißen Nächten kommt – Nächte, an denen die Sonne niemals untergeht. Die Kelten nannten das Fest der Sonnenwende „Alba Hevin“ (oft auch „Alba Hefin“ geschrieben) oder „Alba Heruin“. Übersetzt aus dem Walisischen bedeutet dies so viel wie „das Licht über der Küste“. Die heute oft gebräuchliche Bezeichnung Litha wurde vom Wicca-Autor Aidan Kelly geprägt. Der Name bezieht sich auf die keltische Mondgöttin Litha, welche für Überfluss, Fruchtbarkeit, Macht, Ordnung aber auch Ausgewogenheit steht. Außerdem gibt es in vielen Kulturen Feste, die zwar nicht genau auf den 21. Juni fallen, aber bis heute die Sommersonnenwende zelebrieren. Im christlichen Kalender wird am 24. Juni der Johannistag gefeiert (zu Ehren von Johannes dem Täufer) und in Estland das Fest „Jaanipäev“. Die Dänen feiern „Sankt Hans“ bereits am Abend des 23. Juni und die Finnen feiern „Juhannus“ immer am Samstag zwischen dem 20. und 26. Juni. In Lettland wird „Jāni“ und in Litauen „Joninės“ am 23. Juni gefeiert, während das Fest zur Sommersonnenwende in der Slowakei und in Polen „Sobotka“ genannt wird. In Österreich werden vielerorts Sonnwendfeiern abgehalten.

Die ersten Litha-Feste: Geschichte und Mythen

Es existieren archäologische Funde, die nahelegen, dass der Sommersonnenwende bereits vor tausenden von Jahren eine wichtige Rolle zukam. So wurde in Goseck ein bis zu 7.000 Jahre altes Sonnenobservatorium entdeckt, welches zeigt, dass selbst die ersten Bauern Europas den Lauf der Sonne studierten und darauf ausgerichtet, Versammlungen und Rituale abhielten. Auf der ganzen Welt finden sich uralte Kultstätten, für welche die Sommersonnenwende eine Bedeutung hat, wie die Himmelsscheibe von Nebra oder die Visbeker Braut. Die Kelten feierten die Sommersonnenwende zu Ehren der Mondgöttin Litha und des gehörnten Sonnenkönigs Baldur und deren Hochzeit. Zwölftägige Feierlichkeiten, die von Feuer und Tanz geprägt waren huldigten den Zenit der Sonnenkraft. Diese alten Gebräuche blieben bis ins Mittelalter erhalten, wo der „Sunnwendfeuertanz“ ein alljährliches Spektakel war. Als die christliche Kirche in ihrem Wahn die meisten heidnischen Feierlichkeiten abschaffen wollte, traf dies auch die Mittsommerfeste der Germanen und Kelten. Wie bei anderen heidnischen Feiertagen gelang das jedoch nicht und die Kirche widmete den 24. Juni Johannes dem Täufer. Fortan wurde der Johannistag anstelle der traditionellen Mittsommerfeste gefeiert. Die Johannisfeuer symbolisierten von diesem Zeitpunkt an Jesus Christus.

Die Mythen des Litha-Festes: Der Tod der Sonnengötter

Die keltischen Mythen über die Sommersonnenwende weisen eine starke und offensichtliche Symbolik auf. Der Sonnengott Baldur wird darin von Loki und Baldurs blinden Bruder Hödur aus dem Hinterhalt getötet. Drachentöter Siegfried, ebenfalls eine mythische Sonnengestalt, ereilte ein ähnliches Schicksal. Er wurde hinterlistig von Hagen von Tronje ermordet. Von diesem Tag an nimmt die Kraft der Sonne ab, ehe der Sonnenkönig Baldur zur Wintersonnenwende neu geboren wird und somit auch die Kraft der Sonne wieder zunimmt. Kurios ist, dass Litha eigentlich die Mondgöttin der Kelten war, das Litha-Fest aber die Sonne und ihre Kraft huldigt. Laut den Mythen heiraten am Tag der Sommersonnenwende jedoch Sonne und Mond, um die Erdgöttin fruchtbar zu machen. Der gehörnte Sonnengott überträgt von diesem Tag an seine Kraft auf die Erde, so dass die Temperaturen steigen und die Pflanzen gedeihen. Die Mondgöttin wird zu Litha aber auch angerufen und um reichlich Wasser gebeten. Denn nur die perfekte Balance aus Wasser und Sonnenkraft lässt die Ernte in voller Pracht erblühen. Es ist diese Balance, welche die Kelten ebenfalls der Mondgöttin Litha zusprechen. Sie allein erhält das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Abnahme, zwischen zunehmendem und abnehmendem Licht und verkörpert das Zentrum der Zyklen, den Mittelpunkt des Jahres und gibt die Ordnung der Natur vor.

Rituale des Litha Festes

Es gibt bis heute eine große Vielfalt an Litha-Ritualen und Bräuchen, die sich mitunter stark je nach Kultur unterscheiden können. Darum haben wir uns auf traditionelle Riten und Bräuche fokussiert, die teilweise schon die Kelten und ihre Schamanen praktiziert haben. Diese kostbaren Riten sind einzigartige Erfahrungen und sollten bewahrt werden, indem wir sie zur Sommersonnenwende durchführen.

Sonnwendfeuer

Der wohl bekannteste Brauch des Mittsommerfestes sind die Sonnwendfeuer, welche in den unterschiedlichsten Kulturen rund um die Sommersonnenwende angezündet werden. Riesige Holzstapel wurden auf Hügeln und Bergen gut sichtbar entzündet und die Menschen feierten den ganzen Tag und die ganze Nacht in seinem Glanz und seiner Wärme. Die Mittsommer-Feierlichkeiten der Kelten dauerten sogar zwölf Tage und Nächte an. Es war ein Fest der Freude und der Eskapaden, das viele Menschen nackt besuchten oder nur bemalt mit Pflanzenfarbe. Die Asche der Sonnwendfeuer wurde auf den Feldern ausgestreut. Auch bei den Mittsommerfesten der heutigen Zeit werden große Sonnwendfeuer entfacht – in Stonehenge, bei den Externsteinen des Teutoburger Waldes aber auch in christlichen Gemeinden.

Der Sprung über das Feuer

Es wird oft vergessen, dass Litha auch ein Fest der Reinigung ist. Aus diesem Grund galt der Feuersprung als ein wichtiges Ritual zur Sommersonnenwende. Der Sprung erfolgte dabei über kleinere Feuer und reinigte die springende Person. Geister und Astralwesen, die Unwohlsein oder Krankheiten auslösten, wurden auf diese Weise aus der eigenen Aura vertrieben. Außerdem galt, je höher der Sprung, desto ertragreicher fällt die Ernte aus. Auch Liebespaare sprangen Hand in Hand über solche Feuer. Blieben die Hände dabei ineinandergelegt, galt das als Zeichen einer langen Beziehung. Außerdem segnete ein Feuersprung beim Mittsommerfest den Springenden mit Gesundheit, Kraft, Glück und einer ertragreichen Ernte. So kam es, dass selbst Kinder über das Feuer geworfen wurden.

Fackeln und Feuerräder

Das Feuer war auch für weitere Litha-Rituale von großer Bedeutung. Feuerräder wurden über Hügel hinuntergetrieben als Symbol für den Lauf des Lebens und als Ebenbild der Sonne. Vielerorts wird bis heute ein Fackelmarsch veranstaltet, an dem möglichst viele Menschen mit entzündeten Fackeln teilnehmen. Auf diese Weise kann man verlorenen Seelen den Weg nach Hause leuchten. Außerdem können die Fackeln böse Geister abschrecken und negative Energien fernhalten.

Das Verbrennen alter Lasten und Kräuter

Was du loslassen willst, gibst du an das Feuer. Nach diesem Brauch wurden zum Litha-Fest schon immer belastende Dinge symbolisch verbrannt. Auch Druiden und Schamanen warfen wohlriechende Kräuter oder Bärlappsporen in die Flammen des Sonnenwendfeuers, um spektakuläre Lichteffekte zu erzeugen und wohltuende Gerüche zu verteilen. Paare warfen hingegen wilde Blumen in das Feuer und baten um Glück.

Baumgeister und das offene Tor zur Anderswelt

Keltische Schamanen nutzten die Nähe zur jenseitigen Welt am Tag der Sommersonnenwende, um die Anderswelt mithilfe von mächtigen Ritualen einfacher zu betreten. Dazu verwendeten sie spezielle Utensilien oder Gürtel aus geflochtenen Beifußzweigen als Schutz vor bösen Geistern, da auch diese leichter in die Welt der Lebenden eindringen konnten. Es war leichter mit seinen Ahnen oder seinem Krafttier in Kontakt zu treten, Visionen zu empfangen oder durch die Anderswelt zu reisen. Viele Überlieferungen aus jener Zeit sprechen auch von vermehrten Manifestationen jenseitiger Wesen zur Zeit des Litha-Festes und auch von sprechenden Tieren. Baumgeister, Elfen und Geister wurden häufig rund um das Sonnwendfeuer gesichtet, da sie zu dieser Zeit leichter wahrnehmbar sind. Aus diesem Grund eignet sich das Mittsommerfest auch für etwaige Baumrituale, bei denen man sich auf seine Verbindung zur Natur und seine Erdung konzentrieren muss.

Blumenkränze und Kräuterbuschen

Vor allem in den skandinavischen Ländern tragen Frauen und Mädchen bis heute hübsche Blumenkränze auf dem Haupt. Diese bestanden aus wilden Kräutern und Blumen und wurden direkt vor dem Fest gepflückt und geflochten. Früher war dies ein Zeichen, dass Mädchen und Frauen fruchtbar waren. Auch heute ist es ein netter Brauch, sich aus Wildblumen und Kräutern einen Blumenkranz zu flechten. Auch an die Türschwelle oder in den Behausungen wurden früher zum Schutz Blumenkränze gehängt. Vor allem Johanniskraut war für das Mittsommerfest sehr beliebt, da es die Kraft der Sonne in sich trug und als pflanzliches Antidepressivum benutzt werden kann. Aber auch Beifuß, Kamille, Holunder, Eisenkraut, Klettenlabkraut, Gundelrebe, Ringelblume, Thymian, Nachtkerze, Farn, Melisse, Schlafgarbe und Arnika sind typische Pflanzen des Litha-Festes, die auch zum Räuchern verwendet werden. Aus 7, 9, 77 oder 99 Pflanzen wurden Kräuterbuschen hergestellt. Als Gegenzug für die Entnahme der Pflanzen aus der Natur, sollte man immer auch einen Dank zurücklassen, zum Beispiel in Form eines Tabakopfers oder von Nüssen.

Weitere keltische Feste

Beltane

Traditionellerweise wird an Bealtaine der Übergang in den Sommer zelebriert, als auch das Leben, die Fruchtbarkeit und die Vereinigung selbst.
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Imbolg

Das Frühlingsfest ist das erste der vier keltischen Jahreskreisfeste und entspricht dem christlichen Lichtmess.
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Lughnasadh

Jedes Jahr am ersten August wird der keltische Feiertag Lughnasadh als Beginn der Erntezeit gefeiert.
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Häufige Fragen über das Litha-Fest

Das Litha-Fest wird genau am 21. Juni zur Sommersonnenwende gefeiert, wenn das Jahr den längsten Tag und die kürzeste Nacht erreicht. Schon die Kelten haben an diesem Tag Alba Hevin zelebriert und es gibt sogar Hinweise auf Bauern, die bereits vor tausenden von Jahren Rituale an diesem speziellen Tag abgehalten haben. Abgeänderte Formen des Litha-Festes wie Midsommar in Schweden oder die Feier des Johannestages werden nicht genau am 21. Juni abgehalten, sondern an unterschiedlichen Tagen der Woche, in dem die Sommersonnenwende stattfindet. In Schaltjahren (wie 2024) findet die Sommersonnenwende bereits am 20. Juni statt.

Es gibt eine Vielzahl an Ritualen, die bereits die Kelten zum Mittsommerfest vollzogen. Einige haben sich bis heute erhalten (wenn auch in abgewandelter Form), andere werden nur noch von Schamanen praktiziert. Feuer spielt auf jeden Fall eine große Rolle bei den Feierlichkeiten. Große Sonnwendfeuer werden entfacht und die Menschen versammeln sich vielerorts darum, um zu lachen, zu tanzen, zu trinken und zu essen. Früher waren viele Teilnehmer nackt und zelebrierten gemeinsam das Leben. Auch Feuerräder und Fackeln werden entzündet, um böse Geister fernzuhalten und verlorene Seelen sicher zu geleiten. Schamanen nutzen das Litha-Fest für Reisen in die Anderswelt und Weissagungen, da der Schleier zwischen den Welten an diesem Tag sehr dünn ist.

Die Sommersonnenwende findet jedes Jahr am 21. Juni statt. Dann ist die Erde so geneigt, dass wir auf der nördlichen Halbkugel den längsten Tag und die kürzeste Nacht erleben. In den nördlichsten Regionen geht die Sonne für einige Zeit gar nicht unter. Mittsommer hingegen ist lediglich ungefährer Sammelbegriff für die Feierlichkeiten rund um die Sommersonnenwende. Früher war der Zeitraum des Sommers zwischen 1. Mai und 31. Juli. Mittsommer war ungefähr am 21. Juni, darum wurde das Fest auch so genannt. In Schweden wird Midsommar heute immer am Freitag zwischen 19. und 25. Juni gefeiert.

Zu den verbreitetsten Bräuchen des Mittsommerfestes gehören Freudenfeuer und Feierlichkeiten mit viel Essen und Getränken. Regional gibt es jedoch viele unterschiedliche Bräuche. In Schweden wir zum Midsommar-Fest der Majstång aufgestellt – ein mit grünen Blättern verzierter Baumstamm auch bekannt als Maisstange – und darum herum getanzt. In Dänemark wird im Sonnwendfeuer traditionell eine Strohhexe verbrannt, um böse Geister fernzuhalten. In Estland werden Boote verbrannt, die nicht mehr fahrtüchtig sind. In Finnland werden durch Konzerte und laute Musik, um negative Energien zu verbannen. In Lettland verfügen alle Kräuter, die am Tag vor Mittsommer gesammelt wurden, über besondere Heilkräfte – für Tier und Mensch.

Wir laden dich ein, die Kraft des Lichts mit uns zu feiern.
Spüre die Wärme des Sommers, das Strahlen in dir – und die Freude des gemeinsamen Seins.

Melde dich hier für Litha – das Fest des Lichts – an.

Schamanismus in Therapie und Coaching

Seit Jahrtausenden nutzen Schamanen Techniken und Methoden, um Menschen bei der Bewältigung psychischer und körperlicher Probleme zu helfen. Schamanismus ist eine uralte spirituelle Praktik, die in vielen Kulturen weltweit bis heute praktiziert wird. In der heutigen Zeit erlebt der Schamanismus auch bei uns eine Renaissance und so finden in der modernen medizinischen und psychotherapeutischen Beratung und Therapie schamanische Methoden immer öfter Anwendung.

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Die Grundlagen des Schamanismus

In der westlichen Welt wird Schamanismus leider noch oft als esoterische Praktik abgetan, jedoch gewinnt diese traditionelle Form der Heilung und Beratung immer mehr an Bedeutung in der modernen Gesellschaft. Neben der klassischen Therapie wird auf alternative Methoden zurückgegriffen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Schamanische Methoden bieten hier eine wertvolle Ergänzung. Dabei geht es vor allem darum, die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele wiederherzustellen und den Zugang zu inneren Ressourcen zu stärken.

Der Schamanismus ist ein spiritueller Weg, der sich auf die Verbindung mit der Natur, der geistigen Welt und den Ahnen konzentriert. Der Schamane ist ein Heiler und spiritueller Führer, der durch Trance und andere Techniken in Kontakt mit der geistigen Welt treten kann. Die schamanische Praxis beinhaltet den Zugang zu spirituellen Dimensionen, um heilende Kräfte und Weisheit zu finden. Schamanisches Heilen basiert auf der Annahme, dass alle Dinge miteinander verbunden sind. Die Schamanen glauben, dass Krankheit durch Blockaden im Energiefluss des Körpers verursacht wird. Durch schamanische Rituale stellt der Schamane den Energiefluss des Körpers wieder her und bringt den Klienten ins psychisch-physische Gleichgewicht, was wiederum die Gesundheit fördert. Ein Schamane ist ein Vermittler zwischen der Welt der Geister und der menschlichen Welt. Schamanen glauben, dass diese spirituelle Welt unsere Welt beeinflusst und dass sie Krankheiten und Probleme heilen können, indem sie mit der spirituellen Welt arbeiten. Sie nutzen die Techniken des Trommelns, Singen, Tanzen und andere Rituale, um in einen tranceähnlichen Zustand zu gelangen und mit den Geistern in Kontakt zu treten.

Eine der wichtigsten Methoden des Schamanismus ist die schamanische Reise. Dabei handelt es sich um einen Trancezustand, in dem der Schamane oder die Person, die die Reise unternimmt, Kontakt zu spirituellen Wesen aufnimmt. Diese Wesen können Krafttiere, Geister oder Ahnen sein und werden als Quelle von Heilung, Wissen und Weisheit angesehen. Am häufigsten genutzt wird die Reise zum Krafttier. Das Krafttier vermittelt die Stärken und Eigenschaften, die der Mensch in seinem Leben braucht. Generell kann der Kontakt mit der spirituellen Welt eine tiefere Selbsterkenntnis und ein stärkeres Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse und Ziele fördern. Während der schamanischen Reise kann der Ratsuchende Antworten auf Fragen finden, Klarheit gewinnen und emotionale Blockaden lösen.

Schamanische Methoden in der therapeutischen Anwendung

In der heutigen Zeit haben viele Menschen das Gefühl, dass konventionelle medizinische Behandlungen nicht ausreichend sind oder nicht die gewünschte Wirkung erzielen. In diesem Kontext wird Schamanismus als eine Alternative betrachtet, die eine ganzheitlichere Herangehensweise an die Heilung von Körper, Geist und Seele ermöglicht. Schamanen glauben, dass viele Krankheiten auf spiritueller oder emotionaler Ebene entstehen. Durch den Kontakt mit den Geistern können sie Blockaden lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

Ein wichtiger Bestandteil des schamanischen Ansatzes ist die Arbeit mit dem Unterbewusstsein und der spirituellen Ebene. Rituale wie das Verbrennen von Räucherwerk oder das Aufstellen von Symbolen schaffen eine heilende Atmosphäre und unterstützen, sich auf den Prozess der Therapie einzulassen.

Schamanismus als Ergänzung der Schulmedizin

In der medizinischen Anwendung finden schamanische Methoden vor allem bei psychosomatischen Erkrankungen und bei der Begleitung von Menschen immer mehr Beachtung. Hierbei geht es darum, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. So werden schamanische Techniken etwa in der Traumatherapie eingesetzt, um traumatische Erlebnisse aufzuarbeiten. Durch die schamanische Reise können die Betroffenen in geschütztem Rahmen das Trauma noch einmal erleben und sich dadurch von den emotionalen und körperlichen Folgen lösen.

Um den Heilungsprozess bei körperlichen Erkrankungen zu unterstützen, hat sich hat sich das sogenannte „Extrahieren von Krankheit“ bewährt. Hierbei geht es darum, negative Energien oder geistige Wesenheiten, die die Gesundheit des Patienten beeinträchtigen, aus dem Körper zu entfernen. Der Schamane identifiziert die Blockaden hinter den körperlichen Beschwerden und löst sie durch das Entfernen der negativen Energien.

Schamanische Reisen als Teil der Therapie

In der psychotherapeutischen Anwendung können schamanische Methoden dazu beitragen, emotionale Probleme zu lösen und den Patienten dabei zu unterstützen, ihre innere Wahrheit oder die eigene Berufung zu finden. Es geht darum, das eigene Potenzial zu entfalten oder Blockaden im persönlichen Wachstum zu lösen. Schamanen verwenden dazu die Trancereisen, um den Patienten in eine tiefe Entspannung zu versetzen. In diesem Zustand können sie tief in ihr Unterbewusstsein eintauchen und sich mit den Wurzeln ihrer Probleme auseinandersetzen.

Durch die schamanische Reise kann der Ratsuchende seine inneren Bilder und Vorstellungen klären, persönliche Ziele und Visionen entwickeln, Hindernisse auf dem Weg überwinden und sich dadurch besser auf sein Ziel fokussieren. Durch den Kontakt mit den helfenden Spirits können auch hier Blockaden gelöst werden, die das Erreichen der Ziele verhindern.

Die Aktivierung der Selbstheilungskräfte und Soul Retrieval

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die psychotherapeutische Behandlung von Depressionen, Ängsten und anderen psychischen Erkrankungen. Durch schamanische Methoden können die Betroffenen Zugang zu ihren inneren Ressourcen finden und so ihre Selbstheilungskräfte aktivieren. Auch bei psychosomatischen Erkrankungen kann die schamanische Therapie unterstützend wirken, indem sie die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele wiederherstellt.

Eine weitere Methode, die in der psychotherapeutischen Anwendung eingesetzt wird, ist das sogenannte „Soul Retrieval“. Hierbei geht es darum, verlorene Seelenanteile zurückzuholen und in den Körper des Patienten zu integrieren. Die Seele kann durch traumatische Ereignisse oder schwere Verluste Teile abspalten, was zu emotionalen Problemen führen kann. Durch das Zurückholen dieser Seelenanteile kann der Patient seine Ganzheit wiedererlangen und seine emotionale Gesundheit wiederherstellen.

Das Fazit

Insgesamt kann Schamanismus eine sehr effektive Methode sein, um Blockaden auf körperlicher, emotionaler und spiritueller Ebene zu lösen. Schamanische Methoden können eine wertvolle Ergänzung zu medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungen sein und werden immer häufiger in der psychosozialen Beratung eingesetzt. Durch den Kontakt mit den Spirits können tiefere Selbsterkenntnis, persönliche Weiterentwicklung und Heilung erreicht werden. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass schamanische Praktiken kein Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Behandlungen sind. Sie können eine wertvolle Ergänzung sein, und es ist wichtig, dass sie von ausgebildeten Schamanen oder Therapeuten durchgeführt werden.

Akademieleiter Kurt Fenkart

Kurt Fenkart ist ein österreichischer Schamane und Autor, der sich seit vielen Jahren intensiv mit schamanischen Traditionen, Praktiken und Heilmethoden auseinandersetzt.
In seinen Büchern und Ausbildungen teilt er sein umfangreiches Wissen und seine Erfahrungen mit der schamanischen Heilung und Spiritualität. Dabei legt er besonderen Wert auf die Verbindung von altem Wissen mit modernen Erkenntnissen.

Im Buch „Auch du bist ein Schamane“ erklärt Kurt Fenkart die Grundlagen des Schamanismus und gibt Anleitungen für schamanische Rituale und Praktiken.
Sein Buch, „Schamanen und ihre Spirits“, eröffnet allen Lesern praktische Möglichkeiten die schamanischen Kräfte ganz konkret im Alltag zu nutzen.

Kurt Fenkarts Bücher

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Reise in die Anderswelt

Seit Anbeginn der Zeit führen Schamanen auf der ganzen Welt schamanische Reisen in die Anderswelt durch. Mithilfe von Ritualen und schamanischen Utensilien versetzen sie sich dafür in einen Trance-Zustand, der es ihrem Geist erlaubt, den Körper zu verlassen und in die Geisterwelt einzutreten. In unserem Artikel erklären wir, warum die schamanische Reise in die Anderswelt eine der wichtigsten Praktiken des Schamanismus darstellt, wie diese Reise abläuft und auch wie die Anderswelt aufgebaut ist und von uns wahrgenommen wird.

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Die schamanische Reise in die Anderswelt

Den Schleier zwischen der tatsächlichen Wirklichkeit und der Welt der Geister zum ersten Mal zu durchschreiten, ist ein erstaunliches Gefühl, das einen nie wieder loslässt. Die irdische Hülle verweilt in der physischen Welt, während die Seele auf Wanderschaft geht. Hinein in unbekannte, sich ständig verändernde Landen. Dorthin, wo die Seelen der Verstorbenen leben, wir in Kontakt zu unseren Ahnen treten können. Es ist das Land der Tiergeister, der Naturgeister und auch der Thron der Götter. Eine Reise in die Anderswelt verbindet uns mit der Urkraft der Erde und mit dem Kosmos selbst. Mit jeder Reise lernen wir uns selbst besser kennen und schöpfen neue Kraft, finden neue Verbündete. Die Anderswelt lehrt uns das Leben zu meistern und die dort hausenden Wesenheiten und Spirits spenden Rat und Trost.

Häufige Fragen zur Anderswelt

Was ist die schamanische Anderswelt?

Die Wirklichkeit ist nur ein Teil der Welt, die uns umgibt. Doch was liegt dahinter? Auch wenn wir in der westlichen Zivilisation gelernt haben, uns auf die materielle und mit den Sinnen erfahrbare Welt zu fokussieren, so vermochten unsere Vorfahren sehr wohl hinter die Schleier dieser Wirklichkeit zu blicken. Dort fanden sie die Anderswelt – die Welt der Spirits und der Ahnen. Eine Welt, die bis heute für viele indianische Kulturen ebenso real und greifbar ist, wie sie es für unsere Vorfahren war. Diese Geisterwelt ist beseelt mit den unterstützenden und heilenden Spirits aller Dinge. Götter, Ahnen, Tiergeister und uralte Lehrmeister sind in diesen fernen Gefilden wahrnehmbar und vor allem kontaktierbar. Dies mag in den Ohren vieler nach Fantasiegeschichten klingen, doch nur, da wir uns in der westlichen Gesellschaft schon lange von der spirituellen Welt abgewandt haben und diese als unwahr abtun. Wir haben verlernt, die Anderswelt wahrzunehmen oder sie gar zu betreten. Diese nicht alltägliche Wirklichkeit befindet sich hinter den Grenzen der stofflichen Welt und ist durch eine schamanische Reise im Geiste erreichbar. Zeit und Raum spielen dort keine Rolle. Vergangenheit und Zukunft legen sich übereinander und räumliche Distanzen – wie groß sie auch sein mögen – können in einem Wimpernschlag zurückgelegt werden. In einigen Kulturen wird die Anderswelt mit dem religiösem Konstrukt von Himmel und Hölle gleichgesetzt. Für unsere Vorfahren hatte es andere Namen wie Walhalla, Elysion oder das andere Land. Zu Letzt bleibt noch zu sagen, dass eine Reise in die Anderswelt immer auch einer Reise in unsere Seele gleichkommt.

Das Dreiwelten-Modell: Aufbau der schamanischen Anderswelt

Auch wenn die Anderswelt je nach Kultur feine Unterschiede vorzuweisen hat, so ist der grundlegende Aufbau stets der selbe. Die Geisterwelt basiert auf einem Dreiwelten-Modell, ähnlich den germanischen Vorstellungen von Asgard, Midgard und Utgard und setzt sich aus drei Ebenen zusammen, die miteinander verbunden sind. Die Übergänge zwischen den Welten sind fließend. Diese spirituelle Wirklichkeit ist demnach in eine obere Welt, eine mittlere Welt und eine untere Welt geteilt, wobei man im Zuge einer schamanischen Reise immer zuerst die mittlere Welt betritt. Von dort aus sind für Schamanen Reisen in die obere und untere Welt möglich. Interessant ist, dass jeder Reisende die Anderswelt unterschiedlich wahrnimmt. Dabei spielen die Erfahrungen und Erlebnisse unseres irdischen Daseins eine große Rolle. Was wir in der Anderswelt sehen, manifestiert sich sozusagen aus unserer menschlichen Erfahrungswelt. Darüber hinaus verändert sich das Abbild der Anderswelt mit jedem Besuch. Die Umgebungen werden mit jeder Reise detailreicher und man lernt das Gesehene immer besser zu verstehen und zu deuten.

Die mittlere Welt: ein Spiegelbild der alltäglichen Wirklichkeit

Der Zutrittspunkt in die Anderswelt erfolgt immer über das Spiegelbild unserer gelebten Wirklichkeit. Aus diesem Grund manifestiert sich die mittlere Welt auch in bekannten Formen wie Wälder, Städte, Berge, Wüsten, Gewässer – alles, was uns vertraut erscheint, finden wir auch dort. Doch diese Vertrautheit sollte vor allem unerfahrenen Reisenden nicht die Vorsicht nehmen, denn die Mittelwelt beheimatet nicht nur die Menschen, Pflanzen und Tiere, sondern auch die Seelen der Verstorbenen und anderer Spirits und nicht alle sind darauf aus, zu helfen. Eine schamanische Reise in die mittlere Ebene der Anderswelt unterstützt dich bei der Kommunikation mit deinen Ahnen, Tieren und Pflanzen und kann Geübten dabei helfen, verlorene Gegenstände wiederzufinden. Denn wie bereits erwähnt, ist diese Ebene eine Spiegelwelt der tatsächlichen Realität.

Die untere Welt: das Reich der Ur-Instinkte und Krafttiere

Wer noch wenig Erfahrung mit schamanischen Reisen in die Anderswelt hat, sollte sich zu Beginn nur in der unteren Welt aufhalten. Hingegen gängiger, religiöser Mythen hat die untere Welt nichts mit der Unterwelt oder der Hölle zu tun, sondern ist ein wunderschöner und heilsamer Ort. Die untere Ebene der Anderswelt verkörpert die weibliche Urkraft, die uns alle nährt und inspiriert. An diesem wunderbaren Ort treffen Schamanen und ungeübte Reisende auf Naturgeister, Tiergeister und alle Arten von helfenden Spirits. Tief im Schoß von Mutter Erde fühlt man die starke Verbundenheit mit den archetypischen Kräften, mit dem Bewusstsein der Erde und kann seine Ur-Instinkte wecken. Die untere Ebene ist ein Hort der Inspiration, der Geborgenheit und der Kreativität, indem Reisende ihr Krafttier finden oder einen Helfergeist – mächtige Verbündete für den weiteren Lebensweg. An diesem Ort will dir niemand schaden und du bist in Sicherheit.

Die obere Welt: das Zuhause der Weisen und der Götter

Die Suche nach einem geistigen Führer kann es erforderlich machen die obere Ebene der Anderswelt zu betreten. Selbst erfahrene Schamanen betreten die obere Welt jedoch seltener als die anderen. Während man sich bei einer Reise in die Unterwelt tief in den Schoß der Erde vorwagt, steigt man bei einer Reise in die Oberwelt bewusst empor. Die obere Welt zeigt sich dabei meist in Wolken gehüllt oder als weißer, fast endloser Raum. Die Umgebung ist feinstofflich und ätherisch, ähnlich gängiger Vorstellungen des Himmels. Inmitten von Wolken und Sternen hausen die mächtigen Götter und spirituelle Lehrer oder Ahnen. Sie kann man um Rat und Führung bitten.

Die schamanische Drei-Welten-Kosmologie

Das tief verwurzelte Konzept der Drei-Welten-Kosmologie findet sich in vielen schamanischen Kulturen in Asien. Ähnlich wie das oben beschriebene Dreiwelten-Modell des Neo-Schamanismus ist der Weltenaufbau dieser Kulturen in drei vertikal übereinander-gelegte Wirklichkeiten gegliedert, die durch den Weltenbaum miteinander verbunden sind. Die Grenzen zwischen den drei Welten sind durchlässig, so dass Wesen sie durchschreiten können. Früher galt dieses Privileg allen Menschen, doch irgendwann ertrugen die Geister den ständigen Kontakt mit den Lebenden nicht mehr, so dass nur noch wenige Auserwählte schamanische Reisen vollziehen durften.

Die schamanische Reise: Eintritt in die Anderswelt

Betrachtet man das Wirken traditioneller und moderner Schamanen, so wird schnell klar, dass sie vor allem als Mittler zwischen der Anderswelt und der realen Welt fungieren. Die Arbeit in der Geisterwelt kann sogar als spirituelle Kernpraxis eines Schamanen gesehen werden. Dazu schicken schamanisch Praktizierende einen Teil ihrer eigenen Seele auf eine Reise in die Anderswelt und tauchen dabei bewusst in diese andere Wirklichkeit ein. Auch wenn man nicht unbedingt ein ausgebildeter Schamane sein muss, um eine schamanische Reise in die Anderswelt antreten zu können, so erfordert diese Praxis viel Übung und sollte stets mit einem großem Maß an Respekt vor den Wesenheiten der Anderswelt begangen werden. Ein Schamane kann sich einer Vielzahl an Hilfsmitteln bedienen, um den Eintritt in die Anderswelt zu erleichtern. Das rhythmische Schlagen der Schamanentrommel ist ein häufiges Mittel, um einen Trance-Zustand zu erreichen, in dem es leichter fällt, die stoffliche Welt im Geiste zu verlassen. Der Trommelschlag symbolisiert dabei das schlagende Herz von Mutter Erde und die Schwingung der Trommel synchronisiert den Herzschlag des Schamanen mit jenem des Kosmos. Doch auch andere schamanische Utensilien können dabei unterstützen, den Trance-Zustand zu erreichen. Der Klang einer Rassel oder eines Didgeridoos oder auch das bloße Lauschen von Naturgeräuschen während einer tiefen Meditation wie das Rauschen des Windes oder das Fließen eines Baches. Auch Gesang kann dabei helfen, leichter in die Anderswelt zu gleiten. Darüber hinaus gibt es Tage, an denen der Schleier zwischen unserer Realität und der Geisterwelt dünner als üblich ist, was eine schamanische Reise zusätzlich vereinfacht. Die keltischen Jahreskreisfeste wie Samhain, Imbolg, Lughnasadh oder Beltane werden als Schwellenfeste bezeichnet, weil sie zwischen den Jahreszeiten liegen und sich die Welten zu diesen Feiern einander annähern. Auch die Raunächte eignen sich für schamanische Reisen. Zu guter Letzt nutzen viele Schamanen besondere Kraftplätze oder spezielle Rituale, die den Übergang erleichtern.

Der Kontakt zu Geistern und Ahnen in der Anderswelt

Der Kontakt zu Geistern und Ahnen in der Anderswelt
Die Gründe für eine schamanische Reise in die Geisterwelt sind vielfältig. Meist jedoch, wird der erste Besuch der Anderswelt dazu genutzt, sein Krafttier oder seinen Helfergeist in der unteren Welt zu finden. Als spiritueller Helfer erleichtert dein Krafttier dir nicht bloß den Zugang zur Anderswelt, sondern unterstützt dich auch bei deinen Aufgaben in der realen Welt. Bei zukünftigen Reisen in die andere Wirklichkeit führt dich dein spiritueller Helfer, hilft dir bei deiner Heilung sowie bei der Beantwortung wichtiger Fragen und gibt dir Kraft. Er unterstützt dich auf deinem weiteren Lebensweg. Außerdem nutzen Schamanen die Anderswelt, um in Kontakt mit ihren Ahnen zu treten und ihr Ahnenfeld zu reinigen. Auch mit anderen Seelen und Naturspirits von Pflanzen, Tieren, Steinen und Bergen kann ein geübter Reisender in Kontakt treten, denn jeder Geist ist in der beseelten Anderswelt wahrnehmbar. Inmitten deiner Ahnen, deines Krafttiers und anderer spiritueller Wesenheiten, kannst du als Reisender Antworten auf wichtige Lebensfragen, Rat und Heilung erfahren, aber vor allem ist eine schamanische Reise immer auch eine Reise in deine eigene Seele und eine Technik, mit der du dich selbst besser kennenlernst. Erfahrene Schamanen können auch in die obere Welt reisen, um mit weisen spirituellen Führern und Göttern in Kontakt zu treten und von ihnen zu lernen.

Die keltische Anderswelt

In der keltischen Mythologie wird die jenseitige Welt oft als ungewöhnliches oder anderes Land beschrieben, das neben jener Welt existiert, in der die Menschen ihr Dasein fristen. Diese Welt kann an bestimmten Orten auch von Menschen – tot und lebendig – betreten werden, meist nur mit der Zustimmung der Götter, aber durchaus auch ohne deren Zustimmung. Die Anderswelt der Kelten wird oft als paradiesischer Ort dargestellt und als „Land der Jugend“ bezeichnet, wobei eine verstorbene Seele weder eine Belohnung, noch eine Strafe zu befürchten hat. Jedoch barg das Jenseits sehr wohl auch große Gefahren – schließlich konnte man selbst den Totengöttern über den Weg laufen. Auch Tiere und Pflanzen ließen ihre Seelen in das andere Land wandern und spielten eine wichtige Rolle in der keltischen Mythologie. Menschen, die Seelen ihrer Ahnen und die Götter lebten eng beieinander und tauschten sich aus. Die Nähe der Welten war derart groß, dass unachtsame Menschen während der keltischen Jahreskreisfeste auch ungewollt in die Anderswelt gelangen konnten und vice versa Feen, Geister, Elfen und andere Wesen aus dem Jenseits in die reale Welt gelangten. Die Herrscher der keltischen Anderswelt waren der einäugige Goll mac Duilb, König Tigernmas und Donn – Totengötter des keltischen Altertums.

Häufige Fragen über die Anderswelt

Je nach Kultur und Religion gibt es unterschiedliche Interpretationen und Namen für die Anderswelt. Meist handelt es sich um das Jenseits – also um eine spirituelle Welt, die direkt neben der unseren existiert. Bei den Kelten wurde die Anderswelt auch andere Welt, anderes Land, Anderwelt oder ungewöhnliches Land genannt. Oft wird sie auch als Geisterwelt oder nicht alltägliche Wirklichkeit bezeichnet. Bei den Germanen wurde die Anderswelt Walhall genannt, bei den Griechen und Römern Elysion.

Wir wissen heute, dass es große Gemeinsamkeiten in den Darstellungen der Anderswelt unterschiedlicher Kulturen gibt. Die Geisterwelt ist meist in drei Ebenen unterteilt: die untere Welt, die mittlere Welt und die obere Welt. Während die mittlere Welt eine Spiegelung unserer Wirklichkeit ist, beheimatet die untere Welt helfende Spirits wie Naturgeister und Tiergeister und die obere Welt spirituelle Führer und Götter.

Schamanen sind erfahrene Mittler zwischen der Realität und der Anderswelt. Jedoch kann jeder mit viel Übung lernen, die Anderswelt zu betreten. Dazu bedient man sich schamanischen Ritualen und Utensilien, die dabei helfen einen Trance-Zustand zu erreichen. So kann ein Teil der Seele im Geiste die Anderswelt betreten. Zu gewissen Zeiten nähert sich die reale Welt der Anderswelt besonders nah an, so dass der Schleier zwischen den Welten sehr dünn wird und ein Übergang leichter vonstattengeht.

Mit ausreichend Übung ist jeder Mensch dazu in der Lage, die Anderswelt zu bereisen. Jedoch sollte man zuvor von einem erfahrenen spirituellen Führer lernen, welche Gefahren eine Reise in das andere Land birgt. Die Techniken selbst sollten ebenfalls von einem erfahrenen Schamanen erlernt werden.

Betritt man die Anderswelt ohne geistigen Führer und unerfahren, so birgt die Reise durchaus große Gefahren. Die Sinneseindrücke können überwältigend und ungefiltert sein und den Reisenden überfordern. Er kann unvorbereitet auf verdrängte Erinnerungen oder manifestierte unterbewusste Probleme treffen. Auch böse Geister und Wesenheiten können angetroffen werden. Die Kelten gingen noch einen Schritt weiter und warnten vor Begegnungen mit Todesfeen, Totengöttern und Dämonen. Aus diesem Grund sollte man als Anfänger niemals ohne die Anleitung eines erfahrenen Schamanen den Schritt in die Anderswelt wagen.

Die Seelen unserer verstorbenen Ahnen wandern in die Anderswelt und sind dort anzutreffen. Als geübter Reisender kann man nicht nur in Kontakt mit seinen Ahnen treten, sondern auch um ihre Unterstützung bitten, sich ihre Kraft leihen und sein Ahnenfeld heilen.

Wenn du die Sehnsucht spürst, tiefer zu reisen – hinter die sichtbare Welt, hinein in deine eigene Seelenkraft –, dann ist das Einstiegsmodul Shaman Practitioner I Vision – Seelenkraft – Heilung, dein nächster Schritt auf diesem Weg.

Der Schamanische Schutzschild

Stress – die dunkle Seite der Lebensenergie ist keine „Errungenschaft“ der modernen Gesellschaft: Wo immer der Mensch aus dem Gleichgewicht gerät, da verliert er lichtvolle Lebensenergie – mit den bekannten Folgen von Konzentrationsschwäche über Schlafstörungen bis hin zu Herzschwäche und Impotenz.

Erfahre, wie sich der Stress – die „Kämpfe des Alltags“ – besser bewältigen lässt.

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Die Grenze des Materiellen

Unsere westliche Kultur lebt immer mehr mit der Vorannahme, dass es jenseits des Körpers (jenseits des Materiellen) nichts anderes gibt. Und die Wissenschaftler, die diese Vorannahme zu ihrem „Glauben“ gemacht haben, Wissenschaftler, die „glauben“, dass es jenseits des Materiellen nichts anderes gibt, versuchen uns dauernd irgendwelche Beweise zu liefern, dass ihre Vorannahme die einzige Richtige ist. Mit diesem Glauben stoßen sie beim Heilen an die von ihnen selbst gesetzte Grenze des Materiellen.

Wir im Westen haben es uns angewohnt von Körper, Geist und Seele zu sprechen. Für den Körper sind die Ärzte zuständig, für Geist und Seele die Psychologen. Beide Berufsgruppen stoßen an Grenzen, weil sie einerseits den Begriff Körper ganz genau definieren, andererseits Geist und Seele nur als Metapher verwenden, um Vorgänge zu beschreiben, die auf der körperlichen Ebene nicht fassbar sind.

Ausgebrannt: Wie die Stressenergie unsere Aura belastet

Kann die westliche Schulmedizin an einem physisch wie psychisch total erschöpften Patienten keine körperliche Erkrankung feststellen, spricht sie von „Burn-Out“: In der modernen Psychologie wird es als „Erschöpfungsdepression“, als „stressbedingte Entspannungsstörung“ oder als „multifaktorielle Befindlichkeitsstörung“ (WHO) definiert. Betroffene können nicht mehr abschalten und sich erholen, sie fühlen sich erschöpft und abgeschnitten vom Fluss des Lebens. Auslöser für Burn-out ist meistens eine vermeintliche Gefahrensituation. Der Mensch versucht dieser andauernden Gefahrensituation Stand zu halten, indem er Teile seiner psychischen Funktionsfähigkeit opfert, um zu überleben.

Kann die westliche Schulmedizin an einem physisch wie psychisch total erschöpften Patienten keine körperliche Erkrankung feststellen, spricht sie von „Burn-Out“: In der modernen Psychologie wird es als „Erschöpfungsdepression“, als „stressbedingte Entspannungsstörung“ oder als „multifaktorielle Befindlichkeitsstörung“ (WHO) definiert. Betroffene können nicht mehr abschalten und sich erholen, sie fühlen sich erschöpft und abgeschnitten vom Fluss des Lebens. Auslöser für Burn-out ist meistens eine vermeintliche Gefahrensituation. Der Mensch versucht dieser andauernden Gefahrensituation Stand zu halten, indem er Teile seiner psychischen Funktionsfähigkeit opfert, um zu überleben.

Dunkelheit – eine polare Kraft

Aus schamanischer Sicht führen Stressenergien zu einer Überladung der Aura. Aurasichtige Menschen nehmen diese Überladung oft auch als dunkle Energie wahr. Im heutigen Sprachgebrauch wird Dunkel vielfach gleichgesetzt mit „böse, ungut“. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatte die Kirche der vergangenen Jahrhunderte, welche die Menschen davor bewahren wollte, den „dunklen Mächten“ zu verfallen. Und als Inbegriff des Bösen wurde der Teufel als Herr Dunkelmächte erfunden, um die Menschen zu unterdrücken und ihnen Angst einzujagen.

Dunkelheit macht Angst. Es ist eine Urangst, die im Menschen hochkommt. Unsere Vorfahren waren in der Dunkelheit ihren Feinden unterlegen. Überall lauerten Gefahren, die aus der Dunkelheit über die Menschen hereinbrechen konnten – wilde Tiere, feindliche Stämme. Die Dunkelheit war eine gute Zeit des Angriffs. Auf keinen anderen Sinn können wir Menschen uns so verlassen, wie auf unseren Sehsinn. Wenn es dunkel wird, verlieren wir unsere wichtigste Hilfe, uns in der Umwelt zurechtzufinden. Deshalb haben wir Angst, wenn es dunkel wird um uns.

So wie alles in unserer polaren Welt hat die Dunkelheit auch gute Seiten. Sie bot unseren Vorfahren auch Schutz. Und vor allem die Schamanen unter unseren Vorfahren erkannten, wie wichtig die Dunkelheit für das Öffnen des dritten Auges und für die Astral-Reisen in die Anderswelt war.

Um in die andere Welt zu gelangen werden die Augen geschlossen, der Sehsinn wird reduziert. Eine angenehme Liegeposition in einer ruhigen und sicheren Umgebung hilft, die nach Außen orientierte Aufmerksamkeit abzuschalten und sich auf seelisch-energetische Vorgänge zu konzentrieren. Wer sich heutzutage schamanisch betätigt, kann das recht einfach. Ein ruhiger Raum, eine bewusstseinsverändernde Trommelmusik aus dem Kopfhörer und schon kann die Seele auf Reisen gehen.

Früher war das anders. Das wichtigste für unsere Vorfahren war die Sicherheit des Körpers, während dem Kontakt zur anderen Wirklichkeit. Die freie Natur war dafür zu gefährlich. Als Schlafstätten wählten sie oft Höhlen, weil sie hier relativ sicher waren. Umgeben von der Sippe fehlte jedoch die nötige Ruhe und Stille, die für die Energiearbeit wichtig ist. So zogen sie sich weit in die abgelegensten Winkel der Höhlen zurück. Hier fanden sie die idealen Bedingungen. Sicherheit, absolute Dunkelheit und absolute Stille, als perfekte Voraussetzungen für den visionären Kontakt mit der anderen Wirklichkeit.

Und sie bekamen Kontakt. Als erstes tauchen in der Dunkelheit Lichtpunkte vor den geöffneten Augen auf. Bei einem Experiment in einer Höhle mit einer Ausbildungsgruppe konnte ich genau diese Lichtvisionen selbst erleben. Heute weiß man aus der Gehirnforschung, dass das ein typisches Phänomen ist, wenn man in einen anderen, den schamanischen Bewusstseinszustand überwechselt.

Um Schamanismus und schamanisches Heilen verstehen und auch praktizieren zu können folgen wir der Vorannahme unserer Vorfahren: nämlich jener, das es jenseits des Materiellen etwas anderes gibt. Native Kulturen nennen dieses Andere jenseits des Materiellen: die unsichtbare Welt, die Welt der Geister oder die andere Welt. Die Masse der Menschen, die den Vorannahmen der materiegläubigen Wissenschaftler blind vertrauen, bleiben für die anderen Wahrnehmungen „blind“.

Der schamanische Schutzschild – Ein Ritual zur Stressbewältigung

Um vor den vielfältigen Gefahren geschützt zu sein erhielten bei vielen Völkern die Menschen einen spirituellen Schutzschild, der sie von den Angriffen der Feinde absichern sollte. Die Legende berichtet von der Unverwundbarkeit des Sioux-Häuptlings „Crazy Horse“! Die Art der Gefahren hat sich verändert, unsere unbewusste Reaktion darauf nicht. Es ist der Stress, der genau so wie früher unsere Energien in Wallung bringt. In unserem zivilen Alltag gibt es immer wieder „Gefahren-Situationen“, wo wir gerne besser geschützt wären. Heikle Besprechungen oder emotionale Konflikte sind die Kampfstätten unserer modernen Gesellschaft. Mit einem speziellen Ritual können Sie sich, wie die Eingeweihten einen unsichtbaren Schutzschild für die Alltags-Kämpfe schaffen. Profitieren werden Sie davon im beruflichen und privaten Umfeld!

Der Erdschild

Stellen Sie sich ruhig hin, die Hände seitlich, beide Beine fest am Boden. Spüren Sie wie Sie mit den Fußsohlen den Boden berühren. Spüren Sie die Kraft der Erde. Stellen Sie sich einfach vor, dass aus dem Boden, aus der Erde, eine stärkende, festigende farblose Kraft aufsteigt.

Beginnen Sie die kräftigende Erdenergie wie eine zweite Haut über Ihren Körper zu ziehen, indem Sie mit Ihren Händen im Abstand von ca. drei Zentimetern an den Füßen hochfahren.

Fahren Sie mehrmals über die Beine hoch, bis sie das Gefühl haben, dass die Beine in einer Hülle stecken. Danach lassen Sie beide Hände über den Bauch und die Brust höher gleiten bis zum Hals. Verteilen Sie dabei die Energie bis zur Seite. Danach fahren Sie mit beiden Händen – die Fingerspitzen über der Wirbelsäule – soweit hoch, wie Sie können. Greifen Sie nun mit den Händen über die Schulter hinunter und ziehen die Schutzenergie hoch wie eine Hülle bis zum Hals. Fahren Sie unter der Achsel durch und ziehen die Erdenergie über den linken und rechten Arm bis hinauf zu den Schultern. Führen Sie die Hände im Nacken soweit zusammen, bis sich die Fingerspitzen berühren und ziehen dann die Kapuze des Anzugs von hinten über den Kopf hoch und über das Gesicht wieder herunter bis zum Hals. Damit haben Sie den Erdschild geschlossen und er umgibt Sie wie eine zweite Haut. Visualisieren Sie sich in Ihrem farblosen, stärkenden Erdschild.

Der Sonnenschild

Nach der Erschaffung des Erdschilds stellen Sie sich wieder ruhig hin und halten beide Hände mit den Handflächen geöffnet hoch zum Himmel. Stellen Sie sich dabei vor, wie das weiße Licht der Sonne von oben kommt und herab in Ihre Hände fließt. Nun erschaffen Sie sich einen golden-weiß leuchtenden Licht-Poncho, der bis zum Boden reicht.
Stellen Sie sich vor wie Sie mit den Händen die Kapuze des Licht-Ponchos über Ihrem Kopf glatt streichen, dann den Poncho über Ihre Schultern fallen lassen und hinten und vorne bis zum Boden glatt streichen.

Zum Abschluss visualisieren Sie sich im goldweißen Sonnenschild.

Diese Übung machen Sie eine Woche lang täglich einmal. Mit jedem Mal wird der Schutzanzug dichter und fester. Vor ganz wichtigen Ereignissen, wiederholen sie die Übung zuhause einfach nochmals. Wenn Sie in eine Situation kommen, in der Sie den Schutz brauchen, denken Sie einfach an Ihren doppelten Schild!

Entscheiden Sie selbst, welcher Vorannahme Sie glauben – jener, dass es jenseits des Materiellen nichts gibt, dann können Sie sich auch nicht schützen oder jener, dass es jenseits des Materiellen etwas gibt, das Einfluss auf unser Leben hat – dann können Sie sich schützen. Ihre eigenen Erfahrungen sind dann der beste Beweis, welche Vorannahme richtig ist!

Das Schamanische Schutzschild ist ein kraftvolles Werkzeug, um dich selbst zu zentrieren, zu schützen und klar in deiner Energie zu bleiben.

Wenn du tiefer in diese Arbeit eintauchen und die Grundlagen des schamanischen Weges erlernen möchtest, ist der Lehrgang I Shaman Practitioner der richtige Beginn. Hier findest du alle weitere Informationen.

Die Schwitzhütte: Ein besonderes Schamanenritual

Die Schwitzhütten-Zeremonie ist ein schamanisches Ritual zur Reinigung und Wiedergeburt, das von vielen Kulturen auf der ganzen Welt durchgeführt wurde. Vor allem die Stämme Nordamerikas konnten diese wertvolle Tradition bis heute bewahren. Schamanen unterscheiden zwischen zwei Formen der Schwitzhütte: die Heilungshütte und die Reinigungshütte. In diesem Artikel erläutern wir nicht nur den Unterschied dieser beiden Formen, sondern klären auch über den mythologischen Ursprung der Inipi, der Verbreitung der Sweat Lodges und deren Bedeutung auf. Zudem gehen wir näher auf die Lakota-Schwitzhütte ein und erklären den Aufbau und den Ablauf eines traditionellen Schwitzhütten-Rituals.

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Die Schwitzhütte als Ritual der Wiedergeburt im Bauch von Mutter Erde

Wenn das Knistern der Kräuter und das Zischen des auf die glühenden Steine geschütteten Wassers das Innere der Schwitzhütte mit heißem, wohlriechendem Dampf füllt und man den weisen Worten des schamanischen Ritualleiters lauscht, spürt man förmlich, wie der Körper und die Seele rituell gereinigt werden. Genau dies ist der Sinn der traditionellen Schwitzhütten-Rituale. Man kriecht in den Bauch von Mutter Erde zurück und in dieser dunklen, wohlig-warmen Höhle, streift man alten Ballast ab, und taucht in tiefere Ebenen seines Bewusstseins ab. Man tritt in Kontakt mit seinen Ahnen und den Spirits. Man schafft Platz für Neues und man heilt – sowohl seelisch als auch physisch, sowohl emotional als auch spirituell. In einer Schwitzhütte wird man wieder ganz.

Häufige Fragen zur Schwitzhütte

Der Ursprung der Schwitzhütten-Zeremonie

Auch wenn in vielen Regionen der Erde bis heute nur wenige Überlieferungen über Schwitzhüttenrituale erhalten sind, so geht man davon aus, dass Schwitzhütten ursprünglich eine rituelle Bedeutung im Zusammenhang mit der Jagd hatten. Es wird vermutet, dass Jäger durch exzessives Schwitzen ihren Körpergeruch neutralisiert haben. Auf diese Weise konnten sie sich näher an Beutetiere heranschleichen. Erst mit der Zeit wurde aus dieser Jagdzeremonie eine spirituelle, in der man die Tiergeister anrief und um Jagdglück bat. Die Schwitzhütte wurde von diesem Zeitpunkt an zur Visionssuche und viele weitere spirituelle Rituale genutzt. Mithilfe von Schwitzhütten Zeremonien wurden Visionen gesucht, die dem Wohl der Gemeinschaft dienten. Man bat die Geister der Ahnen und der Natur um Trost, Rat und Unterstützung. Auch der antike griechische Historiograph Herodot berichtete bereits 450 vor Christus über das Kriegervolk der Skythen und beschrieb ihre Form des Schwitzbades. Sie wickelten sich in Decken und warfen Hanfsamen auf glühende Steine, so dass ein unglaublich dichter Dampf entstand. Auch in Irland gibt es uralte Aufzeichnungen über Erdhütten, die mindestens 1.500 Jahre alt sind. Viele davon sind heute noch zu finden.

Der Steinjunge der Lakota-Indianer

Bei den Lakota Indianern erzählt man sich eigene Ursprungsmythen der Inipi. Einst gab es eine Frau, die mit ihren fünf Brüdern in einem Canyon lebte. Jeden Abend gingen die Brüder auf die Jagd, jedoch verscholl bei jeder Jagd einer von ihnen. Als die verzweifelte Frau sich das Leben nehmen wollte und einen Stein verschluckte, wuchs aus diesem der Steinjunge heran, Iyan Hokshi. Der Steinjunge wuchs außerordentlich schnell heran und ging schon bald ebenfalls auf die Jagd. Er traf auf eine alte Frau, die in einem maroden Tipi lebte, in dem fünf Beutel an den Wänden lehnten. Die Frau klagte über Rückenschmerzen und bat den Steinjungen über ihren Rücken zu laufen, um die Schmerzen zu lindern. Als er einen spitzen Gegenstand unter ihrer Kleidung spürte, wusste er, dass sie seine Onkel getötet hatte und sprang so lange und so fest auf ihren Rücken, bis er brach und sie tot war. In den fünf Beuteln fand er seine fünf verdorrten Onkel. Als er erschüttert das Tipi verließ, sprach ein Haufen runder Steine zu ihm und wiesen ihn an, eine kuppelförmige Hütte aus Weidenruten und Büffelfellen zu bauen. Er brachte die Körper seiner Onkel in die Hütte und verbrannte den Körper der Frau auf einem Feuer davor. Anschließend trug er die glühenden Steine mit einem Hirschgeweih in die Hütte und begoss sie mit Wasser. Er bedankte sich bei seinen Onkeln. Als er diesen Vorgang wiederholte, bewegte sich etwas in der Hütte. Der Steinjunge begann zu singen und beim vierten Durchgang stimmten seine Onkel in den Gesang mit ein. Sie waren von den Toten auferstanden und von nun an, galt dieses Ritual der Schwitzhütte als heilig. Aus diesem Grund hieß die Schwitzhütte bei den Lakota auch „wakan tunka tipi“, was so viel bedeutet wie „Hütte der heiligen Steine“ oder „wo die Steine zu dir sprechen“.

Die Verbreitung des schamanischen Schwitzhütten-Rituals

Meist bringt man die Schwitzhütte vorrangig mit nordamerikanischen Kulturen und Stämmen in Verbindung. Doch in Wahrheit wurden Schwitzhütten-Rituale in fast allen Teilen der Welt von mächtigen Schamanen praktiziert. Während die Erinnerungen an jene Rituale unserer Vorfahren in unseren Breitengraden verblassten, haben die nordamerikanischen Ureinwohner die Tradition der Schwitzhütten-Zeremonien bis zum heutigen Tag als wichtiges Kulturgut bewahrt und in den 1970er Jahren zurück nach Europa gebracht. Dennoch wissen wir, dass auch Kelten, Germanen und Slaven Schwitzhütten für rituelle Zwecke nutzten und dies seit den Anfängen der Menschheit taten. So wurden in der Kaukasus-Gegend aus Mammut-Rippenknochen bestehende Schwitzhäuser entdeckt, die aus der Eiszeit stammen.

Die Bedeutung der Schwitzhütten-Zeremonie

Auch wenn Schwitzhütten-Rituale Ähnlichkeiten mit finnischen Saunen oder russischen Banjas vorweisen, so haben sie in Wahrheit kaum etwas gemein. Denn während bei Saunen oder Banjas die Stärkung des Immunsystems im Mittelpunkt steht, ist das Schwitzhütten-Ritual eine der ältesten und traditionsreichsten Zeremonien der Welt, in welcher der Gesundheitsaspekt eine untergeordnete Rolle spielt. Schwitzhütten wurden seit jeher zu rituellen Zwecken genutzt, um in tiefere Ebenen unseres Seins abzutauchen und unsere Seele zu heilen. Die Hütte symbolisiert dabei den schwangeren Bauch der Mutter Erde, in die der Mensch zurückkehrt, um anschließend neu geboren zu werden. Alles was überflüssig und belastend ist oder nicht mehr gebraucht wird, bleibt in der Hütte zurück, wodurch Platz für Neues geschaffen wird – in unserem Innersten. Mithilfe eines Inipi erlangt man innere Klarheit, die sich in Form von Visionen manifestieren kann. Schamanische Schwitzhüttenrituale stellen eine einzigartige und intensive Verbindung zum Ursprung allen Seins, zu den Elementen und der Erde selbst her. Dies ist eine tiefgreifend-emotionale Erfahrung, die sowohl Körper als auch Geist auf ewig in Erinnerung bleibt und unbeschreibliche Geborgenheit entstehen lässt. Das Schwitzen und die stille Einkehr vollziehen eine innere und äußere Einigung und stehen zudem für die Wiedervereinigung mit dem Schöpfer Wakan Tanka.

Reinigungshütten und Heilungshütten

Schwitzhütten und auch das Schwitzhüttenritual können sich in Form und Umfang je nach Zweck deutlich unterscheiden. Während es spezielle Zeremonien für die Trauerbewältigung, für die Taufe oder auch für Hochzeiten oder Sonnentänze gibt, so sind so genannte Reinigungshütten und Heilungshütten die am häufigsten stattfindenden Schwitzhütten-Zeremonien. Dabei unterscheidet sich vor allem die Intensität. Bei einem Reinigungshütten-Ritual werden meist vier Durchgänge genutzt, um die gewünschte Wirkung zu erlangen. Bei Heilungshüttenritualen werden mehr glühende Steine verwendet und acht oder mehr Durchgänge durchgeführt, je nach Eingabe des Medizinmannes. So kann es in Heilungshütten unerträglich heiß werden und es ist nicht unüblich, dass sich Teilnehmer deshalb übergeben. Das Erbrechen wird von vielen Schamanen als gewünschter Heilungsprozess sogar begrüßt und ist von den Spirits (tunka shila) so gewollt.

Der Aufbau einer traditionellen Schwitzhütte

Schwitzhütten unterscheiden sich aufgrund ihres Zwecks (siehe Reinigungshütten und Heilungshütten) oft deutlich voneinander. In diesem Abschnitt erläutern wir deshalb den Aufbau einer Reinigungshütte nach Lakota-Tradition nach Instruktionen unserer langjährigen Partner Elk Heart und Sqquoyah. Der Bau der Schwitzhütte selbst ist nicht Teil der Zeremonie, läuft jedoch ebenso nach einigen rituell-wichtigen Schritten ab. In der folgenden Anleitung zum Bau einer Schwitzhütte gehen wir Schritt für Schritt auch diese Vorbereitungen durch.

1. Vorbereitungen für den Bau einer Schwitzhütte

In der Form eines Kreises werden sechzehn (bei manchen Stämmen auch nur zwölf) Löcher für die Stangen des Hüttengerüstes gegraben, so dass der Kreis einen Durchmesser von drei Metern erreicht. In diese Löcher wird etwas Tabak als Opfergabe hinterlegt. Der Abstand zwischen den Löchern beträgt sechzig Zentimeter. Anschließend werden Äste von Weiden, Eschen oder einem anderen biegsamen Holz geschnitten und Steine gesammelt. Dabei ist es wichtig dies voller Respekt der Natur gegenüber zu tun und ebenfalls Opfergaben zurückzulassen. Die Äste sollten zwei bis drei Zentimeter dick und circa zweieinhalb Meter lang sein. Für eine viereinhalb Meter lange Schwitzhütte sollten fünfzig Stück ausreichen. Die Ruten werden anschließend geschält, die Rinde kann zum Verbinden der Ruten genutzt werden. In der Mitte des Kreises wird eine Grube gegraben, das sechzig Zentimeter tief ist und ebenso einen Durchmesser von sechzig Zentimetern aufweist. In dieses Loch werden später die heißen Steine gelegt.

2. Der Bau des Altares

Mit der Erde der ausgehobenen Grube, wird vor der Schwitzhütte ein Altarhügel angelegt, der „mound“ genannt wird. Dieser sollte zwanzig Zentimeter hoch sein und einen Durchmesser von fünfzig Zentimetern haben. Der Altar befindet sich zwischen der Feuerstelle und der Schwitzhütte. An jenem Rand des Altares, der Richtung Feuer zeigt, wird ein Stab in die Erde gesteckt, der den Lebensbaum verkörpert. An diesem Stab sind weitere Tabakopfer angebracht sowie verschiedenfärbige Stoffbänder. Welche Farben die Bänder haben, kann sich von Schamane zu Schamane unterscheiden. So bindet Elk Heart einen grünen Stoff an das untere Ende des Stabes, der die Erde symbolisiert, in die Mitte einen gelben, einen weißen, einen schwarzen und einen roten für die Richtungen und an das obere Ende einen blauen, der den Himmel verkörpert. Sequoyah hingegen verwendet ausschließlich schwarze und weiße Stoffbänder, welche die Gegensätze verkörpern. Der Zeremonieleiter legt auf diesem Altar auch Ritualgegenstände und andere wichtige Objekte (zum Beispiel die Heilige Pfeife) ab.

3. Der Aufbau der Feuerstelle und die Auswahl der Steine

Während die Schwitzhütte Mutter Erde symbolisiert, in welche die Teilnehmer der Schwitzhütten-Zeremonie zurückkehren, steht das Feuer für die Sonne. Ein Weg, der den Namen „unci“ trägt, verbindet die Feuerstelle und die Schwitzhütte, die ungefähr sechs oder sieben Schritte voneinander entfernt sind. Der Durchmesser der Feuerstelle kann dabei gut zwei Meter betragen und auch vertieft werden. Der Weg und die Feuerstelle können darüber hinaus mit Steinen umrandet werden. Für das Feuer werden Holzscheite in einem Quadrat aufgelegt und weitere Scheite quer, so dass man die Steine gut darauf ablegen kann. Führt der Schamane ein Reinigungsritual durch, werden 28 Steine verwendet, bei einem Heilungsritual 56 Steine. Die Anzahl der Steine variiert bei Stämmen, muss jedoch immer durch die heilige Zahl vier teilbar sein. Bei der Wahl der Steine sollte man auf Sandstein, Vulkangestein oder Granit zurückgreifen und auf Steine aus Gewässern verzichten, damit diese nicht Gefahr laufen in der Hitze zu explodieren. Die Größe der Steine sollte ungefähr zwei Fäusten entsprechen. Es dauert ein bis zwei Stunden, bis die Steine heiß genug sind.

4. Der Aufbau des Schwitzhütten-Gerüstes

Der Aufbau des Schwitzhütten-Gerüstes erfolgt rituell. Grundsätzlich werden die Ruten kreisförmig in den Boden gesteckt, zusammengebogen und mit Rinden oder Schnüren gebunden. Dadurch entstehen vier Ringe (bei 16 Ruten), welche die Konstruktion stabilisieren. Folgende Reihenfolge bietet sich an:

  1. Spanne zwei der Bögen parallel von Ost nach West.
  2. Spanne zwei weitere Bögen parallel von Nord nach Süd
  3. Spanne nun noch zwei weitere Bögen parallel von Nordost nach Südwest
  4. Spanne zu guter Letzt zwei weitere Bögen parallel von Nordwest nach Südost

So entsteht an der Spitze der Kuppel ein Stern mit acht Zacken. Anschließend werden vier Ringe als Querverbindungen im Abstand von dreißig Zentimetern um die Hütte gebunden, wobei man beim Eingang der Schwitzhütte beginnt und sich im Lauf der Sonne (von links nach rechts) vorarbeitet. Das Eingangstor zur Schwitzhütte kann im Osten oder Westen sein. Dieser Bereich wird beim Binden der Verbindungsruten ausgespart, so dass hier ein Eingang entsteht. Der Eingang kann auch zusätzlich mit einer einzelnen Rute gebogen werden.

Die Lakota befestigen an der obersten Ebene 104 so genannte „tobacco ties“ – kleine Stoffstücke, die mit Tabak gefüllt und mit einer Schnur verschlossen sind. An den Stellen, an denen sich zwei oder mehrere Ruten der Schwitzhütte kreuzen, werden bunte Stoffstreifen angebracht.

  • Die Stoffe der untersten Ebene sind schwarz.
  • Jene der zweiten Ebene rot.
  • Jene der dritten sind gelb.
  • Und jene der obersten Ebene sind weiß.
  • Wurde der Eingang aus einer einzelnen Weidenrute gebogen, wird dieser zur Hälfte jeweils mit grünem und blauem Stoff umwickelt.

5. Das Abdecken der Schwitzhütte

Für die Abdeckung der Kuppelhütte werden Planen und Decken verwendet. Auch dieser Schritt des Aufbaus folgt einer festgelegten, rituellen Ordnung. Die erste Decke oder Plane wird links vom Eingang und von der Erde zum Himmel (von unten nach oben) am Schwitzhütten-gerüst befestigt. Von dort aus werden der Bewegung der Sonne nach weitere Decken und Planen aufgelegt, die sich überlappen. Sind alle Wände bedeckt, wird eine letzte Decke oder Plane oben über die Kuppel gelegt. Der Eingang der Schwitzhütte bleibt ausgespart, denn dort wird eine separate Decke angebracht, welche an zwei Ästen befestigt wurde. Ein Ast dient der Beschwerung (unten), mit dem anderen Ast kann die aufgeschlagene Decke eingehängt werden. So kann man den Eingang unbeschwert öffnen und schließen. Es ist wichtig, dass die Schwitzhütte luftdicht abgeschlossen wird und der Innenraum bei geschlossenem Eingang zu 100 % dunkel ist, darum müssen die Abdeckungen sehr sorgfältig angebracht und genau kontrolliert werden.

6. Die letzten Vorbereitungen vor der Zeremonie

Nun ist die Schwitzhütte beinahe bereit für die Durchführung des Rituals. Der Boden innerhalb der Hütte kann mit unterschiedlichen Materialien ausgelegt werden. Meist werden Laub, Reisig oder weitere Decken dafür verwendet. Um den Ritualplatz zu schützen, werden in jede Himmelsrichtung in einiger Entfernung ebenfalls farbige Stoffe angebracht – dazu können weitere Stöcke in den Boden gesteckt werden oder man befestigt sie einfach an einem Baum. Entlang des „unci“ können noch oben gegabelte Stöcke aufgestellt werden, in deren Gabeln Stöcke als Querverbindungen gelegt werden. An diesen so genannten „bricks“ können die Teilnehmer weitere Utensilien aufhängen (Trommeln, Handtücher, Pfeifenbündel, Taschen). Diese „bricks“ sind in den Farben Schwarz, Gelb, Rot und Weiß gehalten. Zu guter Letzt bindet sich jeder Teilnehmer persönliche „tobacco ties“, also Stoffbeutel mit Tabak, in der farblichen Reihenfolge von unten nach oben:

1. Erde – grün
2. Osten – gelb
3. Süden – weiß
4. Westen – schwarz
5. Norden – rot
6. Himmel – blau

Zusätzlich können alle Teilnehmer pro persönlichem Wunsch an die Spirits einen weiteren Tabakbeutel in beliebiger Farbe anfertigen. Diese Beutel können an das Gerüst der Hütte gebunden werden und nach Abschluss des Rituals entweder verbannt oder zuhause an einen Baum gehängt werden. Bei den Lakota werden die „tabacco ties“ von den Teilnehmern um den Hals oder an den Handgelenken getragen und ins Innere der Schwitzhütte mitgenommen.

7. Die Hüter des Feuers

Bevor die Schwitzhütten-Zeremonie beginnt, räuchern sich die Feuermänner oder Feuerfrauen mit Salbei und stapeln Holzscheite und Steine. Sie sprechen ein Gebet, hinterlegen ein weiteres Tabakopfer und entzünden feierlich das Feuer („wakan“). Diese Feuermänner oder Feuerfrauen sind nicht die Leiter der Zeremonie. Ihre Aufgaben beschränken sich auf das Entfachen des Feuers, auf das Hineinbringen der heißen Steine und der Wassereimer in die Schwitzhütte, auf das Reichen der Ritualgegenstände an den Ritualleiter, sowie auf das Öffnen und Schließen der Eingangsklappe nach jeder Ritualrunde. Sobald das Feuer brennt, dürfen ausschließlich der Leiter und die Feuerleute den Weg zwischen Schwitzhütte und Feuerstelle betreten. Nun sind die Vorbereitungen abgeschlossen und das eigentliche Schwitzhütten-Ritual kann beginnen.

Der Ablauf einer Schwitzhütten-Zeremonie

Auch wenn jede Kultur und jeder Stamm feine Unterschiede für die Regeln und den Ablauf eines Schwitzhütten-Rituals hat, so ähnelt sich die grundlegende Struktur. Die von uns beschriebene Zeremonie lehnt sich stark an das Ritual der Lakota an und ist zugleich das am verbreitetste.

Der rituelle Eintritt in die Schwitzhütte

Bei jedem Schwitzhütten-Ritual übernimmt ein Schamane die Rolle des Ritualleiters. Als spiritueller Führer ist er für den gesamten Ablauf der Zeremonie verantwortlich und achtet auf die Einhaltung der Regeln. Zudem besitzt er die Erlaubnis das Ritual je nach Eingebung an spezielle Erfordernisse anzupassen. Der Leiter räuchert das Innere der Schwitzhütte und nimmt Außen rechts neben dem Eingang Platz, der Feuerhüter positioniert sich links davon. Unterdessen gehen die anderen Teilnehmer im Lauf der Sonne (also im Uhrzeigersinn) um die Schwitzhütte herum und halten an jeder der vier Himmelsrichtungen, um im Gedanken ein kurzes Gebet zu sprechen. Sobald sie wieder den Eingang erreicht haben, werden sie vom Ritualleiter mit Salbei geräuchert und dadurch rituell gereinigt. Anschließend kriechen sie auf allen Vieren nacheinander in die Kuppel, wie in den Leib der Mutter Erde. Während des Eintretens sprechen sie leise und voller Ehrfurcht die Worte „mitukaye oyasin“. Übersetzt aus der Sprache der Lakota bedeutet das „für all meine Verwandten“. Gemeint sind damit alle Menschen, alle Tiere, aber auch alle Pflanzen und Mineralien. Die Teilnehmer kriechen wieder im Lauf der Sonne um die Grube in der Mitte der Kuppel herum und nehmen der Reihe nach Platz. Als Vorletzter betritt der Ritualleiter die Hütte und nimmt rechts neben dem Eingang Platz. Zu guter Letzt bringt nun der Feuerhüter mit einer Mistgabel oder einem Geweih die glühenden Steine – jeder wird mit Kräutern gesegnet – sowie einen Eimer voll Wasser und nimmt links neben dem Eingang Platz. Nun wird der Eingang vom Feuerhüter auf Anweisung geschlossen.

Die rituelle Reinigung in Runden

Ist der Eingang geschlossen, herrscht in der Hütte beinahe vollkommene Dunkelheit und Stille. Lediglich ein leichtes Dimmern der glühenden Steine wirft karges Licht ab. Teilnehmer sprechen nur, wenn die Runde es verlangt und der Leiter ihnen das Wort erteilt. Zu allererst begrüßt der Ritualleiter die Stein-Spirits (stone people). Dazu legt er kleine Zedernzweige auf die glühenden Steine, die prompt einen angenehmen Duft verbreiten. Anschließend werden die Geister der sechs Richtungen gerufen, indem Süßgras und Salbei verbrannt wird, ehe zum ersten Mal Wasser auf die glühenden Steine gegossen wird. Der heiße, wohlriechende Dampf, der aufsteigt und sich rasch in der Schwitzhütte verteilt, wird von den Lakota Großvaters-Atem genannt. Es werden auch spezielle Lakota-Lieder gesungen und Gebete gesprochen. Dabei beenden Teilnehmer ihre Worte immer mit dem Wort „hau“ und die anderen antworten mit „hau“. Abschließend sprechen die Teilnehmer gemeinsam die Worte „mitakuye oyasin“, ehe die Eingangsklappe wieder geöffnet wird und das Ende der ersten Runde symbolisiert. Wie lange eine Runde und auch die Pause zwischen den Runden dauert, ist situationsbedingt. In der Regel werden bei einer Reinigungshütte vier Runden begangen, in einer Heilungshütte sogar acht. Es obliegt dem Leiter der Schwitzhütten-Zeremonie, welche Runde welchem Thema zugrunde liegt.

Lakota und andere Indianer nutzten den Ausdruck „Türe“ für diese Themen/Runden. So kann eine Reinigungshütte wie folgt aufgebaut sein:
1. Tür/Runde: für Mutter Erde (was wünsche ich mir für Mutter Erde)
2. Tür/Runde: für mich selbst (was möchte ich loslassen)
3. Tür/Runde: für meine Ahnen (was wünsche ich mir für meine Ahnen)
4. Tür/Runde: Danksagung an den Schöpfer (wofür bin ich dankbar)
Bei Heilungshütten werden weitere Türen hinzugefügt. So kann man zum Beispiel für die Heilung einer kranken Person oder die Gunst der Spirits für ein wichtiges Unterfangen bitten. Wichtig ist, dass nach jeder Ritualrunde, die Eingangstür geöffnet und gelüftet wird. Teilnehmer dürfen nach Absprache mit dem Zeremonienleiter die Hütte nach jeder Runde verlassen. Dieser darf die Schwitzhütte aber erst nach Beendigung der nächsten Türe wieder betreten. Er darf den Weg zwischen Feuer und Hütte auch nicht kreuzen, um eine Unterbrechung des Energieflusses zu verhindern. Jedoch sollten alle Teilnehmer ausreichend Disziplin und Durchhaltevermögen an den Tag legen, um die Hütte während des Rituals nicht verlassen zu müssen.

Der Schlusspunkt der Schwitzhütten-Zeremonie

Der Schlusspunkt der Schwitzhütten-Zeremonie
Die letzte Runde wird mit Gesang beendet. Anschließend verlassen die Teilnehmer die Schwitzhütte, beginnend mit dem Leiter im Lauf der Sonne und gießen beim Verlassen der Hütte etwas Wasser auf die Steine. Dem Feuerhüter wird dankend die Hand gereicht. Die persönlichen „tobacco ties“ der Teilnehmer können nun im Feuer verbrannt werden. Manchmal führt der Zeremonienleiter auch noch eine letzte Räucherung der Teilnehmer mit Salbei durch. Zum Abschluss folgt ein rituelles Festessen und oft auch eine kleine Pfeifen-zeremonie, um sich mit den Spirits zu verbinden. Außerdem genießen es die meisten Teilnehmer sich nach der Schwitzhütten-Zeremonie in einem nahegelegenen Gewässer abzukühlen.

Nützliche Anleitungen für dein Schwitzhütten-Ritual

Die Durchführung eines Schwitzhütten-Rituals ist ein aufwendiges Unterfangen, das nach viel Erfahrung verlangt. Darüber hinaus sind eine Menge Utensilien nötig, um die Hütte und die Feuerstelle zu bauen. Zudem sollte man Kenntnisse über Lakota-Lieder und Tabakmischungen besitzen.

Tabakmischung für das Schwitzhüttenritual

Bei den Lakota wird für die Zeremonie eine besondere Tabakmischung hergestellt, die „kinnick-kinnick“ genannt wird. Folgende Kräuter werden dafür zusammengemischt:

  • Bearberry (Bärenbeere)
  • Mullen (Wolkraut)
  • Red Willow (Rote Weidenrinde)
  • Osha Root (Osha-Wurzel)
  • Yerba Santa

Eine weitere Mischung, die uns Sequoya lehrte besteht aus:

  • Beifuß
  • Königskerze
  • Lobelie

Pfeifen Lied

Dies ist ein heiliges Pfeifenlied der Lakota-Indianer und die Übersetzung.

Wayan ki yeh (4x hintereinander singen)
Chanupa ki ley
Wakan tschei lo
Wayan ki yeh

Behold us, your children
We are doing the sacred pipe
The way we were shown
Behold us, your children

Beschütze uns, deine Kinder
Wir rauchen die heilige Pfeife
So, wie es uns gezeigt wurde
Beschütze uns, deine Kinder

Materialliste für das Schwitzhüttenritual

Nachstehend findest du eine Materialliste mit allen wichtigen Utensilien und Ritualgegenständen, die bei einer Schwitzhüttenzeremonie nicht fehlen dürfen.

  • Säge(n) zum Weiden schneiden
  • Astzange(n) zum Abzwicken der Äste
  • Äxte
  • Eisenstange und Schlägel zum Schlagen der Löcher
  • Schnüre zum Binden der Weidenruten (Hanfschnüre – kein Plastik)
  • Spaten zum Ausheben der Grube für die heißen Steine
  • Schaufel zum Errichten des Altars
  • Rechen für das Feuer
  • Mistgabel für den Transport der glühenden Steine
  • Ca. 50 Stück 3-4 m lange Weidenruten
  • 28 oder 56 passende Steine
  • Genügend Feuerholz für eine lang anhaltende Glut
  • Zedernzweige, Süßgras, Salbei (bei den Indianern weißer Salbei „Sage“)
  • Feder zum Einfächern des Rauchs in die Aura
  • Tabak in großen Mengen
  • Jede Menge Stoffe zum Zerschneiden in den Farben Grün, Blau, Gelb, Schwarz, Weiß, Rot
  • Wollfäden zum Binden der Tabakopfer
  • Scheren, Stanleymesser
  • Eine kleine Schüssel Wasser für den Altar
  • Kiefernadeln oder Duftöl
  • Ein Kübel Wasser in der Hütte
  • Ein Schöpflöffel
  • Persönliche Ritualgegenstände für den Altar (Tabakbeutel, Pfeife, Feder, Schamanenstein, Heilstein, … )

Indianische Heilweisen

Im Shaman Specials Seminar „Indianische Heilweisen“ lehren wir dich alles über die Schwitzhütten-Zeremonie. Für dieses Seminar benötigst du keine Voraussetzungen und lernst viele weitere nützliche Rituale.

Häufige Fragen zu Schwitzhütten-Ritualen

Bei einer Schwitzhütten-Zeremonie befinden sich die Teilnehmer unter der Führung eines Ritualleiters in einer selbstgebauten Kuppelhütte, die dicht geschlossen ist. In mehreren Runden wird Wasser auf glühende Steine gegossen, die in der Mitte der Hütte liegen. Im Dampf der Kräuter und des Wassers werden Gebete gesprochen, traditionelle Lieder gesungen oder über Belastendes sinniert, mit dem Ziel der rituellen Reinigung von Körper und Geist.

Ein Schwitzhütten-Ritual ist in mehrere Runden aufgeteilt (auch Türen genannt). Je nach Art des Rituals können vier bis acht Runden durchgeführt werden. Die Dauer der Runden und der Pausen zwischen den Runden variiert je nach Kultur, Stamm, Leiter und Situation, darum kann nur schwer eine pauschale Länge genannt werden. Ein herkömmliches Reinigungsritual benötigt in der Regel um die zwei Stunden.

In einer Schwitzhütte wird es heißer, je mehr Runden und je mehr Steine genutzt werden. In einer Reinigungshütte werden in der Regel 28 Steine in vier Runden genutzt. In einer Heilungshütte werden 56 Steine in acht Runden genutzt. Mit jeder Runde wird es in der Schwitzhütte heißer. So kann eine Schwitzhütte über 100 Grad erreichen.

Die Teilnahme an einer Schwitzhüttenzeremonie ist ein einzigartiges und heilendes Erlebnis, welches Teilnehmer ihr restliches Leben wertschätzen und in Erinnerung behalten. Oft wird das Ritual mit einer Wiedergeburt gleichgesetzt, da man seelischen Ballast in der Hütte zurücklässt. Andererseits helfen spezielle Schwitzhütten-Rituale dabei schwierige Situationen, wie den Verlust eines geliebten Menschen, besser zu verarbeiten. Heilungshütten fördern zudem die Heilung von Körper und Geist.

Auch wenn der körperliche Gesundheitsaspekt nicht wie bei Saunen im Vordergrund steht, sind Schwitzhütten auch für den Körper gesund. Das Schwitzen an sich stärkt die Immunabwehr und reinigt den Körper. Vor allem aber können Schwitzhütten dabei helfen körperliche Leiden seelischen Ursprungs zu heilen.

Der Besuch einer Schwitzhütte ist durchaus mit einer körperlichen Anstrengungen gleichzusetzen, auf die man sich gut vorbereiten kann. Idealerweise bereitest du deinen Körper bereits mehrere Tage auf das Ritual vor, indem du auf Genussmittel wie Zigaretten, Alkohol, Kaffee oder Fleisch verzichtest. Außerdem solltest du mit dem Ritualleiter in Kontakt treten, der dir sagt, welche Utensilien du benötigen wirst.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob er während einer Schwitzhütten-Zeremonie seine Kontaktlinsen herausnimmt oder nicht. Jedoch raten wir Teilnehmern immer, das Ritual ohne Linsen zu durchlaufen, da in der Hütte Dampf und große Hitze entstehen und auch Rußpartikeln herumfliegen.

Nein, eine Schwitzhütte hat nur wenig mit einer Sauna gemeinsam. Auch wenn der grundlegende Aufbau sich ähnelt, so liegt der Sinn einer Sauna auf dem Gesundheitsaspekt, während eine Schwitzhütten-Zeremonie ein traditionelles Ritual zur Neugeburt von Körper und Seele ist.

Eine herkömmliche Schwitzhütte ist ungefähr 4,5 Meter lang.

Die Schwitzhütte öffnet den Weg nach innen – zu deinem Herzen, zu deiner Essenz.

Im Shaman Specials Seminar „Indianische Heilweisen“ vertiefst du dieses Wissen und lernst, mit den Kräften der Natur und den Elementen bewusst zu arbeiten.

Hier kannst du mehr über das Seminar erfahren:

Heilende Klänge der Schamanen

Schon immer hat die Musik die Menschen bezaubert. Sie wurde als ein Geschenk der Götter gesehen. Auf der ganzen Welt gibt es Ursprungsmythen – Mythen wie die Musik entstanden ist.

Erfahre in einer Anleitung am Ende dieses Blogartikels, wie du schamanische Heillieder selbst anwenden und für deine Gesundheit nutzen kannst.

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Der Zauber der rhythmischen Schwingungen

Heute wissen wir mehr. Musik ist, so plump es auch klingen mag, nichts anderes als die Schwingung der Luft, hervorgerufen durch verschiedene Erzeuger (Instrumente, die Stimme). Trotzdem verzaubert sie die Menschheit. Klänge, die eine Gänsehaut hervorrufen, die unter die Haut gehen und das Blut zum kochen bringen, lassen selbst weniger gefühlsbetonte Menschen nicht kalt.

Die von Instrumenten und der Stimme hervorgerufenen Schwingungen werden von unserem Gehör wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet. Die Melodie entscheidet dann, wie harmonisch etwas für uns klingt, ob uns etwas gefällt oder nicht. Sie umfasst sowohl die Töne als auch den Rhythmus.

Heilende Klänge:
Vom Mutterleib bis zur Musiktherapie

Musik als Therapie

Durch die ganze Geschichte hindurch gibt es Zeugnisse, dass die Musik durchaus als Heilmittel angesehen wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg gelangte die rezeptive Musiktherapie – das Hören der Musik – in den Hintergrund und die aktive Musiktherapie – Heilung durch aktives Spielen eines Instruments gewann an Popularität.

Musiktherapie wird vielfach bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung eingesetzt, aber auch bei Menschen, die unter einer Behinderung oder einer anderen Beeinträchtigung leiden. An Borderline Erkrankte wurden genau so geheilt, wie Patienten mit Essstörungen, Angststörungen und Depressionen. Auch im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie findet die Musiktherapie eine vielseitige Anwendung, wie zum Beispiel bei Entwicklungsstörungen und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätssyndrom). Die Musiktherapie hat sich über Jahrtausende altes Wissen zu Nutze gemacht und ist heute eine anerkannte Art, Menschen zu heilen.

Trommeln, Rasseln, Flöten wirken heilend

Man glaubt es kaum, doch die ersten Musik-Therapeuten waren Schamanen. Sie versetzen bis heute mit Trommeln, Rasseln und Gesang sich selbst und die Patienten in eine heilende Trance. Es sind die Urklänge, der Trommel, der Rassel, der Flöte und des Gesangs, die bei Menschen eine partielle Regression hervorrufen können. Eine Regression in die Zeit im Mutterleib, die ein Kind üblicherweise größtenteils, wenn auch unbewusst, als völlige Harmonie erlebt.

Ab dem sechsten Monat einer Schwangerschaft beginnt das Kind auf äußere Reize zu reagieren. Das Gehirn wächst nun rasch. Die Knorpel der Gehörknöchelchen Ambos, Hammer und Steigbügel sind jetzt verknöchert. Dadurch wird das Hören möglich. In der 23. bis 24. Schwangerschaftswoche ist das Innenohr des Embryos völlig entwickelt und das Kind kann auf die Außenwelt reagieren. Reize von Außen werden vom Ungeborenen vor allem durch die Ohren wahrgenommen.

Es hört das Schlagen des Herzens, wie eine Trommel. Es hört das Atmen der Mutter, ähnlich einer Pfeife, einer Flöte. Es hört die Bewegung der Plazenta, wie eine Rassel. Und natürlich hört es die Stimme, den Gesang der werdenden Mutter.
Genau diese Geräusche bestimmen das tägliche Leben eines noch nicht geborenen Kindes. Sie prägen sich in das Unterbewusstsein ein, wie der Abdruck eines Stempels, der nicht mehr abwaschbar ist. Trotz einer Reizüberflutung nach der Geburt bleiben diese Urgeräusche für immer im Hirn gespeichert.

Die Schamanen haben sich dieses Wissen zu Nutzen gemacht. Sie benutzen die Trommel, die Flöte, die Rassel und den Gesang als heilende Instrumente – und sie wirken. Denn genau diese Urtöne führen zu einer unbewussten Regression. Sie erinnern an die Harmonie, die Geborgenheit im Mutterleib und haben dadurch eine beruhigende Wirkung auf den Menschen. Er kann sich entspannen. Je länger und anhaltender die Regression, desto tiefer die Entspannung – der Mensch fällt in Trance.

Das ewige gleichmäßige Pochen des Herzens ist das erste Trommelgeräusch, das ein Mensch hört. Durch die vielen Arten der Trommel (Bongos, Djembés, Handtrommeln, Batà- Trommeln…) zeigt sich ihre mannigfaltige Anwendung. Die Schamanen benutzen sie für die Heilung ihrer „Patienten“. Auf der ganzen Welt kennt man Trommeln – nicht verwunderlich bei ihrem Wirken! Die Flöte war das erste Blasinstrument, das es gibt. Schon in grauer Urzeit wurde sie aus Tierknochen hergestellt. Sie gilt als das älteste Musikinstrument Europas. Das erste Rassel-Geräusch, das ein Mensch vernimmt, kommt vom Rauschen des Blutes im intervillösen Raum. Dies ist ein Bestandteil der Plazenta der mit dem Blut der Mutter gefüllt ist.

Wenn Menschen diese Klänge hören, erinnern sie sich tief im Unterbewusstsein an die Harmonie, die sie damals im Mutterleib erlebten. Die emotionale Entspannung, die Ruhe aktiviert die Selbstheilkräfte.

Die heilende Kraft der Gesänge

Die Stimme ist das Instrument, das uns mit der Welt um uns herum verbindet. Es erklärt sich ja von selbst, dass dieses Instrument nicht erst erfunden werden musste und somit das älteste überhaupt ist.

Um Töne zu erzeugen, die wir als Stimme oder Klang wahrnehmen, versetzt die Luft, die aus der Lunge herauskommt die Stimmlippen in Schwingung. Diese wiederum erzeugen den Schall, den wir danach hören. Je nachdem wie angespannt oder entspannt die Stimmlippen sind, wird der Ton höher oder tiefer. Wir Menschen nutzen die Stimme zur Übermittlung von Informationen und zum Ausdruck von Gefühlen. Dazu gehört die Sprache, Schreien, Lachen, Weinen, Ächzen oder Stöhnen. In der Stimme liegt die Kraft der Verständigung und des Ausdrucks. Jede Klangschwingung wirkt auch auf unser Unterbewusstsein, auf das Gemüt, auf die Seele.

Vor allem wenn die Stimme als Musikinstrument benutzt wird, erleben wir ihre wahre Kraft. Alleine durch den Gesang und durch die Melodie können „zig“ verschiedene Emotionen hervorgerufen werden. Wenn man sich nur ein bisschen von Musik, von Gesang, von Klängen leiten lässt, kann man gar nicht anders, als in die Stimmung zu fallen, in die uns die Musik versetzen will.

Machen Sie den Selbsttest! Spielen Sie zum Beispiel ein Lied von Enya ab, der irischen Sängerin. Die meisten ihrer Lieder regen zum Nachdenken an. Manche Lieder enthalten ein wenig Witz, andere sehr viel Traurigkeit. Ihre einzigartige Stimme verzaubert aber auf jeden Fall das Gemüt des Hörers. Dann können Sie ein Lied einer Hardrock Band auflegen – diese Musik weckt meist unruhige Gefühle, ja sogar Aggressionen. Sie ist eine Musik zum „Dampf ablassen“. Und zu guter Letzt hören Sie einen „Schlager“ – ein Lied, das typisch ist für das Oktoberfest in München. Es weckt die gute Laune und ist ein richtiger „Kracher“, ein Muntermacher.

Die Stimme, der Klang und die Melodie haben eine solch gewaltige Wirkung, weil Menschen schon als ganz kleines Baby im Mutterleib Laute wahrnehmen können! Haben Sie gewusst, dass Babys gern Vivaldi hören? Und: Ungeborene hören auch – welch Wunder – die Stimme ihrer Mutter. Wissenschaftliche Studien haben bestätigt, dass die Stimme der Mutter eine positive Wirkung auf den Körper des „Kindes“ hat. Egal in welchem Alter. Der Mensch schüttet Oxytocin aus, das Hormon, das für die enge Bindung zwischen Menschen verantwortlich ist.

Schamanen kannten zwar keine Hormone, dafür die Natur und wussten um die heilende Kraft der Klänge und der Stimme. Schamanen betrachten Musik an sich als heilend. Und sie haben recht! Sie versetzen sich und ihre Patienten mit Hilfe von Trommeln, Rasseln in Trance und singen dann intuitiv Heillieder – Chants. Das sind Laute ohne Inhalt vermischt mit Klang und Rhythmus, die kombiniert werden mit kurzen suggestiven Texten.

Schamanische Heillieder selbst anwenden

Probieren Sie es aus und erfahren sie die heilende Wirkung eines schamanischen Chants selbst!

Rasseln oder trommeln Sie und singen dazu über einen Zeitraum von ca. 5-10 Minuten in einer fröhlichen Melodie wiederholt die Worte:„Heiaheiaheiaho – ich bin froh – heiaheiaheiaho – ich bin froh…“

In diesem realen Beispiel ist das „ich bin froh“ der suggestive Kurztext, das „heiaheiaheiaho“, die inhaltslose Lautfolge, welche die Suggestivkraft der Worte verstärkt. Und das wirkt! Die fröhliche Melodie geht direkt in die Seele und die suggestive Botschaft, das „ich bin froh“ über den Verstand in das Unterbewusstsein. So ist man quasi zweimal dazu aufgefordert fröhlich zu sein. Singt man das immer und immer wieder (so wie es die Schamanen machen) verfällt man in eine Art „Alltagstrance“. Der Grundgedanke also „ich bin fröhlich“ geht über in die Seele, in das Unterbewusstsein. Die Stimmung wechselt und es folgt die Wirkung: Man fühlt sich wohl!
Machen Sie es den Schamanen nach… trommeln, rasseln und chanten Sie – für Ihr Wohlbefinden und für Ihre Gesundheit.

Wenn dich die Kraft der Klänge ruft und du selbst lernen möchtest, sie als Werkzeug der Heilung einzusetzen, findest du im Coaching Tool Körperweisheit – Stimme, Klang und Sound-Healing, einen achtsamen Einstieg.

Beltane – Das keltische Fest des Sommerbeginns

Nachdem die Kelten mit Imbolc den Frühlingsbeginn gefeiert hatten, begingen sie in der Nacht von 30. April auf den 1. Mai mit Beltane das zweite keltische Jahreskreisfest, das heute noch oft als „Tanz in den Mai“ bekannt ist. Traditionellerweise wird an Bealtaine der Übergang in den Sommer ausgelassen und wild zelebriert, als auch das Leben, die Fruchtbarkeit und die Vereinigung selbst. In unserem Artikel erläutern wir den Ursprung des Beltane-Festes, die Legende, die sich dahinter versteckt, sprechen über die Bedeutung sowie über die wichtigsten Rituale und erklären, was das keltische Fruchtbarkeitsfest mit der Walpurgisnacht verbindet.

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Beltane – Maifest des Sommerbeginns und der Fruchtbarkeit

Ekstase und Sinnlichkeit ließen schon bei den Kelten die Luft knistern, als sie sich zu Beltane um große Feuer versammelten und in ausgelassener Freude das Leben bejahten und den Sommer willkommen hießen. Zum Fruchtbarkeitsfest Beltaine stand die Freude am Leben selbst im Mittelpunkt und die Vereinigung des Himmels und der Erde. Schamanen nutzen seit jeher den dünnen Schleier zwischen der realen und der Anderswelt zur Zeit dieses fünften Vollmondes, um sich mit dem Göttlichen zu vereinen und sich mit den Naturgeistern zu verbinden.

Häufige Fragen zu Beltane

Sommer erwache:
Namen und Bedeutung des Beltane-Festes

Laut keltischem Kalender werden jedes Jahr vier große Jahreskreisfeste gefeiert – Imbolg zum Frühlingsbeginn, Beltane zum Sommerbeginn, Lughnasadh zum Herbstbeginn und Samhain an den Pforten des Winters. Bis heute herrscht keine Einigkeit darüber, wo das Wort Beltane seinen tatsächlichen Ursprung fand, was eine genaue Deutung verkompliziert. Jedoch gibt es mehrere Annahmen, die allesamt plausibel sind. Zum einen bedeutet „Bel“ so viel wie hell, strahlend, leuchtend oder glänzend, während „Tene“ oder „Teine“ für Feuer steht. Übersetzt würde Beltane somit „helles Feuer“ oder „leuchtendes Feuer“ bedeuten. Das Feuer hat bei der Feier dieses keltischen Festes seit jeher eine zentrale Rolle gespielt, wodurch es oftmals auch als Fest des Feuers betitelt wurde. Auch der älteste Beleg zu Beltaine (Sanas Cormaic), der aus dem Jahr 900 nach Christus stammt, berichtet von zwei Feuern, durch deren Mitte Tiere und Menschen liefen, um Fruchtbarkeit und Gesundheit zu erlangen sowie Krankheiten zu vermeiden. Zum anderen könnte sich der Name aber auch auf den keltischen Sonnen- oder Feuergott Belenus beziehen, der dem römischen Apollon gleichzusetzen war. In diesem Fall wäre die korrekte Übersetzung „Feuer des Bel(enus)“. Der Legende nach verbrachte Gott Belenus die frostigen Wintermonate in einer Region weit hinter dem Nordwind. Erst mit Beginn des Sommers kehrte er wieder zurück und symbolisierte einen Neubeginn. Um seine Rückkehr zu zelebrieren, wurden in der Nacht von 30. April auf den ersten Mai alle Herdfeuer gelöscht. Anschließend wurden sie mittels Feuerstein neu entfacht. Woher die Bezeichnung des Festes auch stammen möge, so klar ist seine Bedeutung. Beltane war ein Freudenfest des Sommerbeginns, der Fruchtbarkeit und der Liebe. Die Zeit der Dunkelheit war vorüber, ebenso wie der Hunger und die Kälte. Weitere gängige Bezeichnungen für das Fest waren Beltaine aus dem Altirischen (bedeutet Mai) und Bhealltainn aus dem Neuirischen.

Die Bedeutung des Beltane-Festes in der heutigen Zeit

Viele Mai-Feierlichkeiten aus unterschiedlichen Kulturen haben ihre Wurzeln im keltischen Beltane-Fest oder entlehnen daraus Bräuche und Rituale in leicht abgewandelter Form. So sind zum Beispiel die Osterfeierlichkeiten mit der Entzündung des Osterfeuers und der Osterkerze sowie dem freudigen Beisammensein rund um das Feuer, Bräuche, die an das Beltane-Feuer zur selben Jahreszeit erinnern. Vor allem in Irland erlebt die feurige Tradition des keltischen Maifestes derzeit eine zweite Renaissance. Wie damals, wird ausgelassen getanzt und ein Beltane-Feuer auf dem Hügel von Uisneach entfacht, wie es bereits die keltischen Vorfahren getan haben. Auch das Aufstellen des Maibaumes und der dazugehörige Bändertanz (Tanz in den Mai) sind Symbole der Fruchtbarkeit, die bis heute in vielen Kulturen zelebriert werden. Im Sinne der Naturverbundenheit, sollte für diesen Brauch jedoch kein Baum gefällt werden und als Maibaum enden. Eine achtsamere Variante zur Feier von Beltaine wäre das Schmücken eines lebendigen Baumes mit schönen Bändern. Heiden interpretieren Beltane auch als Fest der Vereinigung zwischen Herr und Herrin, Gott und Göttin oder dem Männlichen und dem Weiblichen. An vielen Orten in Schottland, Irland, Wales aber auch Deutschland wird Beltane bis heute als Zusammenkunft gefeiert, bei der Musik, Tanz und Feuerspektakel im Vordergrund stehen.

Die Nacht der Hexen: Die Walpurgisnacht und ihre Bedeutung für Beltane

In vielen Regionen ist das keltische Maifest heute eng und oft auch untrennbar mit der Walpurgisnacht verwoben. Dieses vorchristliche Fest hat seine Wurzeln eigentlich im Gedenktag für die heilige Walburga – eine angelsächsische Äbtissin aus dem achten Jahrhundert, die bis heute als Heilige verehrt wird. Ihr zu Ehren wurde bis ins Mittelalter ein mehrtägiges Fest abgehalten (die Walpurgistage), das in der Walpurgisnacht gipfelte – die Vigilfeier. Mit zunehmender Christianisierung, wurde der Walpurgisnacht eine Verbindung zu Hexen angedichtet, da heidnische Riten als Ketzerei galten. Auch die ausgelassene sexuelle Komponente des Festes war der prüden Kirche ein Dorn im Auge. Ursprung waren Treffen von Priesterinnen und Druiden, die mithilfe einer halluzinogenen Paste (Flugsalbe) in die Anderswelt geblickt haben, um mit den Göttern zu kommunizieren. Es entstand die Legende, dass sich Hexen in der Walpurgisnacht auf Hügel wie dem berühmten Blocksberg (Brocken im Harz) trafen, wo sie nackt und ausgelassen Origen feierten und sich mit dem Teufel oder dem gehörnten Pan paarten. Bald glaubte man den Geschichten von auf Besen reitenden Hexen, die nackt um Feuer tanzten. Diese Vorstellung wurde von der Literatur des 15. und 16. Jahrhunderts noch verstärkt.

Die wichtigsten Rituale des Beltane-Festes

Der Großteil der schamanischen Rituale aus der Zeit der Kelten ist leider verloren gegangen, da es damals noch keine schriftlichen Aufzeichnungen gab. Darum stellen sich viele zu recht die Frage: Was macht man an Beltane? Was uns jedoch bleibt, sind Überlieferungen Außenstehender, die versucht haben, das beobachtete zu interpretieren und wiederzugeben. Auf diese Weise konnten einige Beltane-Rituale bewahrt werden. Und auch heute gibt es noch Rituale und Bräuche, deren Wurzeln sich im Beltaine-Fest finden.

Ursprünglich ein Beltane-Ritual: Der Maibaum

Einer jener Bräuche, der sich weit verbreitet hat und seine Wurzeln im Beltane-Fest findet, ist das Aufstellen des Maibaumes. Bei diesem Beltane-Ritual wird in der Nacht zu Walpurgis ein Maibaum geschlagen und anschließend auf einem Marktplatz oder Hauptplatz aufgestellt. Früher handelte es sich dabei um Birken, die reich geschmückt wurden und ein Phallus-Symbol darstellten, das in die Erde gebohrt wurde. Denn Maibäume galten als Symbol für die sinnliche Vereinigung von Mann und Frau, von Maikönig und Maikönigin, von Erde und Himmel. Andererseits waren sie auch Symbol für den Weltenbaum – immerhin war die Birke in allen indogermanischen Kulturen der Baum des Lebens und Zeichen für Neubeginn und Weiblichkeit. Anschließend wurde der Maibaum mit einem hübschen Kranz aus Pflanzen und langen Bändern geschmückt, so dass die Versammelten beim Tanz „anbandeln“ konnten. Das heutige Maibaum-Fest ist meist ein biederes Überbleibsel des sinnlichen und ausgelassenen Beltane-Rituals.
Wichtig: Anstatt einen Baum zu schlagen und an einem verzerrten Maibaum-Ritual teilzunehmen, gibt es für Schamanen einen deutlich achtsameren Weg, das Maibaum-Ritual im Einklang mit der Natur durchzuführen. Indem man sich einfach in einen Wald begibt und einem Baum sein Ehrerbietung erweist. Schmücke einen passenden Baum mit Bändern und verbinde dich mit ihm. Ein passendes Ritual der Cree-Indianer dazu findest du in diesem Blogartikel über die Kraft der Bäume.

Die Feuerrituale rund um Beltane

Der Aspekt, der bei den Bräuchen und Ritualen zu Beltaine überwiegt, ist das Feuer. Der Grund dafür findet sich bereits in den alten Mythen und Legenden der Kelten. So erzählt man sich, das Göttergeschlecht der Kelten (die Tuatha De Danann), sei zu Beltane aus Hy-Brazil in Irland gelandet und hat all seine Schiffe hinter sich verbrannt, um ewig auf der Insel zu verweilen. Sie kämpften gegen die Fomore, Riesen, die auf Irland lebten und gaben sich letztendlich den Söhnen des Mil geschlagen – ein Stamm, die als Nachkommen des Unterweltgottes Bile galten. Der angesehenste Druide der Mil entfachte das erste heilige Feuer auf dem Hügel von Uisneach und legte somit den Grundstein für den Feuerbrauch zu Beltane. Über Jahrhunderte hinweg, löschten die Kelten zu Beltaine all ihre Herdfeuer und entzündeten an ihrer statt zwei große Feuer im Freien, um die man sich versammelte und ausgelassen feierte. Vieh und Mensch liefen zwischen den Feuern hindurch, um vor Unheil bewahrt zu werden oder um Gesundheit und Glück zu bitten. Das Feuer selbst wurde mit einem Stock und einem Stück Holz durch Reibung entfacht – ein Symbol der sexuellen Vereinigung, in der der Stock als Glied des Mannes, das hölzerne Gefäß als Lichtjungfrau und das entfachte Feuer als Kind galt und passend als „Feuerkind“ bezeichnet wurde. Das magische Feuer symbolisierte die Kräfte des Waldes, indem es aus den neun heiligen Hölzern (Birke, Eberesche, Eibe, Eiche, Erle, Haselnuss, Lärche, Ulme und Wacholder) zusammengetragen wurde, um die Verbindung zum Göttlichen und der Anderswelt zu erleichtern. Nach Ende der Feier nahm jede Familie ein Stück Glut des heiligen Bel-Feuers mit nach Hause, um dort die Herdfeuer neu zu entzünden. Die Asche des Feuers wurde nach Beltane auf den Äckern verteilt. Der Tanz und die Zusammenkunft um das Feuer sind bis heute als Maifeuer bekannt und finden sich auch im christlichen Osterfest als Osterfeuer wieder.

Beltane-Ritual: Die Kraft des Wassers

Nicht nur ein Element stand zu Beltaine im Mittelpunkt der Riten, auch Wasser hatte eine wichtige Bedeutung für die Kelten. Tauwasser segnete die Menschen mit Glück und Gesundheit, wenn man sich damit zu Beltane das Gesicht wusch. Außerdem pilgerten die Menschen zu heiligen Brunnen, um Opfergaben zu hinterlassen und heiliges Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen – was ebenfalls Glück brachte. Auch die reinigende Wirkung des Wassers wird bis heute für Beltane-Rituale genutzt. In Salzwasserbädern kann man Altlasten einfach abwaschen. Alternativ kann man sich auch im kühlen Morgentau der Wiesen wälzen, um sich von schwerer Last zu befreien.

An Beltane in die Anderswelt reisen

Laut schamanischen Überlieferungen ist der Schleier zwischen den Welten an Beltane und an Samhain besonders dünn, so dass ein Übergang in die Anderswelt leichter vonstattengeht. Es gibt unterschiedliche Ansichten, was in der indogermanischen Ur-Religion mit Anderswelt gemeint war. Jedoch geht man davon aus, dass Anderswelt zu Beltane bedeutete, dass man leichter in der Welt der Götter wandeln konnte. Auch die Verbindung zu Naturgeistern und Feen ist zu dieser Zeit gestärkt.

Beltane Ritual: Tanzen im Mai

Egal, ob man sich die alten Beltane-Rituale der Kelten, die Rituale aus dem Mittelalter oder Mai- und Oster-Rituale aus der heutigen Zeit ansieht: der Tanz war immer schon ein wichtiges Element der Beltane-Feste. Während früher ausgelassen und frei um Feuer getanzt wurde, hält sich bis heute der so genannte Maibaumtanz oder das Tanzen in den Mai. Der Bändertanz hatte bei den Kelten ursprünglich eine sinnliche Bedeutung und diente dem Knüpfen von Kontakten mit dem anderen Geschlecht. Auch heute gibt es noch vereinzelt Bändertänze und Tanzaufführungen rund um den Maibaum. Es ist bis heute eine Ehre mit der gewählten Maikönigin zu tanzen, welche meist die schönste Frau des Dorfes war. Zuvor kann eine rituelle Verbrennung einer Strohpuppe vonstattengehen, welche die letzte Maikönigin symbolisiert.

Beltane als Fest der Sinnlichkeit und Fruchtbarkeit

Die heutigen Feierlichkeiten rund um Ostern und dem Maibeginn sind ein durch das Christentum zensierter, prüder und verwässerter Abklatsch dessen, was Beltane als Fruchtbarkeitsfest einst war. Sinnlichkeit, Lebensfreude und das ausgelassene und freizügige Ausleben der Sexualität, Sinnlichkeit und Erotik waren die Grundfesten von Beltaine. Es war ein Fest der Liebe, ein Fest der Vereinigung von Mann und Frau, von Tag und Nacht und auch eine Vereinigung mit dem Göttlichen selbst. Da die Schleier zwischen der Anderswelt und der realen Welt zu dieser Zeit des Jahres sehr dünn sind, können wir durch das Ausleben unserer Sinnlichkeit über die Grenzen der Welten hinwegsehen und dadurch auch uns selbst, unsere Bedürfnisse und geheimen Begierden deutlich erkennen. Beltane ist ein Fest zur Bejahung des Lebens und der Vereinigung. Verbindungen und Hochzeiten, die im Mai begangen werden, sollten von dauerhafter Bindung sein.

Kräuter und Pflanzen des Beltane-Festes: Keltische Liebespflanzen

Es gibt eine Vielzahl an Pflanzen und Kräutern, welche die Kelten rund um das Beltane-Fest zur Steigerung der Sinnlichkeit nutzten. Das Freyagras (nach der Christianisierung als Mariengras bekannt) wurde einst von der Göttin Freya an die Kelten überreicht. Es wurde in das Bettstroh gelegt, um Geburten zu segnen und zu Beltane genutzt, um mit seinem Cumarinduft eine entspannende Duftnote für romantische Abenteuer bereitzustellen. Waldmeister ist eine weitere Maipflanze, die man bis heute bei Beltane-Festen in der Maibowle wiederfindet. Waldmeister-Getränke galten schon bei den Kelten als Aphrodisiakum, da sie Hemmungen nahmen und sowohl Körper als auch Geist entspannten. Gundermann oder Erdefeu wurde eingesetzt, um bösen Zauber und Flüche fernzuhalten und sich mit der Kraft der Natur und ihrer Gottheiten zu verbinden. Ein traditionelles Gericht, in dem sich Gundermann befand, war die Gründonnerstagssuppe. Diese Suppe aus neun Kräutern reinigt und erneuert den Geist.

Häufige Fragen über Beltane

Hält man sich an den Mondkalender, wird Beltane als Mondfest zum fünften Vollmond nach dem Julfest gefeiert – also exakt zwischen der Sommersonnenwende und der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche. Verbreiteter sind jedoch die Feierlichkeiten in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai.

Die Walpurgisnacht findet zur selben Zeit wie das Beltane-Fest statt, ist aber eigentlich ein Gedenktag für die heilige Walburga. Später wurde die Walpurgisnacht eine christianisierte Variation des Beltane-Festes, welche durch Schauermärchen und Literatur sowie dem Zeitalter der Hexenverfolgung auch mit Hexen in Verbindung gebracht wird.

Beltaine oder Beltane ist ein Fruchtbarkeitsfest der Kelten, das mit 1. Mai den Sommerbeginn markiert und seit jeher für die Vereinigung von Erde und Himmel sowie einen Neubeginn steht. Als eines der vier großen keltischen Jahreskreisfeste, hat es einen hohen Stellenwert in indogermanischen Religionen und dessen Bräuche werden bis heute in vielen Kulturen gefeiert.
Was macht man bei Beltane?

Es gibt eine Vielzahl an Beltane-Ritualen und Mai-Bräuchen, die sich früher allesamt um den Neubeginn und die Fruchtbarkeit drehten. Schon die Kelten entzündeten zwei große Feuer, trieben ihr Vieh zwischen ihnen durch und gingen selbst hindurch, um Unheil fernzuhalten und feierten ausgelassen ein sinnliches Fest der Vereinigung. Bis heute halten sich Feuerrituale wie das Osterfeuer in vielen Kulturen, wobei der sinnliche Aspekt verloren ging. Auch die Reinigung mit Tauwasser oder das Pilgern zu heiligen Brunnen und Quellen sind Beltane-Rituale. Das Aufstellen des Maibaumes und der Tanz in den Mai werden bis heute praktiziert. Schamanen nutzen das Fest, um in die Anderswelt zu blicken und sich mit dem Göttlichen zu vereinigen.

Geht man nach dem Sonnenkalender, findet das Beltane-Fest immer in der Nacht von 30. April auf den ersten Mai statt. Jedoch wurde Beltane auch nach dem Mondkalender gefeiert, wo es in der Nacht des fünften Vollmondes nach dem Julfest stattfand.

Beltane war ursprünglich ein indogermanisches Fest, das vor allem im Raum Irland, Wales und Schottland zelebriert wurde. Im Mittelalter verbreiteten sich die Feierlichkeiten und Feste in weitere Regionen Europas und durch die Christianisierung wurden stark verwässerte Beltane-Bräuche zur Norm in großen Teilen Europas. Beltane und die Walpurgisnacht werden bis heute selbst in Teilen Deutschlands von Wicca und Anhängern des Neuheidentums zelebriert. In Irland finden sogar wieder Feste auf dem Uisneach Hügel statt.

In der Nacht des 30. Aprils feierten die Kelten den Sommerbeginn und auch den Feuergott Belenus. Beltane war ein Fest der Fruchtbarkeit und der Vereinigung zwischen Erde und Himmel, in der man um Segen bat für eine gute Ernte und Gesundheit. Wichtige Aspekte von Beltane waren das Knüpfen von intimen Kontakten und die Bejahung des Lebens.

In Schottland finden die größten Feierlichkeiten zu Beltane auf dem Calton Hill in Edinburgh statt. Zehntausende Zuseher bewundern des Spektakel der Beltane Fire Festivals und feiern gemeinsam den Sommerbeginn.

Beltane wurde ursprünglich von den Kelten, also den indogermanischen Religionen gefeiert, auch wenn es aus dieser Zeit kaum Aufzeichnungen gibt. Später wurde die Walpurgisnacht zu Ehren der heiligen Walburga gefeiert, die an das Beltaine-Fest angelehnt war. Heute feiern viele Kulturen eine blasse Kopie der ursprünglichen Rituale in Form von Mai- und Osterfesten.

Beltane wurde vielerorts als Mondfest begangen – genau am fünften Vollmond nach dem Yule-Fest.

Das Beltane-Fest war schon bei den Kelten das Fest des Sommerbeginns. In der heutigen Zeit ist der Sommerbeginn auf den 20. Juni datiert.

Beltane ist die Zeit, in der alles zu blühen beginnt – in der Erde, in der Luft und in uns. Lass dich von dieser lebendigen Energie tragen und feiere mit uns den Beginn des Sommers.

Hier kannst du dich für Beltane anmelden:

Eine Reise nach Peru

Liebe die Erde wie Deine Mutter!

Diese Aussage gaben mir die peruanischen Schamanen Don Juan und Don Miguel nach der Initiation zum Inka-Schamanen mit nach Hause, als Botschaft für die „westlich – zivilisierte“ Welt.

Ich lernte Juan und Miguel bereits auf meiner ersten Reise nach Peru kennen. Anfangs war das Verhältnis noch kühl. Abtastend. Prüfend. Ja, die beiden und ihre Gefährten prüften mich. Auf mehreren Reisen, bei vielen Zeremonien.

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Auf dem Weg zu den letzten Inkas

Eines Tages erhielt ich von Miguel die Einladung ihn nach Qeros – in das Heimatdorf der Schamanen zu begleiten.

Zusammen mit ein paar einheimischen Freunden Miguels brechen wir eines Abends auf. Die ganze Nacht hindurch fahren wir auf einer holprigen Schotterpiste in die Berge. Stundenlange Einsamkeit. Kein Dorf. Nichts. Nur der schon fast volle Mond erhellt ein wenig die karge Berglandschaft. Erst nach Tagesanbruch zweigen wir ab. Die Straße ist nur mehr ein holpriger Karrenweg. Weitere Stunden in unserem kleinen Bus geht es ein Hochtal hinauf auf einen Pass. Nach über 16 Stunden Fahrt und durchgeschüttelten Gliedern ist Endstation. Kein Anzeichen einer menschlichen Siedlung. Einige Freunde aus dem Dorf erwarten uns mit Pferden. Wolken ziehen auf und es wird bitterkalt. Wir führen die Pferde einen steilen Hang hinunter in ein Hochtal. „Ist dort unten Qeros?“ frage ich. „No“, antwortet ein Begleiter. Weiter hinten im Tal geht es wieder hinauf. Endlos hinauf. Durch die immer wieder auftauchenden Nebelschwaden ist die Stimmung düster und die majestätischen Berge verstecken sich vor unseren Blicken. Wir Fremden dringen ohne Erlaubnis der mächtigen Bergspirits immer tiefer in das den Inkas heilige Land vor.

Am höchsten Punkt der Route, auf einem Pass, wird abgesessen. Don Juan erklärt, Miguel übersetzt: Alles um uns herum, die Natur, die Erde, die Berge, alles ist beseelt. Die Berge sind Sitz von sehr hohen und mächtigen spirituellen Wesen. Diese Wesen beobachten unsere Ankunft. Und bevor wir das Gebiet von Qeros betreten, müssen wir diese mächtigen Wesen um Erlaubnis bitten. Damit wir geschützt sind!

Die Erde im Ungleichgewicht

Während Don Juan die kleine Zeremonie vorbereitet, spreche ich mit Miguel über
den Umgang mit der Natur und den Bergen. Der westliche Mensch nimmt sich, was er braucht. Und wenn es zu seinem Vorteil gereicht, zerstört er. Er fragt nicht. Und die Seele der Natur leidet, die ganze Erde ist durch den „zivilisierten“ Menschen ins Ungleichgewicht geraten.

Ein Gespräch am peruanischen Bergpass

Das Ungleichgewicht der Erde ist ein Spiegelbild des menschlichen Denkens. Wir unterhalten uns über die Entwicklungen in der westlichen Welt, über die materielle Armut in den Entwicklungsländern und die materiellen Reichtümer und den Luxus in der zivilisierten Welt.

Ich erzähle Miguel von den Entwicklungen bei uns, dass vieles völlig aus dem Ruder läuft und zähle Beispiele auf: Untersuchungen besagen, dass sich bei uns nur ca. 20% der Bevölkerung glücklich fühlt! Und das in einer der reichsten Regionen der Welt. Unsere Gesellschaft ist so reich, dass wir uns einen riesigen Verbrauch an Kopfwehmedikamenten leisten können.

Miguel antwortet sarkastisch: Bei uns sind die Menschen so arm, dass sie sich keinerlei Kopfwehmittel leisten können! Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie gar nicht so viel Kopfweh haben? In den Anden leben die Menschen einfach, aber zufrieden. Viele haben nur einfache Hütten, die mit Stroh bedeckt sind. Ohne Boden, ohne Heizung, ohne Wasser, ohne Strom. Auch in Peru gibt es Statistiken: Dort, wo die „Armen“ leben, ist der Anteil der Bevölkerung, der sich glücklich fühlt am höchsten – nämlich über 50%!

Die Lehren der Vorfahren haben eine Antwort darauf: Wahrer Reichtum ist eine Ausgewogenheit zwischen materiellem und spirituellem Reichtum.

Geistige Führung und innerer Frieden

Spiritueller Reichtum beginnt beim Reichtum im Herzen. Ich erinnere mich. Bei unseren Reisen in Peru trafen wir auf viele „arme“ Kinder. Sie haben an materiellen Gütern nichts, gar nichts. Keine Plastikspielsachen, nicht mal Farbstifte und Papier. Und doch strahlen Sie eine Freude aus, die man nicht beschreiben kann. Wer im Herzen glücklich ist, ohne materielle Dinge zu besitzen, hat vieles begriffen. All unsere Arbeitsplatzängste, Neidigkeiten, Gewinnsucht bis zum Mobbing suggerieren einen dauernden Kampf ums Überleben. Es mangelt an Spiritualität und damit fehlt das Urvertrauen.

In den Anden halten die Schamanen den Kontakt zur anderen Welt aufrecht. Wer auf die Führung jenseitiger Kräfte vertrauen kann, verliert die Angst.

Das ist es, was uns die Schamanen aller Kulturen seit je her zum verstehen geben wollen. Vertraue auf Dein Schicksal. Alles geschieht zu Deinem Besten. Wenn Du Probleme hast, wende Dich vertrauensvoll an Deine geistige Führung in der anderen Welt. Da bekommst Du Rat und Hilfe. Und du erhältst (auch materiell) alles, was Du brauchst. Und Miguel erklärt:
„Du kannst Dich mit all Deinen Wünschen, Sorgen und Nöten an die Spirits wenden. Wenn Du ein Auto brauchst, bekommst Du es auch. Nur was für ein Auto, das ist den Spirits egal. Du bekommst das, was Du brauchst.“

Der Mangel in der westlichen Welt

Der spirituelle Reichtum ist der westlichen Welt abhanden gekommen. Wer sich nicht mehr vertrauensvoll an die helfenden Kräfte wenden kann, der zermartert sich den Kopf – die Angst beherrscht das Denken. Aus der Angst entsteht die Gier, die das Denken der westlichen Welt beherrscht. Mehr, Mehr und noch mehr. Der Dauerstress führt beim Individuum zu Kopfweh, Schlafstörungen und weiteren stressbedingte Folgeerscheinungen, beim Wesen Erde zu Ausbeutung Verschmutzung und Zerstörung. Unsere eigenen Angstgefühle und Gedanken des Mangels kommen in Kontakt mit den kollektiven Angst- und Mangelgedanken und verstärken diese. Ein starkes Resonanzfeld von Angst und Mangel entsteht. Und dann treten die Medien in Aktion. Berichte über Firmenpleiten, negative Statistiken, zunehmende Arbeitslosenzahlen, Kurzarbeit und Kündigungswellen laden das kollektive Resonanzfeld immer weiter mit Angst- und Mangelgedanken auf! Die Angst vor dem Mangel erhöht die Gier, die Ausbeutung und Zerstörung nimmt ungeahnte Ausmaße an. Gier und Angst sind menschliche Emotionen, die, seit es Menschen gibt, Krisen auslösen.

Als ich mich mit Miguel über dies Themen austauschte, gab es noch keine Ölkatastrophe an der Küste der USA. Die dilettantische Vorgangsweise von BP, die dann zur Katastrophe führte ist nur ein trauriger Beweis für die Gier der Konzerne. Allerdings müssen wir an dieser Stelle festhalten, dass jeder Konzern aus einer Vielzahl von Individuen besteht. Das kollektive Denken äußert sich im Handeln des Konzerns… Im Grunde hätten wir die besten Voraussetzungen dafür, dass es uns allen gut gehen könnte. Aber: Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe gingen verloren in dieser Ellbogengesellschaft, die nur noch von Konsumbefriedigung und Egoismus regiert wird. Statt sich für die Schaffung von besseren Lebensbedingungen für Mensch und Umwelt einzusetzen, regiert auch in der Politik die Angst und Gier.

Eine gesunde Erde und eine gesunde Wirtschaft braucht ein ausgewogenes Verhältnis dieser Emotionen.

Der Mensch und Mutter Erde

Zuallererst müssen wir uns von der Vorstellung trennen, die Erde sei etwas außerhalb von uns. Diese exoterische Betrachtung: Ich bin hier (als Individuum), die Erde ist dort draußen, ist schlichtweg falsch.

So, wie die Gesellschaft aus den einzelnen Individuen besteht, so besteht auch die Erde aus einer Gesamtheit – das was wir als Natur bezeichnen und sich auf der Erdkruste befindet, ist die Haut der Erde. Jedes Individuum sollte sich folgendes bewusst sein: Ich lebe auf der Haut der Erde, bin Teil der Natur und damit Teil der Erde. Die Erde wird nicht sterben. Wenn wir allerdings die Haut zerstören, werden wir selbst untergehen.

Die Regeneration der Erde würde relativ rasch geschehen. Nach etwa 200 bis 300 Jahren hätte der Wald in unseren Städten wieder die Oberhand gewonnen. Selbst der Straßenasphalt ist dann für Löwenzahn oder Birken kein Hindernis mehr. Die unbewohnten Gebäude fallen der eindringenden Feuchtigkeit zum Opfer, zuerst die Holzhäuser. Ziegelhäuser geben sich bald auch der Erosion geschlagen. Der Stahl der Hochhäuser beginnt irgendwann durch die Nässe zu rosten und übt großen Sprengdruck auf den Beton aus. Am Ende zerfällt Stahl in Eisenoxide, Beton verwittert zu Sand und Kies.

Sehr bald würden die einst vertriebenen Raubtiere wieder das Kommando in einer menschenleeren Welt übernehmen. Wölfe würden in Mitteleuropa sich wieder ausbreiten. Braunbären vermehren sich und würden die zerfallenden Häuser als Wohnhöhlen benutzen. Elche und Wisente wandern über die bald von Gestrüpp und Bäumen überwucherten Äcker. Pferde und Rinder verwildern, die Hausschweine paaren sich mit Wildschweinen – die Natur gesundet und kehrt in einen ursprünglichen Zustand zurück.

Leben im Einklang mit der Natur

Der Mensch kann die Natur eigentlich nicht zerstören. Nur sich selbst. Die scheinbar kranke Natur ist nur das Spiegelbild des kranken menschlichen Denkens. Die Natur ist nicht krank, nur der Mensch! Und sein Umgang mit der ihn nährenden Natur. Wo fängt das Wohlergehen der Erde also an? Bei mir. Bei Dir. Bei jedem einzelnen Menschen, vom Baby bis zum Greis, unabhängig vom gesellschaftlichen Rang. Und damit auch die Zerstörung, die ja Teil unseres Umgangs mit der Erde ist. Eine Kultur, die Ehrfurcht vor der Erde mit all ihren Aspekten zeigt, wird nie so ausbeuten, dass alles zerstört wird.

Aus Sicht der Schamanen kommt es dort, wo die Menschen in die Natur eingreifen zu einer Durchdringung bzw. Überschneidung von materiellen, energetischen und spirituellen Aspekten. Schamanen arbeiten hauptsächlich mit dem spirituellen Aspekt. Alles, was existiert, ist beseelt. Alles, was existiert, besitzt „Spirit“. Jede Region, jedes Dorf, jedes Grundstück ist von einem lokalen Spirit bewohnt. In Peru wird der Spirit auch durch Opfergaben versöhnlich gestimmt. Ein Beispiel: Soll auf einem Grundstück ein Gebäude errichtet werden, wird mit dem Spirit des betroffenen Grundstücks Kontakt aufgenommen. Er soll mit der Errichtung einverstanden sein. Unser Inneres und unsere Gedanken spiegeln sich im Außen wider. Ändern wir unsere Einstellung, begegnen wir der Erde wieder mit Ehrfurcht, dann kann der Mensch auf der Haut der Erde weiterleben.

In der Zwischenzeit hat Don Juan das Opfer fertig und die Einwilligung der hohen Bergwesen erhalten. Die Fremden sind im Gebiet von Qeros willkommen!

Miguel berichtet Juan von unserem Gespräch und Juan drückt seine Meinung in einfachen, dafür aber sehr berührenden Worten aus:

„Das, was ihr im Westen zivilisiert nennt, ist nach unserer Ansicht primitiv und barbarisch. Ihr habt keinen Respekt, vor dem, was Euch nährt und am Leben erhält. Die Erde ist unser aller Mutter, der Menschen, Tiere und Pflanzen. Und was fügt ihr Eurer Mutter für Schaden zu? Stell dir vor, Deine Mutter hat einen wertvollen Fingerring. Um an den Ring zu kommen, schneidest Du Deiner Mutter den Finger ab. Würdest Du Deine Mutter, die Dir das Leben schenkte, so behandeln? Nein. Aber mit Eurer Erdmutter macht ihr es so!“
Nachdem Juan für uns die Einwilligung der hohen Bergwesen erhalten hat, machen wir uns auf den Weg ins Tal!

Die Botschaft des Schamanen

Zwei Tage später. Don Juan bittet uns, ihn in die Berge zu begleiten. Mehrere Zeremonien sollen an diesem Tag durchgeführt werden. Die abschließende Reinigungs- und Heilungszeremonie im eiskalten Gebirgsbach hatte ich am Vortag schon absolviert. Mein Energiefeld war vorbereitet. Um mit den hohen Wesenheiten in Kontakt zu kommen, muss das Licht, das den Körper umhüllt, völlig rein sein, klärte mich Don Juan am Vortag auf. In meinem mehrjährigen Entwicklungsprozess, wurden zuerst die groben, dann auch die kleinen Unausgeglichenheiten aus meinem Energiefeld entfernt.

Ausgeglichenheit und Gesundheit sind für Don Juan ein und dasselbe, eine Frage der Energie. „Die Unausgeglichenheiten sind es, die die Menschen krank machen. Ihr sagt Stress dazu! Die Heilungszeremonien der Inkas dienen dazu, die Unausgeglichenheiten aus dem Energiefeld zu entfernen“, meinte Don Juan einmal.

Wir befinden uns an einem Gebirgssee hoch über dem Dorf, das Wasser klar wie ein Auge, umrahmt von mächtigen Bergen. Schönheit. Wir sind umgeben von Ruhe und Stille, ja selbst das Summen der Insekten ist verstummt. Die Strahlen der Sonne spiegeln sich im See. Wir sind umgeben von einem Funkeln, wie von tausenden Brillanten. Die Natur zeigt sich in all Ihrer Pracht.

Eine kleine Insel wurde von Don Juan für den Höhepunkt ausgewählt. Ich soll die Einweihung zum Paqoruna – zum Schamanen – erhalten. Nach der Zeremonie weist mich Don Juan nochmals auf die Essenz all seiner Lehren hin:
„Liebe die Erde, mehr als Du Deine leibliche Mutter jemals geliebt hast. Du bist jetzt Paqoruna, aufgenommen in die uralte spirituelle Tradition der Inkas. Die Inkas haben die Erde immer geliebt und geachtet. Ihr gedankt, für jede Ernte, für alles, was sie erhalten haben. Und so trage diese Botschaft hinaus und unterweise die Menschen im Respekt und der Liebe zu unserer aller Mutter…!“
Als äußeres Zeichen der Ehrerbietung vergräbt Don Juan die Opfergaben für die Mutter Erde.

Eine Reise nach Peru ist mehr als eine Begegnung mit einem Land – sie ist eine Begegnung mit dir selbst.

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